Gladbeck - „Wenn ich heute sehe, was aus der damaligen Idee, eine Appeltatenmajestät für Gladbeck zu suchen und zu finden, geworden ist, dann bin ich mehr als glücklich“, sagt Ulrike Rodewald. Sie selbst hat im Jahr 1989 den Anstoß dazu gegeben, dem damaligen Stadtfest im Zeichen des Apfels mit einer dazugehörigen Appeltatenmajestät ein neues Image zu geben.
Und wer Ulrike Rodewald kennt der weiß, bei ihr heißt gesagt auch getan. Über die Zeitung startete sie damals den Aufruf. Hier sollten sich Gladbeckerinnen mit ihrem leckersten Apfelkuchenrezept bewerben. Über mehrere Wochen wurden die fleißigen Hobby-Bäckerinnen vorgestellt, ihre Rezepte zum nachbacken abgedruckt und die Apfelkuchen letztlich zur Leserwahl gestellt. Mit dabei auch Gudrun Dreischer. „Ich habe immer sehr viel gebacken, weil mein Mann ein leidenschaftlicher Kuchenesser war und wenn, dann musste es Apfelkuchen sein.“ So reichte Gudrun Dreischer ihr Rezept ein und ahnte nicht, dass sie damit die erste Appeltatenmajestät Gladbecks werden würde. „Ich erinnere mich noch genau, dass Freunde von uns am Freitag noch Späße darüber gemacht haben und am Samstag um 14 Uhr unser Telefon schellte, da hieß es dann, dass meine Torte gewonnen habe.“ Mit einer festlich geschmückten Kutsche wurde Gudrun Dreischer von zu Hause abgeholt und wurde in der Innenstadt zur Appeltatenmajestät gekrönt. Eine Tradition die bis heute so fortgesetzt wird. Ebenso bekommen alle Majestäten eine Majestätenkette. Das handgefertigte Stück aus 585er Gelbgold fasst einen lupenreinen Diamanten und wird bereits zum 25. Mal von Optik Rodewald gestiftet. „Peter Weis, der nun Geschäftsführer ist, wird diese Tradition auch weiter fortsetzen“, sagt Ulrike Rodewald. Und so darf sich auch die Appeltatenmajestät 2013 über die besondere Ehrung freuen.
„Das ist wirklich ein besonderer Moment“, bestätigt Kerstin Wohlfahrt. Sie setzte sich im vergangenen Jahr bei der Olympiade durch. Verschiedene Disziplinen haben die Anwärterinnen dabei zu meistern. „Die Olympiade haben wir im fünften Jahr eingeführt, um den Gladbeckern die Möglichkeit zu bieten, mitzufiebern und dabei zu sein, wenn die Appeltatenmajestät ermittelt wird“, sagt Ulrike Rodewald. Jahr für Jahr treten daher nun die Gladbecker Anwärterinnen hier gegeneinander an. „Das Starterfeld ist dabei immer ganz bunt gemischt und genau das ist das Tolle daran. Ob jung ob alt, alle können mitmachen und Appeltatenmajestät werden.“ Für Kerstin Wohlfahrt ist mit dem Titel auch ein kleiner Traum in Erfüllung gegangen. „Ich habe immer schon zu Freunden gesagt: Irgendwann mache ich da mit.“ Als sie sich 2012 anmeldete, hatte sie natürlich nicht damit gerechnet, direkt als Siegerin aus dem Wettkampf hervorzugehen. „Ich habe mich gar nicht darauf vorbereitet und ich glaube, das ist auch das Beste. Die Sache soll ja Spaß machen.“ Und Spaß, den hatte Kerstin Wohlfart in jedem Fall. „Ich habe das Jahr wirklich genossen und bin auch ein wenig traurig, dass die Zeit schon wieder vorbei ist.“ Zepter und Krone reicht sie nun an die 25. Majestät weiter, aber ihr ist auch klar, dass sie weiterhin die Appeltatenmajestäten aktiv unterstützen wird. Zum Bespiel beim alljährlichen Apfelwaffelbacken. Auch das hat mittlerweile Tradition. „Wir sind einfach eine schöne Gemeinschaft“, sagt Gudrun Dreischer. Und diese Gemeinschaft hat sich noch etwas besonderes für das 25. Jubiläum ausgedacht. So haben die Majestäten ihrer Kreativität freien Lauf gelassen und für den Tausendfüßer stilechte Apfelfüße gebastelt.
