Endlich ist es soweit, die ersten Kinder können in das Home of Hope einziehen. Anfang Januar war der Container der Gagu-Zwergenhilfe im Hafen von Freetown angekommen. Voll bepackt mit Mobiliar, Technik, dringend benötigtem Baumaterial und natürlich Spielzeug für die Kinder. Und sogar ein Auto hatte das Gagu-Team von Antwerpen nach Sierra Leone verschifft. „Den Container frei zu bekommen war dann schon ein Abenteuer“, sagt Gudrun Gerwien.
Gemeinsam mit Dieter Schmitt und Johannes Nover war die Schermbeckerin Ende Januar erneut nach Sierra Leone aufgebrochen. „Eigentlich wollten wir das Kinderhaus eröffnen“, sagt Gudrun Gerwien. Doch der Zoll in Sierra Leone wollte den deutschen Container zunächst einmal nicht frei geben. „Für uns hieß das mal wieder zahlreiche Stempel, Unterschriften und Formulare sammeln, aber langsam werden wir darin ja richtig gut“, sagt die Schermbeckerin nicht ohne ein Lachen auf den Lippen.
Froh waren alle, als endlich mit Verspätung von gut drei Wochen die dringend benötigten Baumaterialien im Home of Hope ankamen. „Momentan arbeiten rund 15 Leute in und an dem Haus“, erzählt Dieter Schmitt. Nachdem die ersten Betten aufgestellt waren, konnten auch die ersten Kinder hier einziehen. Ende des Monats sollen nun auch all die anderen im Home of Hope ein neues Zuhause finden. „Wir arbeiten außerdem daran, eine Ambulanz zu entwickeln“, sagt Dieter Schmitt.
Neben den vielen positiven Erlebnissen gab es natürlich auch wieder bedrückende Schicksale, die Gudrun Gerwien vor allem in ihren Gedanken mit nach Schermbeck genommen hat. „Auf der Fähre von Freetown nach Lungi haben wir Ismael kennengelernt. Beide Beine des Jungen sind verkrüppelt und er bewegte sich nur mit seinen Händen fort.“ Noch vor Ort entschloss sich die Schermbeckerin dazu, Ismael in ein Krankenhaus zu bringen, wo Röntgen-Aufnahmen von seinen Beinen gemacht werden sollten. „Diese werden uns bald zugeschickt und dann werde ich mit Ärzten hier vor Ort sprechen, ob man Ismael helfen kann.“
Im Oktober soll es übrigens eine offizielle Einweihung des Home of Hope geben. „Natürlich werden wir dann auch mit einer Schermbecker Delegation vor Ort sein“, sagt Gudrun Gerwien. Und vielleicht wird sogar Bürgermeister Ernst-Christoph Grüter mitfliegen. Sein Patenkind würde sich besonders freuen. „Denn bei unserer Ankunft fiel mir das Mädchen um den Hals und fragte: Hast du mir meinen Paten mitgebracht?“ Vielleicht kann Gudrun Gerwien diese Frage das nächste Mal mit Ja beantworten. GK