Wie sieht es mit der U3-Betreuung in Gladbeck aus?

Der Ausbau der U3-Betreuung soll vorangetrieben werden – Tagesmütter sind auch in der Stadt Gladbeck eine echte Alternative

Gladbeck - Das Thema Gleichstellung ist – nicht nur in Wahlkampfzeiten – in aller Munde. Frauen sind längst nicht mehr nur Ehefrau und Mutter und Männer die „Familienernährer“. Karriere und finanzielle Selbstständigkeit spielen bei Müttern eine ebenso große Rolle wie bei Vätern der Wunsch, mehr Zeit mit ihren Kindern zu verbringen.
 

Wann aber können beide Eltern Vollzeit berufstätig sein und sich gleichzeitig um ihre kleinen Kinder kümmern, ohne vom schlechten Gewissen geplagt zu werden? Mangelhafte Verfügbarkeit auf dem Arbeitsmarkt sei schlecht für die Karriere, heißt es. Karrierefixierte Rabenmütter will die Gesellschaft aber auch nicht. Das Dilemma um die fehlende Vereinbarkeit von Familie und Beruf setzt vor allem die Mütter unter Druck, sie verdienen meist weniger und werden immer noch vor dem Vater mit der Pflege und Erziehung ihrer Kinder in Verbindung gebracht, so dass sie oft vor die Wahl gestellt werden: Kind oder Karriere? Damit sich die Situation von Müttern, die schnell wieder arbeiten möchten, verbessert, wird auf die längst fällige Ausweitung der Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren (U3) gebaut. Denn der Wiedereinstieg in den Beruf ist für viele Mütter nicht nur finanzielle Bedingung, sondern auch ausschlaggebend für den weiteren Karriereweg. Gute und vor allem flexible Betreuungsangebote sind dann gefragt. Daher hat die Bundesregierung einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für unter Dreijährige beschlossen. Ganze 35 Prozent der U3-Kinder sollen 2013 einen Platz erhalten. Erfüllen müssen diese Vorgabe letztlich die Länder und Kommunen und hier steht NRW mit einer Betreuungsquote von 15,9 Prozent ganz unten auf der Rangliste. Gladbeck sieht sich hier klar als Familienstadt. 2010 bekam die Stadt das Zertifikat „Familiengerechte Kommune“ von der NRW-Landesregierung ausgestellt. Mit dem Projekt „Kinder im Blick“ setzt die Stadt seit 2007 ein Zeichen. Hierbei werden die neuen Gladbecker Bürgerinnen und Bürger mit einem kleinen Geschenk willkommen geheißen. Doch damit nicht genug. Auch wenn die Kinder weiter heranwachsen, hat die Stadt Gladbeck „ein Auge auf sie“.

Die Aktion „Gesund aufwachsen in Gladbeck“, die vom Kreisgesundheitsamt und der Stadt ins Leben gerufen wurde und Vorsorge, Beratung und Unterstützung für Kinder und ihre Eltern bietet ist nur ein Beispiel dafür. Familien sollen sich wohlfühlen in Gladbeck und daher setzt die Stadt auf ein breites Betreuungskonzept. LebensArt hat bei der Stadt nachgefragt, wie es derzeit um die U3-Betreuung steht und wie sich diese in Zukunft gestalten soll.


LebensArt:

Wie viele unter Dreijährige werden in den Gladbecker Kindergärten und -tageseinrichtungen betreut?

Stadt Gladbeck:
„Um zukünftig eine insgesamt 35-prozentige Betreuung der unter Dreijährigen sicherzustellen, sind im Rahmen des Ausbauprogramms U-3 insgesamt 576 zusätzliche Plätze erforderlich, davon 403 in Kindertageseinrichtungen und 173 in der Tagespflege. Mit Beginn des neuen Kindergartenjahres am 1. August 2012 stehen 286 Plätze für Zweijährige in Kindertageseinrichtungen zur Verfügung, dies entspricht einer Versorgungsquote von 47,7 Prozent für diese Altersgruppe. Deutlich geringer ist die Versorgungsquote für noch jüngere Kinder, für Einjährige wird eine Quote von 7,3 Prozent erreicht, für Kinder im ersten Lebensjahr stehen nur ganz wenige Plätze zur Verfügung. Wegen des Elterngeldes werden sie allerdings auch kaum nachgefragt.“

LebensArt:
Wie viele Kitas bieten in Gladbeck die U3-Betreuung an?

Stadt Gladbeck:
„In Gladbeck gibt es insgesamt 38 Kindertageseinrichtungen, nahezu alle bieten auch eine Betreuung für unter Dreijährige an; wo dies nicht geschieht, liegen besonders begründete Ausnahmefälle vor.“

LebensArt:
Wie viele Tagesmütter/-väter sind in Gladbeck aktiv und wie viele Kinder (U3) betreuen sie?

Stadt Gladbeck:
„Zur Zeit sind in Gladbeck 80 Tagespflegepersonen aktiv; sie betreuen aktuell 105 Kinder. Die Nachfrage ist steigend.“

LebensArt:
Welche hilfsangebote gibt es seitens der Stadt, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern?

Stadt Gladbeck:
„Das Familienbüro vermittelt Tagespflegeplätze; besonderer Wert wird dabei auf die Passgenauigkeit gelegt. Eltern und Tagespflegepersonen sollten im Interesse der Kinder gut kooperieren können. Gleichzeitig wird auf Wunsch eine sogenannte Betreuungsberatung angeboten. Dies hilft, den Wunsch nach Vereinbarkeit von Familie und Beruf individuell zu konkretisieren. Hierbei werden die Interessen aller Beteiligten, besonders auch der Kinder, angemessen und ausgewogen berücksichtigt.“ js/gk

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