Spargel so weit das Auge reicht

Die Spargelsaison hat begonnen und zwar früher als die Jahre zuvor – Spargelbauern sind von Qualität begeistert

Der Spargel wächst und gedeiht und zwar prächtig, da sind sich die Kirchhellener Spargelbauern einig. „Wir sind in diesem Jahr sehr früh in die Saison gestartet“, sagt Jörg Umberg vom gleichnamigen Hof. Schon im März konnten die ersten weißen Stangen gestochen werden. „Das liegt vor allem daran, dass wir seit einigen Jahren auf Mini-Tunnel setzen. Über die Folien, die über den Spargeldamm gezogen werden, bauen die Spargelbauern dabei noch einen kleinen Tunnel mit Klarsichtfolie. Durch die Sonneneinstrahlung entsteht dann eine Art Treibhauseffekt und gut gewärmt wächst der Spargel ja bekanntlich besonders gut. So auch auf den Feldern des Schmücker Hofs. „Unser Spargel hat im vergangenen Jahr lange grünes Laub getragen, er ist also spät abgereift und hatte viel Zeit sich zu regenerieren“, sagt Eberhard Schmücker. Vermutlich steckt auch darin das Geheimnis des guten Geschmacks, dass die Kunden dem Spargel in diesem Jahr besonders bescheinigen. Neben dem klassischen Bleichspargel gibt es im Schmücker Hofmarkt auch grünen Spargel und weißen mit violetten Köpfen im Angebot. „Einige unserer Kunden bevorzugen die violetten Köpfe, weil dieser Spargel würziger im Geschmack ist.“ Die violette Farbe rührt daher, dass die Spargelspitzen beim Wachstum in die Sonne blinzeln konnten.

Das Team vom Hof Aldenhoff hat auch in diesem Jahr auf die Mini-Tunnel verzichtet. „Dadurch waren wir etwas später dran mit dem Spargel“, sagt Melitta Aldenhoff-Trümper. Doch die Stammkunden warten gerne, vor allem die Grafenwälder, denn diese schwören auf den Spargel vom Grafenwälder Feld gegenüber der Tennisanlage. Donnerstag bis Sonntag können hier die frisch gestochenen Stangen gekauft werden. „Frischer geht es nicht“, sagt Melitta Aldenhoff-Trümper. Natürlich sind die feldfrischen Stangen noch unsortiert und nicht gereinigt, aber das stört die Kunden nicht, ganz im Gegenteil, für sie kann es keinen bessern Spargel als den vom Grafenwälder Feld geben. gk

 

Die Premiere im vergangenen Jahr ist geglückt und schon vom 27. bis zum 29. Mai lädt Jörg Umberg zur Wiederholung des Spargel-Gourmet-Festivals ein. Gemeinsam mit den Veranstaltern von „Essen genießen“ freut sich der Kirchhellener auf ein Wochenende voller kulinarischer Spargelvariationen. Für genügend Abwechslung auf den Tellern sorgen gleich fünf Gastronomen, darunter auch das Restaurant La Botte aus Kirchhellen. Auf der Speisekarte stehen Gerichte von 4 Euro bis 9 Euro und da ist für jeden Geschmack bestimmt etwas dabei. Dazu werden passende Weine oder ein frisch Gezapftes gereicht. „Wir hoffen natürlich, dass das Wetter ebenso gut mitspielt wie im vergangenen Jahr“, sagt Jörg Umberg. Für gute Stimmung werden aber nicht nur die lukullischen Ausführungen bei hoffentlich strahlendem Sonnenschein sorgen, sondern auch das musikalische Begleitprogramm. Die Gruppe „Mister Most Money“ wird am Freitag begeistern, Samstag ist das „Tequila Spargel für Gourmets Sunrise Trio“ zu Gast auf dem Hof Umberg und am Sonntag sorgt „Power Kraut“ bereits ab Mittag für beste Stimmung auf dem Hof.

 

Spargelgenuss in der Gemüse-Scheune

Wer Spargel liebt, der kommt auch in diesem Jahr wieder gerne zur Gemüse-Scheune Holthausen, denn hier steht das Gemüse täglich auf der Speisekarte. Und dafür reisen die Spargelfreunde auch gerne aus dem Umland an. So wie Norbert Haschke. Der Bottroper lässt sich die weißen Stangen immer wieder gerne schmecken und am liebsten in der Gemüse-Scheune. „Allerdings genieße ich den Spargel am liebsten mit Butter, nicht mit Soße Hollandaise“, sagt der Bottroper Spargel-Fan. Damit der Spargel so gut schmeckt, dafür trägt das dreiköpfige Küchenteam des Hofes Miermann Sorge. „Grundvoraussetzung für ein gelungenes Spargelessen ist das Schälen“, sagt Köchin Britta Brüne. Daher werden die Stangen in der Gemüsescheune auch noch einmal alle von Hand nachgeschält. „Wir kochen den Spargel dann nur sieben bis zehn Minuten. Bis zu zwei Stunden darf er dann aber noch im Kochsud weiter garen“, verrät Britta Brüne. Am liebsten bestellen die Kirchhellener zum Spargel übrigens Schnitzel. „Und Schmörchen, das sind frische Kartoffeln, die mit Schale gebraten werden.“ gk


INFO: Willkommen zum Spargelbauernmarkt

Was vor 21 Jahren ganz schüchtern mit sechs Ständen auf dem Hof Aldenhoff begonnen hat, ist mittlerweile ein nicht mehr wegzudenkender Termin in der Spargelzeit:
Der Spargelbauernmarkt bei Aldenhoffs. Rund 50 kulinarische, kunsthandwerkliche und kreative Stände laden auch in diesem Jahr ein. Am 21. und 22. Mai wird auf dem Hof Aldenhoff jeweils von 10 Uhr bis 19 Uhr dem königlichen Gemüse gehuldigt, denn das gibt es auf dem Spargelbauernmarkt – wie sollte es auch anderes sein – in Hülle und Fülle zu genießen. „Natürlich sollen aber auch die Kleinen, die meistens ja noch keine großen Spargelfans sind, nicht zu kurz kommen“, sagt Melitta Aldenhoff-Trümper. Eine Kinderolympiade, Hüpfburg und mehr sorgen für reichlich Abwechslung. Während die Großen also in aller Ruhe genießen, dürfen sich die Kleinen richtig austoben.

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