Gladbeck - Die Geschichte von Kevin Schwandt, der seit mehr als zwei Jahren im Wachkoma liegt, nachdem er beim Stadtfest „Gladbeck total“ durch einen Schlag schwer verletzt wurde, hat zu einer weiteren Unterstützungsaktion geführt. Der Gladbecker Horst Neumann startete eine Initiative, die der Familie von Kevin vor allem finanziell unter die Arme greifen soll.
„Wrong place, wrong time, finally stand up and smile. Stand up and come home“, heißt es in dem Song der extra für diese Kampagne gegründeten Musikband „Das Projekt”. In dem englischdeutschen Rapsong singen René Moren, Patrick Groß, Florian Fehrmann und Chris Mielcarek ein Lied für Kevin, „der mit dem Herz eines Löwen das Symbol einer Stadt“ geworden sei. „Es ist ein deutscher Text, der Trauer, Wut und Unverständnis zum Ausdruck bringen soll – teilweise ins Englische übersetzt“, sagt Horst Neumann, der sich bereits in unterschiedlicher Form für die Familie Schwandt eingesetzt hat.
„Aber wir möchten ein Zeichen setzen”, sagt Horst Neumann, „Kevins Schicksal darf nicht vergessen werden und ein bisschen Vorbild für andere zu sein. Denn das gesprochene Urteil gegen den Täter ist einfach nicht hinzunehmen.“ Mit seinem Engagement ist Neumann nicht allein. Er hat sich Helfer ins Boot geholt: RadioEmscherLippe versteigert ein Graffiti der Bottroper Künstler „BottropLegal“, die spontan von der Aktion hörten und aus dem CD-Cover ein Bild sprayten. Oliver Prochnau vom Eventservice Altstaden spendete zwei Euro pro verkaufte Karte bei einer Oldienacht in Oberhausen und auch die Trommler des FC Schalke 04 zeigten sich beim Appeltatenfest und trommelten an verschiedenen Stellen in der Stadt, um auf die CD aufmerksam zu machen.
Bürgermeister Ulrich Roland lobte das Engagement der Gladbecker: „Es tut gut, zu wissen, dass sich die Gladbecker solidarisieren und Kevin und seine Familie nicht im Stich lassen. Wir von der Stadt können das nur gutheißen und unterstützen die Aktion, wo es geht.“ Kevins Mutter Cornelia Schwandt, die bei der Präsentation der CD im Rathaus anwesend war, zeigte sich überwältigt von dem Mitgefühl und der Hilfe, die ihr und ihrer Familie erfährt: „Wir können uns nur bei allen bedanken, die sich so sehr für Kevin einsetzen. Was wir durchgemacht haben und noch mitmachen, ist hart, aber zu wissen, dass so Viele an Kevins Schicksal teilhaben, tut gut. Wir kämpfen weiter für unseren Sohn.“ gj