Schermbeck - Wir sind auf einem guten und richtigen Weg – dieses Fazit konnte Gudrun Gerwien nach dem Besuch auf der Halbinsel Lungi in Sierra Leone ziehen. Gemeinsam mit Dieter Schmitt und Johannes Nover fuhr sie im September in das von der Schermbecker Gruppe „GAGU-Zwergenhilfe“ aufgebaute Kinderheim „Home of hope“, das sie in einem erstaunlich guten Zustand vorfanden. „Es ist toll zu sehen, dass die Mitarbeiter des Heims sich so gut um die Kinder und das Haus kümmern.“
Nach der Eröffnung des Kinderheims im Januar ist dort mittlerweile der Alltag eingekehrt. Projektleiter Lamin Bangura und seine neue Frau Nancy haben den Tageablauf der Kinder gut strukturiert. „Nancy ist zwar noch sehr jung, aber wir konnten uns davon überzeugen, dass sie der gute Geist im Waisenhaus ist. Sie versprüht eine Freundlichkeit, die auf die Kinder abfärbt“, erzählt Gudrun Gerwien. 15 Jungen und Mädchen im Alter zwischen sechs und 15 Jahren wohnen derzeit im „Home of hope“. Nach dem Aufstehen helfen die Kinder bei der Zubereitung des Frühstücks und erledigen ihre ersten kleinen Pflichten, wie Tiere füttern und diverse Aufgaben rund um das Haus. Nach dem Frühstück wird die Schuluniform angezogen, und es geht auf in Richtung Schule. Der alte Kombi, mit dem die Kinder transportiert werden, ist jedoch in einem miserablen Zustand und Gudrun Gerwien und Dieter Schmitt sind besorgt darüber, was passieren wird, wenn er komplett auseinanderfällt.
Mittags werden die Schulkinder wieder abgeholt, essen zu Mittag und können spielen. Erst nach 20 Uhr beginnt dann die so genannte „Studytime“, die erfreulicherweise von allen Kindern ohne Murren eingehalten wird. Es gilt Hausaufgaben zu erledigen und das Erlernte zu vertiefen. „Es ist erstaunlich zu sehen, wie konzentriert die Schüler sind. Das ist hier bei uns anders“, sagt Gudrun Gerwien mit einem Schmunzeln, „die Abende sind mit Lernen ausgefüllt, schließlich hat hier niemand ein Handy, Computer oder Fernsehen.“
Was noch Sorgen bereitet, ist der Brunnen für Trinkwasser, es fehlen nur noch ein paar Meter, aber es ist kein Gerät da, um weiter zu bohren. Und noch etwas trübt das friedliche Zusammenleben im „Home of hope“. Die bevorstehenden Wahlen im Land könnten für Unruhen sorgen. Daher hat das Heim nun die Auflage erhalten, eine Mauer mit Stacheldraht um das gesamte Gebäude zu ziehen. „Es sieht nicht schön aus, aber es ist sicherer“, sagt Dieter Schmitt. Außerdem gab es die Ansage, den Schlafbereich zwischen Jungen und Mädchen durch eine Wand zu trennen.
Anfang 2013 wird erneut ein Container von hier auf die Reise nach Sierra Leone gehen. Gebraucht werden vor allem Fahrräder, Wäsche, Spielzeug und Schreibmaterialien, denn daran scheitert dort oft das Lernen in der Schule. Wer etwas spenden möchte, kann Kontakt zu den GAGUs aufnehmen: Familie Gerwien, Telefon (02853) 912435 oder Familie Schmitt, Telefon (02853) 4782. Die Spenden werden gerne abgeholt. Wer eine finanzielle Unterstützung geben möchte, kann unter Angabe des Stichwortes „Kinderheim“ einen Geldbetrag auf das Konto 777 777 900 bei der Volksbank Schermbeck (BLZ 400 693 63) oder auf das Konto 254 854 bei der Verbands-Sparkasse Wesel (BLZ 356 500 00) überweisen. GJ