Hoch zu Ross ins neue Jahr

Die Erler Reiter beleben eine alte Tradition neu – Pferd und Reiter werden am Silvestertag gesegnet

Schermbeck - Hufgetrappel hört man Silvestertag mehr als sonst. Traditionell kommen am 31. Dezember aus der ganzen Umgebung die Reiter mit ihren Pferden nach Mayen-Hausen in der Nähe von Koblenz zusammen und nehmen auf dem Platz vor der alten Schule Aufstellung. Nach einführenden Worten spricht der hiesige Pfarrer ein Gebet für Pferd und Reiter. Danach segnet er jedes einzelne Pferd. Anschließend startet der dreimalige Rundritt um die St. Silvester-Kirche.
 

Von diesem Brauch war der Erler Pfarrer em. Franz Josef Barlage vor vielen Jahren sehr angetan. Er recherchierte damals für sein Buch des Kirchenpatrons St. Silvester, besuchte deshalb die 18 Gemeinden gleichen Namens in der Bundesrepublik und lernte in dem Zusammenhang diese Tradition aus Mayen-Hausen kennen. Silvester I., der auch Namenspatron der Erler Gemeinde ist, ist zugleich auch Patron der Haustiere sowie für eine gute Futterernte und ein gutes Neues Jahr. Warum also nicht den Brauch aus Mayen-Hausen für die Silvester-Gemeinde in Erle übernehmen? Schnell konnte der Pfarrer den Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat begeistern, so dass im Jahr 2006 der erste Silvesterritt in Erle durchgeführt werden konnte.

Gestartet wurde damals auf dem Reiterhof Gröniger. Viele Zuschauer säumten seinerzeit den Weg bis hin zum Ziel der Reiter, nämlich der Silvesterkirche und schauten zu, wie Pfarrer Franz Josef Barlage den Segen erteilte: Den Pferden und den Reitern. „Ich  habe mir gewünscht, dass dieser Ritt zur Tradition wird“, so Pfarrer em. Franz Josef Barlage, der es aber für sinnvoll erachtet, die Veranstaltung immer an einem Wochenende stattfinden zu lassen, denn: „In der Woche sind die Menschen am Silvestermorgen noch mit anderen Dingen beschäftigt oder müssen arbeiten “.

Den Traditionsgedanken nahmen die Organisatoren Georg und Erika Borchers, Doris Gröniger, Pfarrgemeinderat St. Silvester, Ludwig Fundermann und Elisabeth Franke, der Reitstall Erler Heide sowie die Feuerwehr Erle aufgrund der guten Beteiligung in diesem Jahr gerne auf und begannen bereits vor Wochen mit den Vorbereitungen zu einem Silvesterritt 2011. Dieser findet nun am 31. Dezember in Erle statt. Hufgetrappel wird dann auch in Erle zu hören sein. Bisher haben schon 180 Reiterinnen und Reiter ihre Teilnahme angekündigt.
 

Das Fest des Namenspatrons wird am Silvestertag um 11 Uhr mit einem feierlichen Hochamt in der Kirche gefeiert. Die Reiterprozession setzt sich gegen 11.30 Uhr vom Hof Borchers in der Erler Heide aus in Bewegung. Begleitet werden die Reiter von der Musikkapelle Erler Jäger. Bürgermeister Andreas Grotendorst wird die Reiter am Ehrenmal begrüßen. Von dort zieht der Reitertross über die Schermbecker Straße zum Höltingswall, dann auf den Schultenwurt und von dort über den Ridderspaß zurück zur Kirche. Hier erhalten sie von Pfarrer Michael Kenkel den Segen.

„Ich bin sehr froh, dass der Silvesterritt wieder durchgeführt wird“, so Pfarrer Franz Josef Barlage, der erklärt, dass der Ritt um die Kirche die Bedeutung der Verehrung Gottes habe. St. Silvester werde dabei um den Schutz für Pferd, Reiter, Haus, Hof und Pferdesport angerufen. Nicht nur die Reiter selbst, sondern alle Pferdefreunde aus Nah und Fern sind herzlich eingeladen, die Zeremonie mitzufeiern. Und vielleicht wird der Ritt ja auch in Erle zu einem festen Termin im Kalender, so wie er auch aus Mayen-Hausen nicht mehr wegzudenken ist. geg / gk

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