„Wer ist denn schon perfekt?“ Diese Frage begleitete das Haus Kilian das ganze Jahr über. Denn das Caritas-Jahresthema „Kein Mensch ist perfekt“ lud dazu sein, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wie man das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung fördern kann. „Die Bewohner des Hauses Kilian haben sich auf vielfältige Weise mit der Thematik beschäftigt und so ihre Bedürfnisse, Wünsche und Ziele geäußert“, resümiert Birgit Förster, Leiterin des Hauses.
Beispiele dafür wären die 30 großformatigen Leinwände, die im Mai in den Schermbecker Geschäften aushingen, der große Marsch über die Mittelstraße im Juni oder der Schokoladen-Adventskalender, der mit Unterstützung der Volksbank im November verkauft wurde. All dies sind Aktionen, die dazu beitragen sollen, das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung anzuregen. Schließlich ist es mit barrierefreien Zugängen zu Gebäuden nicht getan. Um vollwertig am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können, ist das Engagement aller gefragt, ob es nun die Unterstützung beim Einkaufen oder die Integration in das Schermbecker Vereinsleben betrifft.
Die vielen Aktivitäten und Projekte haben nicht nur bei den Schermbeckern Anklang gefunden. Auch die Caritas Gemeinschafts-Stiftung war von den Aktionen begeistert und zeichnete das Haus Kilian mit dem Landespreis des Teilhabepreises 2011 aus. Zusammen mit einigen Bewohnern machte sich Birgit Förster nun zur Diözese Münster auf, um den Preis, der mit 2.000 Euro verbunden ist, entgegenzunehmen. „Wir sind stolz auf unsere Arbeit und werden die gewonnenen Ansätze und Ideen ins Jahr 2012 übernehmen, um das Thema weiterhin in Schermbeck präsent zu halten.“
Inklusion
Inklusion meint das gelebte Miteinander von Menschen mit und Menschen ohne Behinderung. Der Caritasverband fordert, eine Aussonderung behinderter Menschen zu beenden: „Menschen mit geistigen, seelischen und körperlichen Behinderungen wollen ihr Leben nicht länger in Sondereinrichtungen verbringen“, heißt es auf der Internetseite der Caritas Deutschland.