Gladbeck - Ein Leben ohne Computer ist für viele Menschen heute kaum noch vorstellbar. Dennoch fällt es nicht immer leicht, sich in der komplexen Welt der Bits und Bytes zurechtzufinden. Gerade für Senioren stellt sich der Umgang mit dem PC oftmals als Herausforderung dar. In Gladbeck finden Menschen über 50, die Probleme mit dem Computer oder Laptop haben, Hilfe im Senioren-Internet-Café „Intern@tto“ Zwölf Betreuer stehen dort bereit, um alle Fragen rund um neue Medien zu beantworten.
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„Unser Ziel ist es seit jeher, mehr Senioren an den Computer zu bringen“, erklärt Betreuer Hans-Jürgen Schütz. „Die Hemmschwelle, sich mit dem PC zu beschäftigen oder Familienmitglieder um Hilfe zu bitten, ist oftmals sehr groß.“ Nicht selten sind Kinder oder Enkel, die mit den neuen Technologien des digitalen Zeitalters aufgewachsen, ungeduldig und zeigen wenig Verständnis für den Lernbedarf der Senioren. Das eine oder andere Mal ernten sie für ihre Fragen sogar herablassende Kommentare. Im Gladbecker Senioren-Internet-Café muss das niemand befürchten. „Es gibt keine dummen Fragen“, sagt Volker Loges, ebenfalls Betreuer im Intern@tto. „Wir helfen immer gerne weiter – egal, um welches Problem es geht. Hier ist man quasi unter sich.“
Im Senioren-Internet-Café werden Menschen ab 50 bei Computer-Problemen unterstützt. Ob sie eine ausführliche Einführung benötigen oder ganz spezifische Schwierigkeiten haben, spielt keine Rolle. „Manche Besucher wollen Ordnung auf dem PC schaffen und Daten sichern, andere möchten gerne eine E-Mail-Adresse einrichten oder über Skype kommunizieren“, führt Schütz aus. „Viele haben Verwandte im Ausland und möchten auf diese Weise Kontakt halten.“ Zurzeit informieren sich zahlreiche Senioren über das Thema Bildbearbeitung oder erkundigen sich, wie sie Fotos vom Handy auf den Computer übertragen können. Hilfe bei der Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Trojanern oder dem Speichern von Dateien auf dem Stick ist ebenfalls gefragt. Häufig komme es vor, dass ältere Menschen einen alten Laptop von ihren Kindern geschenkt bekommen und zunächst nicht wissen, wie er genau funktioniert. Auch in diesem Fall geben die Betreuer gerne Auskunft. Und das alles für einen Grundpreis von einem Euro pro halbe Stunde.
Angefangen hat alles vor 13 Jahren mit einer Ausschreibung des Landes Nordrhein-Westfalen, die Senioren das Thema Computer näher bringen sollte. Mithilfe einer Landesförderung konnte der Seniorenbeirat der Stadt Gladbeck damals das Intern@tto gründen. Seither informieren sich Senioren regelmäßig im Fritz-Lange-Haus an der Friedrichstraße 7. Drei feste Computerplätze stehen hier zur Verfügung. Zudem gibt es die Möglichkeit, den eigenen Laptop mitzubringen. Mittlerweile hat das Intern@tto drei weitere Außenstellen im Seniorenbüro Nord an der Feldhauser Straße, im Seniorenbüro Süd an der Horster Straße sowie im Bildungshaus Ellinghorst am Weusterweg. Hier stehen die Betreuer – elf Herren und eine Dame - regelmäßig für Hilfesuchende zur Verfügung. Auch ältere Menschen, die keinen Computer besitzen und einfach mal im Internet surfen möchten, sind hier willkommen.
„Wir sehen im Intern@tto immer neue Entwicklungen. Anfangs haben sich beispielsweise die meisten Besucher an den Computerplätzen beraten lassen. Um das Jahr 2005 kamen dann immer mehr Leute mit dem eigenen Laptop. Deshalb haben wir natürlich auch einen WLan-Sender“, erzählt Werner Antoniak. „Mittlerweile bringen viele auch ihren Tablet-PC mit.“ Alle Betreuer kennen sich bestens mit der Materie aus, haben sich beruflich viele Jahre mit Computern beschäftigt. „Es macht uns einfach unheimlich viel Spaß“, verrät Hans-Jürgen Schütz. „Und wir lernen selbst auch immer wieder dazu.“ Das Fachwissen der Herren und der Dame hat sich längst herumgesprochen. So betreuen sie mittlerweile sogar regelmäßig eine Computerseite im „plus Magazin“. Hier steuern sie Artikel zu Computerthemen bei und beantworten Fragen, die Leser an die Redaktion stellen.
Nach den Ferien möchten die Betreuer ein neues Projekt starten und in Senioren-Heime gehen, um Interessierten dort die Möglichkeit zu geben, an der digitalen Welt teilzuhaben. „Die nächste Generation wird unsere Hilfe vermutlich nicht mehr in diesem Umfang brauchen“, ist sich Dieter Tschimmel sicher. „Aber bis dahin freuen wir uns immer wieder aufs Neue, wenn wir helfen und Senioren die Computer-Nutzung näher bringen können.“ Informationen zum Angebot und den Öffnungszeiten finden Interessierte im Internet unter www.internetto-gladbeck.de. jh