Apfelparadies auf dem Goetheplatz
Ganz im Zeichen des Apfels präsentiert sich in diesem Jahr auch der Goetheplatz in Gladbeck-Mitte. Am Appeltatensonntag steht bei rund 15 Info- und Verkaufsständen garantiert der Apfel im Mittelpunkt des Geschehens. Ob Äpfel pur, tolle Apfelkuchenvariationen, Apfelweine und Apfelliköre, Apfelpfannkuchen oder Apfelgerichte aus dem Thermomix – im „Apfelparadies“ auf dem Goetheplatz zeigen sich die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten dieses beliebten Kernobstes. An weiteren Ständen wird das Apfel-Thema ausschließlich kreativ bearbeitet. Kunsthandwerker stellen auf dem Themenmarkt eine Auswahl an Patchwork-Objekten, bedruckten Stoffen, Handarbeiten, Deko-, Schmuck- und Filzartikeln vor. Selbstverständlich hat sich auch die Jugendkunstschule angemeldet. In entspannter Atmosphäre können sich Eltern und Kinder über das neue Semesterangebot informieren und sich direkt an Ort und Stelle zu einem der beliebten Kurse oder Workshops anmelden. Unter fachlicher Anleitung sind die jüngeren Gäste hier eingeladen, auch selbst Hand anzulegen und ihre Kunstfertigkeiten auszuprobieren. Dabei spielt natürlich wieder einmal der Apfel eine großes Rolle. Weitere Informationen und Anregungen rund um den Apfel gibt es garantiert an dem Stand mit der mobilen Apfelpresse. Der Weg vom Apfel in die Flasche wird an dieser Stelle eindrucksvoll demonstriert. Natürlich kann man die „Vitamine zum Trinken“ in ausreichender Flaschenabfüllung auch käuflich erwerben. Der Besuch des Goetheplatzes ist also ganz bestimmt ein informatives und vor allem genussreiches Angebot im Rahmen des Appeltatenfestes 2013.
Wochenmarkt der besonderen Art lockt am Samstag
Unter dem Motto „Rund um den Apfel“ plant die Stadt Gladbeck außerdem gemeinsam mit den Händlern zum 25. Appeltatenfest am Samstag, 31. August, einen Wochenmarkt der besonderen Art. Alle Gladbeckerinnen und Gladbecker erhalten die Gelegenheit, auf dem Marktplatz ihre eigenen, nur selbst erzeugten oder angepflanzten Produkte wie Obst, Gemüse, Gewürze, Blumen, Honig oder Marmeladen zu verkaufen. Dafür stellt die Stadt Gladbeck allen Hobbygärtnern zwölf Meter Angebotsfläche von 8 bis 13 Uhr kostenlos zur Verfügung. Auch die Wochenmarkthändler beteiligen sich an der Aktion und werden passend zum Thema „Apfel“ kulinarische Kleinigkeiten und vieles mehr ihren Kunden auf dem Markt präsentieren.
„Appeltaten“ backen
Das „siegreiche“ Rezept von Gudrun Dreischer „Apfeltorte mit Weincreme“ soll nun zum Jubiläumsfest seine Renaissance erleben. Deshalb rufen die Organisatoren des Appeltatenfestes 2013 alle Gladbecker Konditoren und Café-Betreiber auf, das Rezept nachzubacken und am Appeltatensonntag, 1. September, in ihr Warenangebot aufzunehmen. Und natürlich dürfen auch Sie eifrig nachbacken.
Besucher aus Nah und Fern erwartet also einiges bei der Krönung der 25. Appeltatenmajestät und hungrig muss gewiss niemand nach Hause gehen. gk
Rezept:
500 bis 750 g Äpfel schälen, vierteln, entkernen, in Scheiben schneiden, in ¼ l Weißwein und 70 g Zucker dünsten und abtropfen lassen.
Für die Creme ½ l Wasser, 4 Eigelb, 125 g Zucker, Schale von einer ½ Zitrone, 30 g Stärke und 1/8 l Wein im großen Topf unter ständigem schlagen, nur wenige Sekunden kochen lassen.
Einen 2 bis 3 cm dicken Biskuitboden mit den Äpfeln belegen. Die etwas abgekühlte Creme darübergeben. 3/8 l Sahne mit 1 Tl Zucker sowie 1 Päckchen Vanillezucker steifschlagen und über die Torte geben. Eventuell mit Mandeln verzieren.