Die Geschichte der Heimat lebendig halten

Der Verein für Orts- und Heimatkunde wird 100 Jahre alt – Es hat sich viel getan in den vergangenen Jahrzehnten

Kirchhellen - Die Gründung des Vereins für Orts- und Heimatkunde Kirchhellen liegt in diesem Jahr 100 Jahre zurück. Es war am Abend des 17. Dezembers 1913, als die 23 Gründungsmitglieder auf Veranlassung von Dr. Richard Brügger in der Gaststätte Allekotte diesen Verein ins Lebens riefen. Brügger, Amtmann von Kirchhellen, saß dem Verein bis zu seinem Tode im Jahre 1921 vor.
 

Seither ist viel geschehen. Der Verein hat zwei Weltkriege überstanden, die das Vereinsleben zwischenzeitlich zum Erliegen brachten. Bis 1950 überschritten die Mitgliederzahlen nie die 100er-Marke. Heute aber gibt es rund 650 Mitglieder im Heimatverein. Es gibt viel, das dem Engagement der Vorsitzenden und dem aktiver Mitglieder zu verdanken ist. Die Vorschläge für die Benennung von Straßen und Wegen nach historischen Namen in der Nachkriegszeit wäre ein Beispiel. Auch Stammbäume von Kirchhellener Familien wurden in den vergangenen Jahrzehnten erstellt. Eine Arbeit, die Paul Schnieder als damaliger Vorsitzender in den 1980-er Jahren begonnen hat. Peter Pawliczek, der seit 1996 dem Verein für Orts- und Heimatkunde vorsteht, hat dafür gesorgt, dass regelmäßig Veranstaltungen – auch in Kooperation mit anderen Gruppen und Vereinen – stattfinden. Von der Dichterlesung über die historische Wanderung bis hin zur Förderung des Plattdeutschen – die alljährlichen Termine sind längst zur Tradition geworden.

Festakt zum 100-jährigen Jubiläum

Um das 100-jährige Bestehen des Heimatvereins gebührend zu feiern, wird es am 24. Mai einen Festakt im Brauhaus geben. „Die Vorbereitungen laufen, die Einladungen werden demnächst verschickt“, berichtet Peter Pawliczek.

Die Schriftenreihe des Heimatvereins

Neben der Vertiefung des Heimatgedankens ist die Erforschung der Heimatgeschichte das wichtigste Ziel der Vereinsarbeit. So hat der Verein in den vergangenen Jahrzehnten nicht nur zahlreiche Fotos, Dokumente und Urkunden gesammelt, zugeordnet und archiviert, sondern mit der 43-bändigen Schriftenreihe einen entscheidenden Beitrag dafür geleistet, dass Kirchhellener Geschichte für die nachfolgenden Generationen schriftlich erhalten bleibt. Von unschätzbaren Wert sind die vielen Aufzeichnungen, Gedichte und Redensarten auf Plattdeutsch – Sprachgut, das sonst mit der älteren Generation zu verschwinden droht. Ebenso werden in der Schriftenreihe besondere Familiengeschichten thematisiert wie auch Themen rund um Kunst, Kultur, Natur und Landwirtschaft. Woher kommen bestimmte Straßennamen? Was bedeuten die Hausinschriften? Welche Familiennamen gibt es häufig und warum? Auch für die vielen Neubürger in Kirchhellen ist der ein oder andere Band sicherlich interessant, um etwas über die Geschichte der neuen Heimat zu erfahren. Die komplette Liste der 43 Bände, von denen alle Schriften noch erhältlich sind, gibt es beim Verein. Der Preis variiert je nach Band zwischen 5 und 15 Euro. js

Nach wie vor sucht der Heimatverein historische Dokumente und Fotos aus Kirchhellen. Wer weiterhelfen möchte, kann sich mit Peter Pawliczek unter (02045) 2215 in Verbindung setzen.

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