Gladbeck - Aufgeräumt und modern, mit Möglichkeiten zur Erholung und grünen Ecken zum Erfreuen, kindgerecht und barrierefrei – so will sich Gladbecks Innenstadt in Zukunft präsentieren. Und diese Pläne sollen schon 2014 in die Tat umgesetzt werden. Dann beginnt der Umbau der Fußgängerzone an der Hochstraße im Rahmen des Integrierten Handlungskonzeptes für eine familienfreundliche Stadtmitte. Ein Prozess, in den die Stadt die Bürger und Einzelhändler aktiv einbindet.
Denn sowohl Anwohner als auch Unternehmer, aber auch die Gladbecker selbst können ihre Ideen, Wünsche und Anregungen zur Entwicklung der Innenstadt einbringen. Diese Möglichkeit nutzen bereits viele Gladbecker. Zum zweiten Mal lud das Stadtteilbüro Stadtmitte zur Stadtkonferenz in das Fritz-Lange-Haus ein. Hier diskutierten die Mitarbeiter des Stadtteilbüros mit den Bürgern und Einzelhändlern. „Wir freuen uns, dass so viele mitwirken und das Projekt begleiten“, sagt Quatiersmanagerin Anja Boddenberg. Dabei treffen natürlich ganz unterschiedliche Meinungen aufeinander.
Zum Beispiel beim Thema Pflastersteine: Die zur Auswahl stehenden Steine konnten beim Stadtpicknick begutachtet werden. „Es ging dabei vor allem um die Beschaffenheit der Steine”, sagt Anja Boddenberg. Die Meinungen der Bürger zu diesem Thema werden an die Fachverwaltung weitergeleitet, die schließlich ihre Empfehlung an den Innenstadtausschuss gibt. „Natürlich werden wir nicht alle Wünsche berücksichtigen können“, sagt Quartiersmanagerin Barbara Zillgen. Nach dem Motto „Viele Köpfe, viele Meinungen“ laufen die Ideen zur Umgestaltung der Innenstadt manches Mal sehr konträr. Die einen wünschen sich mehr Bäume, die anderen weniger, die einen Blumen, die anderen Spielmöglichkeiten. „Letztendlich wird die Politik entscheiden, aber es ist wichtig, dass die Bürger den Politikern ihre Vorstellungen bei der Entscheidung mit auf den Weg geben.“
Das Interesse an der Mitgestaltung ist jedenfalls groß, das zeigte die Resonanz bei der Beteiligungswoche Mitte Juni 2013 und auch bei der zweiten Stadtkonferenz. Im Vorfeld wurde die gesamte Baumaßnahme außerdem mit der Gladbecker Kaufmannschaft besprochen und abgestimmt. „Auch hier gab und gibt es natürlich Bedenken“, sagt Barbara Zillgen. Wer möchte schon gerne eine Baustelle vor seinem Geschäft haben. „Ich denke, dass wir die Sorge der Kaufleute bei unseren Info-Abenden etwas mildern konnten“, sagt Anja Boddenberg. So soll zum Beispiel immer nur an einer Straßenseite gearbeitet werden. „Dadurch wird gewährleistet, dass die Geschäfte unserer Innenstadt jederzeit für Kunden und Lieferanten erreichbar sind“, meint Bürgermeister Ulrich Roland, der sich für das Innenstadtprojekt stark macht.
Umbau der Innenstadt beginnt im April 2014
Im April 2014 sollen die Bagger anrollen und mit der Neugestaltung der Fußgängerzone auf der Hochstraße beginnen. Der Umbau der Innenstadt wird in drei Bauabschnitten vollzogen und voraussichtlich im Oktober 2016 abgeschlossen sein. Die Stadtverwaltung setzt dabei auf ein umfassendes Baukonzept. Dadurch sollen Beeinträchtigungen, die bei einer Baumaßnahme dieser Größenordnung nicht zu vermeiden sind, so gering wie möglich gehalten werden. Beginnen werden die Arbeiten auf der Hochstraße. Im ersten Abschnitt wird zwischen Europaplatz und Rathausplatz gearbeitet. Die Bauphase soll rund sieben Monate betragen. „Wir haben diesen Termin bewusst gewählt, damit wir vor dem Beginn der kalten Jahreszeit und vor dem für unsere Einzelhändler so wichtigen Weihnachtsgeschäft in diesem Bereich fertig sind“, erklärt Bürgermeister Ulrich Roland.
Sobald die Bauarbeiten in Richtung Rathausplatz abgeschlossen sind, startet 2015 der zweite Bauabschnitt. Dieser beinhaltet den Bereich der Hochstraße zwischen Europaplatz und Oberhof. Hier soll die Bauzeit ebenfalls – stark abhängig vom Wetter – rund sieben Monate betragen. In dieser Zeit werden auch Nebenstraßen wie die Goethestraße saniert. Zum Abschluss soll bis Oktober 2016 die Horster Straße zwischen Europa- und Marktplatz fertiggestellt werden. Erst danach wird beispielsweise der Goetheplatz in den Blick genommen. „Wir freuen uns sehr, dass eines der größten und zugleich bedeutendsten Projekte der letzten Jahrzehnte in Sachen Stadtentwicklung in Gladbeck bald an den Start geht“, sagt Bürgermeister Ulrich Roland. gk