Festplatz in Grafenwald ist nun Hans-Söller-Platz

Der Festplatz im Herzen von Grafenwald wird ab sofort unter dem Namen Hans-Söller-Platz geführt – Stadt stellt Schild um.

Anfang des Jahres war es endlich soweit, mit schwerem Gerät rückte die Stadt Bottrop an, um das Hans-Söller-Schild vom Buswendeplatz in Grafenwald zum nahe gelegenen Festplatz zu schaffen, dem es nun den Namen Hans-Söller-Platz verleiht. Schon im vergangenen Jahr hatten sich die Mitglieder der Bezirksvertretung einstimmig für die Um benennung des Grafenwälder Festplatzes ausgesprochen. „Immer wieder stand in der Vergangenheit der Festplatz auch als Baugelände zur Diskussion; wir hoffen, dass wir mit der Umbenennung nun auch einer eventuellen Bebauung entgegen gewirkt haben“, sagt Johannes Engemann, erster Vorsitzender der Grafenwälder Schützen. Doch nicht nur deswegen freuen sich die Schützen. „Wir haben nun auch einen richtigen Treffpunkt“, meint der zweite Vorsitzende Heinz Kreul und außerdem käme das seinerzeit von Josef Grasedick gestaltete Schild nun viel besser zur Geltung.

Natürlich soll der neue Hans-Söller-Platz gebührend eingeweiht werden. Am 30. April laden die Schützen daher zur Einweihungsfeier ein. Dann wird erstmals ein Festzelt auf dem Hans- Söller-Platz stehen. Um 17 Uhr marschieren dazu die Schützen auf. Begleitet werden sie von der Grafenwälder Blaskapelle. Nach dem offiziellen Teil ist das Zelt um 19 Uhr zum Tanz freigegeben. Für die richtige Stimmung sorgt dabei Jörg Bausch. Der Schlagermusiker tanzt mit den Grafenwäldern in den Mai hinein. Sonntag wird dann das traditionelle Mai-Programm fortgesetzt.

Bereits zum 22. Mal wird der Maibaum im Herzen von Grafenwald errichtet. Danach folgt das große Maifest für Jung und Alt. „Die Kinder der Kindergärten sind wieder mit dabei und tanzen um den Baum und auch die Blaskapelle wird das Aufstellen des Maibaums mit gestalten“, sagt der amtierende Schützenkönig Dirk Schiffmann. Mit dabei sind auch der Männerchor Grafenwald sowie die Freiwillige Feuerwehr.

Für die passende Stärkung sorgt der Partyservice Wittinghofer. „Zudem werden Mandelbude, Waffelbäckerinnen und Co. für Leckereien auf dem Hans-Söller-Platz sorgen.“ Mit dem Einweihungs wochenende gibt der Schützenverein Grafenwald zudem den Startschuss in ein Jubeljahr, denn schon im Sommer feiert der Verein sein 90-jähriges Bestehen. Am 26. März findet dazu die Frühjahrversammlung statt, bei der die Schützen unter anderem mit neuen Krawatten ausgestattet werden. gk

 

Zur Person: Hans Söller
Als einer der Mitbegründer des Schützenvereins Grafenwald war Hans Söller den einen bekannt, als Metzger, der mit dem Fahrrad von Hof zu Hof fuhr und hier das Vieh vor Ort schlachtete, den anderen. Allen ist er jedoch durch seine hilfsbereite, uneigennützige und aufopferungsvolle Art im Gedächtnis geblieben.

Von 1958 bis 1961 schwang er sogar als Schützenkönig das Königszepter. Am 2. Juli 1983 wurde er schließlich zum Generaloberst befördert. Doch Hans Söllers Verdienste liegen nicht nur beim Schützenverein. Mit Kopf und Kragen stand er in Kriegszeiten dafür ein, die Hungersnot mancher Kirchhellener Familie durch das so genannte verbotene Schwarzschlachten von Rindern und Schweinen zu lindern. In den 1950er und 1960er Jahren betrieb er mit seiner Frau Grete und seinen beiden Töchtern zusätzlich eine Gastwirtschaft in Grafenwald. Hier waren alle Grafenwälder Vereine herzlich willkommen. Bezeichnend für seinen ganzen Lebensweg war die Aufschrift auf dem Schild der Schützenkönigskette: „Sei nicht stolz, sei hilfsbereit, so wirst Du Erfolg haben, auch dann, wenn Du keine Reichtümer besitzt“. Hans Söller verstarb am 8. Dezember 1983.

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