Fällt NuRock 2013 aus?

Eigentlich alles klar, aber nun führt der drohender Verlust der Gemeinnützigkeit zur Absage des Rock-Festivals – Jetzt schaltet sich die Werbegemeinschaft ein

Kirchhellen - Eigentlich war alles klar. Das Programm stand, die Vorfreude war groß. Jetzt steht die Enttäuschung allen Beteiligten ins Gesicht geschrieben. In diesem Jahr wird es kein NuRock-Festival auf dem Hof des Jugend-Klosters geben.

Wie in den Jahren zuvor auch wollte der Verein gemeinsam mit dem Projektleiter Marco Willer und seiner Firma eventsys sowie vielen ehrenamtlichen Helfern in die konkrete Vorbereitung starten. Die ersten Bands hatten schon ihre Bewerbungen zum Mitmachen eingereicht. Viele Jugendliche fragten bereits nach dem Termin und dem Start des Vorverkaufs Die Sparkasse als jahrelanger und zuverlässiger Unterstützer war bereit, die Durchführung finanziell zu ermöglichen. Obwohl das Festival NuRock – vom Verein auch so gewollt – nie finanziellen Gewinn generiert hat, sondern bestenfalls kostendeckend war, ist ein Festival in der bis jetzt durchgeführten Weise formalrechtlich eine wirtschaftliche Unternehmung, weil zum Beispiel Eintrittsgelder kassiert oder Würstchen und Getränke verkauft werden. Nachdem das Finanzamt dies offensichtlich in der Vergangenheit geduldet hat, wie bei vielen anderen Vereinen auch, schließt das Finanzamt aber jetzt – mit Ansage – genau diese steuerrechtliche Lücke, welche bei Weiterführung des Projektes im bisherigen Stil dem Verein die überlebenswichtige Gemeinnützigkeit kosten würde. Das Finanzamt argumentiert, dem bestehenden Recht folgend, dass der Verein Spenden satzungsgemäß und steuerrechtlich nur zu Zwecken der Jugendförderung einsetzen darf. Eine wirtschaftliche Unternehmung, und so stuft das Finanzamt mittlerweile das Festival NuRock ein, unter Nutzung von Spendengeldern ist dabei steuerrechtlich ausgeschlossen.

„Den Verlust der Gemeinnützigkeit können und wollen wir als Verein, der sich im wesentlichen aus Spenden finanziert, nicht riskieren“, begründet der Vorsitzende des Vereins, Dr. Andreas Hautkappe, diese schwerwiegende Entscheidung. Bis zuletzt hatte man noch versucht, durch die Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern, steuerrechtlich auf die „sichere Seite“ zu kommen, aber letztlich standen alle bereitwilligen und möglichen Kooperationspartner vor dem selben Problem. „Offensichtlich wird ehrenamtliche Tätigkeit und bürgerschaftliches Engagement – auch wenn eindeutig belegt werden kann, dass hier keine wirtschaftlichen Aspekte verfolgt werden– durch das formal korrekte Vorgehen der Finanzbehörden massiv erschwert! Leider scheint es hier keinen Ermessensspielraum zu geben“, macht Dr. Hautkappe stellvertretend für alle Beteiligten aus seiner Enttäuschung keinen Hehl. Nun versucht die Werbegemeinschaft gemeinsam mit der Sparkasse Bottrop zu retten, was noch zu retten ist. Sie führt bereits erste Gespräche und möchte eine Lösung herbeiführen, dass das Konzert trotzdem starten kann. Da heißt es also Daumen drücken, damit am Kloster wieder gerockt wird. gk

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