Kirchhellen - Als Au-pair-Mädchen fremde Länder und Kulturen entdecken – das ist für viele junge Menschen ein Traum. Aber warum sollten nur Schülerinnen und Studentinnen als Au-pair arbeiten? Diese Frage haben sich wohl auch der gebürtige Kirchhellener Denis Klosta und seine Frau Julia gestellt: Sie leben in Kanada und suchen nun nach einer Großmutter als Au-pair. Dabei sollte es sich um eine gestandene Frau über 50 Jahre handeln - idealerweise aus Kirchhellen.
„Wir versprechen uns mehr Erfahrung von einer älteren Dame, die selbst Kinder erzogen hat", sagt Denis Klosta. Der Kirchhellener ist im Februar 2005 wegen eines Jobangebotes nach Edmonton in Kanada ausgewandert. In diesem Betrieb, einer großen Tischlerei, arbeitet er noch heute als Personalleiter. Seine Familie lebt nach wie vor in Kirchhellen. Neben dem beruflichen fand er schließlich auch sein privates Glück und heiratete 2009 seine Julia. Die beiden haben bereits einen 19 Monate alten Sohn und erwarten Ende Januar eineiige Zwillinge. „Das kann etwas stressig sein", erklärt der Familienvater. „Deshalb suchen wir eine Person, die geduldig ist und uns mit Ruhe bei den täglichen Aufgaben unterstützt.“ Da Denis Klosta mit seinen Kindern deutsch sprechen wird, würde er sich über eine deutschsprachige Au-pair freuen. Sie kann den Kindern die Sprache schließlich sehr gut vermitteln. So dürfte es auch für die Gast-Oma kaum Verständigungsschwierigkeiten geben.
Als Leih-Oma ins Ausland
Losgehen könnte es schon im März 2014. Geplant ist ein Aufenthalt von zwölf Monaten bis Februar 2015. „Eine Person mit deutscher Nationalität erhält ein Visum für ein Jahr", so Klosta weiter. Was sich zunächst kurios anhört, ist übrigens gar nicht mehr so ungewöhnlich: Viele Seniorinnen sind bereits für einen begrenzten Zeitraum als Leih-Oma ins Ausland gegangen, um Familien mit ihrer Lebenserfahrung zu unterstützen. Mittlerweile gibt es sogar Agenturen, die bei der Suche nach einer Best-Ager-Au-pair beziehungsweise nach einer geeigneten Gastfamilie helfen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Ältere Frauen, die vielleicht nie die Möglichkeit hatten, ins Ausland zu gehen und die weite Welt zu erkunden, haben nun noch einmal die Gelegenheit, ein Abenteuer in einem fremden Land zu erleben und sich persönlich weiterzuentwickeln. Die Familien profitieren von der Lebenserfahrung der Frauen, die die Kinder ein Stück auf ihrem Lebensweg begleiten. Auch die Mitarbeit bei einem sozialen Projekt oder als Housesitterin sind möglich.
Eine normale Familie
In Edmonton, der Hauptstadt der kanadischen Provinz Alberta und fünftgrößten Stadt Kanadas, erwartet die Au-pair-Dame in jedem Fall eine ganz besondere Zeit bei Anwältin Julia und Personalleiter Denis. „Ich denke wir sind eine ganz 'normale' Familie", so Klosta weiter. „Unser Sohn Oscar ist ein aufgewecktes Kind und liebt unseren vier Jahre alten, braunen Labrador Retriever abgöttisch." Während ihrer Zeit in Edmonton wird der Großmutter auf Zeit ein Zimmer mit Bad im Haus der Familie Klosta und ein Fahrzeug zur Verfügung gestellt. Im Alltag warten dann zahlreiche spannende Aktivitäten und interessante Aufgaben auf die deutsche Gast-Oma. „Wir suchen eine erfahrene ältere Dame über 50, die uns mit ihrer Erfahrung bei der Erziehung unserer Kinder unterstützt", fasst Klosta zusammen. Die Kandidatin würden Denis und Julia vor dem einjährigen Aufenthalt gerne persönlich kennenlernen. Sie müsste allerdings nach Edmonton kommen.
„Aufgrund der Schwangerschaft meiner Frau und unseres Kindes sind wir leider nicht in der Lage zu fliegen", erklärt er. Wer Interesse hat als Au-pair nach Kanada zu reisen, ein fremdes Land hautnah kennenzulernen und zwölf Monate lang Teil einer netten deutsch-kanadischen Familie zu werden, kann sich nach wie vor bei der Familie Klosta melden. Anfragen können Interessierte via E-Mail an feldhausen@shaw.ca richten. Die Familie Klosta ist gespannt, ob sie schon bald Besuch aus Kirchhellen bekommen. jh