100 Jahre Feuerwehr in Erle

Die Erler Feuerwehrleute feierten mit dem ganzen Dorf ihr großes Jubiläum – Spendensammlung für Luca gestartet

Erle - Comedy, Tanz, Musik und festliche Reden – das rundum gelungene dreitägige Festprogramm zum 100. Geburtstag der Feuerwehr Erle begeisterte jeden der zahlreichen Besucher. „Wir wollen heute mit Ihnen schön feiern“, versprachen Augustin Upmann und Heinz Weißenberg zum Auftakt der Feierlichkeiten. Die „Bullemänner“ entfachten mit ihrer neuen musikalischen Verstärkung Svetlana Svoroba im ausverkauften Festzelt einen heißen Flächenbrand der guten Laune. „Wir löschen noch aus Leidenschaft. Die bei der Berufsfeuerwehr sind doch alle Call-Boys, die löschen nur gegen  Geld!“, behaupteten die beiden. Nicht enden wollende Lachsalven erntete das Trio einmal mehr, aber ganz besonders beim genialen Klappstuhl-Blues: „Wat inne Südstaaten der Blues, ist in der Runkel-Taiga dat arme Dier“, erklärten die drei sonnenbebrillten Entertainer und jaulten im Klappstuhl-Rhythmus, der in die Füße ging.
 

Nicht in die Füße, aber wohl in die Arme ging für manchen aktiven Statisten der große Zapfenstreich, für den die Feuerwehrmänner des Löschzuges Erle im Vorfeld Nachhilfe von Brandoberinspektor Kurt („Kuddel“) Schwenzfeier erhalten hatten. Wie eine  Statue standen die Fackelträger, bewegten sich nicht und verzogen kaum eine Miene. „Das ging in die Arme“, so der Gemeindebrandmeister a.D. Alfons Rößmann anschließend, aber die „Qual“ hat sich gelohnt: Ein tolles Bild bot sich den zahlreichen Zaungästen, die sicher noch lange von dieser eindrucksvollen Darbietung reden werden. Beim Festkommers würdigten Bürgermeister Andres Grotendorst, Kreisbrandmeister Johannes Thesing, Bezirksbrandmeister Klaus Mönch und die stellvertretende Landrätin Silke Sommers die Verdienste der ehrenamtlichen Kräfte im Löschzug Erle.

Frühschoppen mit dem Trio des Pianisten Thomas Andras, großer Festumzug mit historischen Fahrzeugen der Feuerwehren von Vreden bis Herne durchs Dorf, das Tortenbuffet der Feuerwehrfrauen und der anschließende ausgelassene Ausklang des Festes im Zelt sorgten für begeisterte Gäste und hinterließen bei den Löschzugführern Helmut Demmer und Arno Rüb ein strahlendes Gesicht „Wir haben wohl alles richtig gemacht“, so das Resümee von Helmut Demmer. „Einer für alle - alle für einen“, dieses Motto - auf einem historischen Feuerwehrwagen zu lesen - kam auch bei diesem Jubiläum zum Tragen.
 

Hilfe für Luca

Bürgermeister Andreas Grotendorst berichtete an allen Feststagen, dass der neunjährige Luca, der vor gut zwei Jahren im Angelteich fast ertrunken wäre, offensichtlich noch in seiner Unterwelt lebe. „Die Ärzte können nicht feststellen, warum er nicht spricht, vermuten ein Trauma bei dem eine Delphintherapie helfen könnte“, so der erste Bürger des Ortes. Das Problem: „Die Therapie kostet rund 13.000 Euro, soviel Geld kann die Familie nicht aufbringen“. Spontan hatte sich der Löschzug bereit erklärt, die Spendendose an den Festtagen kreisen zu lassen und diese wurde auch kräftig gefüllt. „Einer für alle – alle für einen“ eben.
GEG

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