Kirchhellen - „Wir wollen, dass Eltern weiterhin die Wahl haben“, sagt Melanie Schmitz, Vorsitzende der Schulpflegschaft der Matthias-Claudius-Schule. An der Gartenstraße in Kirchhellen-Mitte finden Eltern heute zwei städtische Grundschulen: die Matthias- Claudius-Schule als Gemeinschaftsgrundschule und die katholische Johannesschule. Doch auch vor Kirchhellen macht der demografische Wandel nicht halt. Veränderungen in der Schullandschaft sind daher auch hier notwendig.
Bisher sahen die Entwürfe zum Schulentwicklungsplan für den Standort Gartenstraße den Wegfall einer dieser beiden Schularten vor. „Das kann nicht das Ziel sein“, sagt Stephanie Thiel, Vertreterin der Johannesschule. Sie hat selbst als Schülerin die Johannesschule besucht. Heute lernen ihre Kinder hier das Lesen, Schreiben und Rechnen. Auch deswegen setzt sie sich besonders für die Schule ein. „Meine Kinder wird die Umstrukturierung wohl nicht mehr betreffen, aber mir liegt die Schule einfach am Herzen“, unterstreicht Stephanie Thiel.
Daher haben sich die Vertreter der Schulpflegschaften beider Grundschulen Ende Januar zusammengesetzt und einen gemeinsamen Vorschlag erarbeitet. „Beide Schulen erfahren bei den Eltern eine hohe Akzeptanz. Und selbst die Autoren des Schulentwicklungsplans für Bottrop gehen davon aus, dass auch in Zukunft zwei bis drei Eingangsklassen an der Gartenstraße gebildet werden könnten“, stellen die Elternvertreter fest. „Das Schulgesetz bietet die Möglichkeit, einen Grundschulverbund zu bilden, in dem beide Schularten erhalten bleiben können.“ Konkret heißt das, dass man eine Schule bildet, die einen katholischen und einen nicht-konfessionellen, also einen Gemeinschaftsgrundschulzweig im Angebot hat. So könnten Eltern auch weiterhin die für sie passende Schulart wählen.
Im Februar stimmten die Vertreter der Elternpflegschaften beider Schulen dann im Rahmen einer gemeinsamen Sitzung über diesen Vorschlag ab. Das Votum war eindeutig: Die anwesenden Elternvertreter sprachen sich einstimmig dafür aus, einen Grundschulverbund am Standort Gartenstraße zu bilden. Ebenfalls anwesend waren Vertreter der Stadt Bottrop. Welche rechtlichen Wege nötig sind, um beide Angebote – katholischen Zweig und Gemeinschaftsgrundschulzweig – zu sichern, dazu soll die Verwaltung nun schnellstmöglich einen Vorschlag machen. „Wir sind froh, dass es uns als Eltern gelungen ist, der Verwaltung einen gemeinsamen Vorschlag zu machen“, sind sich die Elternvertreter einig. „So bleibt die Vielfalt an der Gartenstraße erhalten und Eltern können auch in Zukunft die für sie passende Wahl treffen.“
Fest steht schon jetzt, die neue Schule soll natürlich nur einen Rektor haben. Wer das sein wird, muss geklärt werden. Das ist allerdings Aufgabe des Landes. Ebenso soll es ein gemeinsames Lehrerzimmer geben. Der Schulhof wird ja schon gemeinschaftlich genutzt. „Die Schule wird außerdem einen neuen Namen bekommen“, sagt Melanie Schmitz. Wieviele konfessionelle Klassenzüge es geben soll, auch das steht noch nicht fest. „Wir denken, dass man dies von den Anmeldezahlen abhängig machen muss“, sind sich die Elternvertreter einig. Genau wie nun an der Johannesschule soll es in den konfessionellen Klassen katholischen Religionsunterricht geben und der katholische Glaube auch darüber hinaus im Unterricht vermittelt werden.
Vorschläge gibt es auch schon in Bezug auf den Standort Feldhausen. Sollte der Grundschulverbund an der Gartenstraße zum Tragen kommen, dann könnte die Grundschule in Feldhausen zum Teilstandort der Gregorschule werden. Aufgeben möchte man die Feldhausener Grundschule keinesfalls, denn der Schulweg für die Kinder aus Feldhausen ins Dorf wäre nicht nur sehr weit, sondern auch eigenständig kaum machbar. Kurze Beine, kurze Wege lautet das Motto, das auch künftig greifen soll. Am 7. Mai wird dem Rat der Stadt Bottrop das Konzept zum Beschluss vorgelegt. Vorab wird dieses noch die verschiedenen Gremien, angefangen vom Schulausschuss bis hin zur Bezirksvertretung, durchlaufen. gk