Kirchhellen - We sind nech stolt in Groafenwold,/ Nech stolt op olle Saken,/ Män op den Wold do sind we stolt,/ Do könnt jit nicks dran maken. Wer hier nur Bahnhof versteht, der steht heutzutage nicht mehr allein dar. Selbst gebürtige Grafenwälder kennen das Plattdeutsche nur noch vage aus Kinderzeiten, als die Großeltern noch Platt „kürten“. Was werden dann erst die 10- bis 15-Jährigen sagen, wenn man ihnen mit „Nech stolt op olle Saken“ kommt? Die Auseinandersetzung mit heimischem Liedgut gehört ja nicht gerade zur gängigen Freizeitbeschäftigung der heutigen Jugend.
Das Wöllerlied ist für die Grafenwälder aber das Heimatlied schlechthin. Deshalb wird seit jeher Wert darauf gelegt, dass die Jugend es nicht nur singen kann, sondern sich gleichzeitig mit der Geschichte ihres Heimatortes und somit auch ihrer eigenen Geschichte auseinandersetzt.
Da liegt es doch nahe, das Wöllerlied endlich für die Ewigkeit aufzunehmen. Die Idee, eine Wöllerlied-CD zu produzieren, hatte der Arbeitskreis Grafenwald im Orts- und Heimatverein Kirchhellen. „Die Sparkasse Bottrop hat uns finanziell unterstützt, damit wir das Tonstudio und die Pressung bezahlen können“, freut sich Willi Stennmans vom Arbeitskreis. Der Aufwand hat sich allemal gelohnt. Denn nicht nur das Wöllerlied kann man ab sofort im Auto oder unter der Dusche hören, sondern auch die Musikgruppen aus Grafenwald. Ob Blaskapelle, Flötenchor der Grundschule, Kirchenchor, Effata-Chor oder Männerchor – alle Grafenwälder Musikgruppen präsentieren ihre ganz eigene, zeitgenössische Interpretation des Wöllerliedes. Abgerundet wird die CD mit Textbeiträgen zur Grafenwälder Geschichte und den Chören. Und für alle des Plattdeutschen Unkundigen gibt es eine Übersetzung ins Hochdeutsche. Glück gehabt! js
Die Wöller-CD ist ab sofort über die Musikgruppen oder bei der Sparkasse in Grafenwald und Kirchhellen für 10 Euro zu erwerben. Aus dem Verkauf werden 2 Euro pro CD an das Hospiz in Bottrop gespendet.