Wer an einer viel befahrenen Landstraße wohnt, der hat auch am Wochenende nichts zu lachen, weil vor allem an Sonntagen die Motorradfahrer über die Straßen heizen. Die Motorradsaison ist in vollem Gange und das laufend gute Wetter tut der Stimmung der Fahrer natürlich keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil: auch in Schermbeck kam es in den vergangenen zwei Monaten zu Motorradunfällen mit Verletzten und sogar Toten. Dämmerwalder Straße, Maaßenstraße und Erler Straße sind besonders häufige Unfallorte. So zog sich ein Motorradfahrer aus Hünxe Mitte April auf der Dämmerwalder Straße in Richtung Marienthal schwere Verletzungen zu als eine Schermbecker Autofahrerin beim Linksabbiegen mit ihm zusammenstieß. Anfang Mai kam es zu einem ähnlichen Unfall an der Kreuzung Maaßenstraße/Alte Poststraße. Dort kam es zur Kollision, nachdem ein Motorradfahrer einen PKW überholen wollte.
Auch hier trug der Motorradfahrer schwere Verletzungen davon. „Zu Saisonbeginn sollten sich Motorradfahrer wieder bewusst machen, welches Risiko sie eingehen, welchen Gefahren sie sich aussetzen“, sagt Sabine Vetter von der Pressestelle der Polizei Wesel. Auch wenn man nicht der Unfallverursacher ist, seien Motorradfahrer doch stets immer dem größten Verletzungsrisiko ausgesetzt. Bei verschuldeten Motorradunfällen spielen Fahrfehler häufig eine tragende Rolle. Wenn sich zum Frühlingsanfang die Fahrer auf ihre Maschinen schwingen, sind sie oftmals einen ganzen Winter lang nicht gefahren. „Vielen fehlt dann die Sicherheit beim Fahren“, so Sabine Vetter. Nicht selten werden hier allzu leichtsinnig die Grenzen der Physik ausgetestet.
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Gründe für Motorradunfälle seien auch eine schlechte Wartung der Maschinen, die monatelang in der Garage standen sowie unzureichende Kleidung und Ausrüstung. „Wer Motorrad fährt, der sollte nicht nur beim motorisierten Zweirad selbst, sondern auch beim Kauf der Ausrüstung Wert auf Qualität legen. Helle und reflektierende Kleidung, richtiges Schuhwerk, Protektoren und ein guter Helm gehören einfach dazu.“
Trotz der Horrormeldungen über tödlich verunglückte Motorradfahrer sinken die Unfallzahlen seit Jahren kontinuierlich. „Es ist eher ein subjektives Empfinden, dass die Unfälle sich häufen. Das liegt daran, dass im April und Mai wieder deutlich mehr Motorradfahrer unterwegs sind als in den Monaten davor“, sagt Sabine Vetter. Zwischen 2005 und 2010 ist die Zahl der verunglückten Motorradfahrer in NRW um nahezu 16 Prozent auf 10.042 Fälle gesunken. Auch die Zahl der Todesopfer ging zurück und lag 2010 bei 99, dies bedeutet im Gegensatz zu 2009 einen Rückgang von knapp 15 Prozent. „Da spielen mehrere Aspekte eine Rolle“, erläutert Sabine Vetter die Zahlen. „Einerseits sind die Aufklärungsbemühungen und die Kontrollen seitens der Polizei in den vergangenen Jahren verstärkt worden.
Andererseits bemerken wir auch einen Rückgang bei jungen Motorradfahrern, weil der Führerschein und der Unterhalt eines Motorrads für viele unerschwinglich geworden ist“, sagt Sabine Vetter. Die verstärkten Kontrollen haben bestimmt auch die Schermbecker und Erler schon bemerkt, so beispielsweise die regelmäßigen Kontrollen in Marienthal. Neben Blitzern nutzt die Polizei Wesel auch das neue ESO-Messverfahren, mit dem Geschwindigkeitsüberschreitungen über eine unsichtbare Lichtschranke zum Beispiel auch in Kurven gemessen werden können. „Mithilfe der ESO-Technik können die Kollegen an der etwas entfernter platzierten Kontrollstelle die Geschwindigkeitsüberschreitungen dem Fahrer direkt zuordnen und ihn auch direkt ansprechen.
Das hat natürlich einen besonderen pädagogischen Effekt.“ Die Polizei hofft mit den Kontrollen die Raser zur Vernunft zu bringen. Denn jeder Unfall ist immer ein Unfall zu viel. Daher rät die Polizei allen Motorradfahrern vor Saisonstart ein Fahrsicherheitstraining zu absolvieren oder sich für eine Fahrstunde anzumelden. Das schult das Fahrverhalten, die Fahrtechnik und das eigene Sicherheitsempfinden. Und dafür ist es auch jetzt im Mai noch nicht zu spät. Informationen zu Fahrsicherheitstrainings hält zum Beispiel die Kreis-Verkehrswacht Wesel e.V. unter www.kreis-verkehrswacht-wesel.de bereit. JS