<b>Was waren Ihre persönlichen Glanzpunkte im Kulturhauptstadtjahr 2010?</b>
Nach der faszinierenden Eröffnungsveranstaltung in Schnee und Eis auf Zollverein haben mir vor allem die Schachtzeichenballons, der !Sing Day of Song und der 2010-Füßler am besten gefallen. Sie stehen für die Geschichte, das Gemeinschaftsgefühl und den Ideenreichtum unserer Region! Besonders beeindruckt und berührt hat mich das Kunstprojekt „Engel der Kulturen“ an der Jordan-Mai-Schule. Es zeigt die Symbole der drei Weltreligionen – des Judentums, des Christentums und des Islams – in einem Kreis als Engelsfigur und hat symbolisch die drei Europäischen Kulturhauptstädte miteinander verbunden.
<b>Sehen Sie durch die RUHR.2010-Projekte eine gewisse Nachhaltigkeit für die Gladbecker Kulturlandschaft?</b>
Ja, auf jeden Fall. Das Martin Luther Forum Ruhr, die Neue Galerie im Rathauspark und der 2010-Füßler sind eine bleibende Bereicherung der Gladbecker Kulturlandschaft, die weit über 2010 hinaus wirken werden. Außerdem wurde durch die gemeinsame Vorbereitung und Durchführung vieler Projekte der Austausch und der Zusammenhalt in der Kulturszene deutlich verbessert.
<b>Welche Ziele haben Sie sich für die Entwicklung der Stadt gesteckt?</b>
Wir werden 2011 die Arbeit im Bündnis für Familie – Erziehung, Bildung, Zukunft fortsetzen, um die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen in Gladbeck weiter zu verbessern. Dazu gehören vor allem der weitere Ausbau der U3-Plätze, der Ganztagsangebote und der Sprachförderung. Ein zweiter Schwerpunkt wird die Innenstadt sein. Dank der vor Weihnachten bewilligten 2,5-Millionen Euro-Förderung durch das Land können wir 2011 durchstarten und den familienfreundlichen Umbau der Innenstadt vorbereiten. Außerdem hoffe ich, dass Eigentümer und Investoren für die beiden Dauersorgenkinder – das ehemalige Hertie-Haus und das ehemalige P&C-Gebäude – in diesem Jahr eine Lösung finden. Das dritte wichtige Ziel ist die Verbesserung der städtischen Finanzen. Trotz der Hilfen des Landes ist eine strukturelle Gesundung unserer Finanzen noch nicht in Sicht. Was fehlt: Mehr Gerechtigkeit bei den Soziallasten. Mehr Gerechtigkeit beim Solidaritätszuschlag! Wir selbst werden um Einsparungen nicht herumkommen. Diese müssen aber sozial gerecht sein und dürfen nicht zu einem Kahlschlag bei unverzichtbaren städtischen Angeboten führen.
<b>Was wünschen Sie der Stadt und den Menschen hier vor Ort für das Jahr 2011?</b>
Gesundheit, persönliches Glück, Erfolg! Und ich hoffe, dass sich die positive Entwicklung der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes fortsetzt, damit wir es schaffen, dass die Arbeitslosenzahlen weiter sinken.