Die Lämmer sind los

Die Familie Rademacher freut sich über reichlich Nachwuchs – Das Lamm Jan wird mit der Flasche aufgezogen

Reken - „Määääähhh“ erklingt es am Haus der Familie Rademacher. Laut, leise, krächzend oder auch fordernd. Wer zu Besuch kommt, der wird mit einem vielstimmigen Konzert begrüßt. Denn derzeit stehen Schafe auf der Wiese vor dem Haus. Aber nicht alle, denn auch Nachwuchs hat sich in den vergangenen Wochen eingestellt, der in separaten Boxen im Stall „wohnt“. Öffnet Maria Rademacher die Tür, wird sie von einem Lämmchen besonders energisch und freudig begrüßt. Ein kleines Schaf, welches einmal ein Bock werden will, erhielt von ihr den Namen Jan. Er muss mit der Flasche aufgezogen werden. „Die Mutter hat nicht genug Milch“, stellte die menschliche Schafmutter nach der Geburt der Drillinge fest, denn sie beobachtet die Gebärenden und ihre Lämmchen immer ganz genau. „Lämmchen, die Milch aus den Zitzen erhalten, wedeln mit den Schwänzchen und schütteln sich hinterher“, erzählt sie und zeigt das auch gleich an einem Beispiel in der Box. Wie bei einem Hund, der sich freut, geht das kleine Schwänzchen hin und her.
 

Der erste Trank der Schafmütter, die Kolostraloder auch Biestmilch genannt, weckt die Lebensgeister der putzigen Kleinen und aktiviert die lebenswichtigen Abwehrkräfte. „Manchmal muss ich das Schaf melken, um dem Lamm die Milch ann zu füttern“, erzählt Maria Rademacher. Vor  etwa zehn Jahren sind die wolligen Tiere zum Hobby für das Ehepaar Rademacher geworden. Mit viel Liebe werden sie von der Familie betreut. Auf der Spüle in der Küche stehen die Babyflaschen parat. „Hygiene und Sauberkeit ist hier genauso wichtig wie bei Babys.“ Die ersten Lämmchen, die mit der Flasche aufgezogen wurden, bekamen von ihr Babynahrung. „Aber das funktionierte nicht“, musste sie feststellen. Jetzt erhalten die Lämmchen Spezialnahrung und trotzdem ist der vierbeinige Jan deutlich kleiner als die Geschwister, aber genauso munter.

Ein Lämmchen mit der Flasche aufziehen, das bedeutet wenig Schlaf. In den ersten Tagen musste Jan alle zwei Stunden gefüttert werden. Das nimmt Maria Rademacher aber gern in Kauf, erzählt sie, während sie den kleinen Jan auf dem Arm beschmust. Das Kleine genießt das sichtlich und kuschelt das winzige Köpfchen immer wieder in die Hand. Setzt sie ihn ab, läuft der kleine Bock wie ein Hündchen hinter ihr her. Übrigens findet Maria Rademacher Lammfleisch wohl lecker, aber keines ihrer Schafe komme in ihre Pfanne, versichert sie. geg

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