Auf die Runkel, fertig, los!

In Hardinghausen startet am zweiten Septemberwochenende das 7. Runkelfest

Neun Runkelrüben hängen an einem Seil und müssen durch gezielte Würfe mit hölzernen Geschossen zur Strecke gebracht werden. Was erstmals 1994 auf dem Hof Rottmann als Nachbarschaftsfest ausgetragen wurden, geht am 12. September bereits in die siebte Runde. Nach dreijähriger Abstinenz heißt es in Hardinghausen wieder „Auf zum Runkelfest“. Schließlich wird in Kirchhellen auf alles, was nicht niet- und nagelfest ist geworfen oder geschossen, warum also nicht auch auf eine Runkelrübe. Die „sinnentleerte“ Zeit zwischen dem Schützen- und Brezelfest musste irgendwie gefüllt werden, dachte sich damals Frank Rottmann und entschloss sich kurzerhand, mit seinen Freunden und Nachbarn ein eigenes Fest in Hardinghausen zu organisieren. Dass es sich im Laufe der Zeit zu einer festen Kirchhellener Attraktion etablieren würde, daran hatte seinerzeit wohl niemand gedacht. Doch so ist es gekommen. „Feierlustige Menschen in Bauerntrachten treffen sich, um zu Fuß ins wunderschöne Hardinghausen zur Rottmanschen Festwiese zu laufen, wo die Runkeln nur darauf warten, abgeworfen zu werden“, heißt es in der Einladung. Am Samstag, 12. September startet um 13.30 Uhr der Zug in diesem Jahr vom Parkplatz des Landhaus Haseke an der Münsterstraße. „Wir können nicht im Dorf starten, weil die Überquerung der Münsterstraße nicht ohne Straßensperrung möglich ist. Deshalb geht es diesmal bei Haseke los“, erklärt Heidi Rottmann vom Runkelvorstand. Eingeladen sind alle Klubs, Gruppen und Vereine, sich an dieser Spaßveranstaltung zu beteiligen. Wer die letzte Runkel abwirft, ist König oder Königin. „Bei uns können sowohl Frauen als auch Männer den entscheidenden Wurf tätigen“, sagt Jutta Stenkamp. Sie muss es ja wissen – ist sie doch 1994 zur ersten Kirchhellener Runkelkönigin gekürt worden. Kommentiert wird das Werfen vom Runkelpräsident „Vatter Adi“. „Das Fest ist natürlich mit den Jahren gewachsen, aber es bleibt ein sehr familiäres und  generationsübergreifendes Fest mit freundschaftlich nachbarschaftlichen Charakter“, so der einmütige Hinweis des Runkelvorstands.


Auch der Nachwuchs kommt beim Runkelfest nicht zu kurz. Die abwechslungsreiche Kinderbelustigung macht mit Hüpfburg, Pferdewagen, Gesichtsbemalung manch professioneller Betreuung Konkurrenz. Der Klassiker schlechthin ist dabei das Kaninchenwettrennen. Aber auch Büchsenschießen und Pilzwiegen (in diesem Jahr statt Kürbiswiegen) erfreuen sich großer Beliebtheit. 

Nach der offiziellen Inthronisierung des Königspaares, wird geschwoft. Auf zwei Tanzflächen  legen geht bei fetziger Musik die Post ab. Im Runkelzelt sorgt „DJ Onkel Reinhold“ für die passende Plattenauswahl. Nebenan heißt es im Runkelkeller „Jugend voran“.
Ein Anziehungspunkt der besonderen Art ist natürlich auch wider die gute Stube von Schulte-Wieschen. Hier kann in gemütlicher Atmosphäre gequatscht werden und sich der guten alten Zeit bei Schulte erinnert werden.

Das amtierende Königspaar, Paul I. (Welle) und Britta I. (Schormann) regierten jetzt drei Jahre ihr Runkelvolk. In erster Linie müssen sie dabei Nichts tun. Ein überschaubares Reich mit selbstständig agierenden Menschen lässt sich leicht regieren. Einziger fester Auftritt während der Amtszeit ist es, beim Brezelumzug in einer der Kutschen zu sitzen. Und die eine oder andere Runde am Bierstand zu geben, ist für ein Regentenpaar auch zu schaffen. Die Vorbereitungen für das jeweils kommende Fest werden sowieso vom Runkelvorstand getätigt.
Somit steht auch in diesem Jahr einem lustigen Spektakel nichts mehr im Weg…gj

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