Foto: Jana Golus

Endlich Parken auf dem Marktplatz?

Seit dem 2. November ist das Parken auf Teilen des Gladbecker Marktplatzes nun erneut erlaubt – Geteilte Meinungen zu der neuen Parkfläche

Gladbeck - Nach langjährigen Diskussionen innerhalb der Gladbecker Politik ist seit dem 2. November wieder das Parken auf Teilen des Gladbecker Marktplatzes möglich. Zunächst ist das Parken hier für eine einjährige Testphase erlaubt, beschloss der Ausschuss für Integrierte Innenstadtentwicklung. Bürgermeister Ulrich Roland erhofft sich dadurch positive Auswirkungen auf den Einzelhandel und  die Entwicklung der Innenstadt.
 

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50 Cent pro 30 Minuten müssen die Marktbesucher für das Parken auf dem Marktplatz bezahlen.
Foto: Jana Golus

„An vier Tagen in der Woche wird der Marktplatz gar nicht und an drei Tagen halbtags von den Markthändlern genutzt. Warum sollen wir diese Fläche nicht für eine andere Nutzung freigeben? Wir versprechen uns dadurch deutlich mehr Besucher für den Wochenmarkt und den Einzelhandel“, sagt Bürgermeister Ulrich Roland. Bereits seit dem Umbau des Marktplatzes im Jahr 2004 war das Parken hier nicht mehr möglich und ein umstrittenes Thema in der Gladbecker Politik, im Einzelhandel und bei den Markthändlern.

Die Meinungen zu der nun wieder neugeschaffenen Parkfläche sind bei den Wochenmarkthändlern und Besuchern auch jetzt noch geteilt. „Es ist alles viel zu eng hier“, finden einige Händler und fühlen sich um Platz für ihre Stände beraubt.  Aber andere Wochenmarkthändler, wie Blumenverkäuferin Agnes Schwitte, finden den neuen Parkplatz nicht störend. „Ich finde das in Ordnung. Die Leute wollen zentral parken und es ist am Samstag auch sehr gut angenommen worden und der Parkplatz war voll“, erklärt Schwitte. Für sie als Händlerin nehme der Parkplatz nicht zu viel Marktfläche weg. „Es ist nicht eng. Wir haben immer noch genug Platz und so ist es besser als vorher“, findet die Händlerin.

Auch die Marktbesucher sind geteilter Meinung über das Parken auf dem Marktplatz. Christa Bibel nutzt die neue Parkfläche und freut sich einerseits. „Das ist gut für ältere Leute, dann brauchen sie die Einkäufe nicht so weit zu schleppen.“ Aber andererseits sei es für den Markt eine Verschlechterung. „Da ist jetzt alles etwas zusammengepfercht“, findet die Marktbesucherin. Andere Marktbesucher sehen eher die Vorteile der neuen Parkfläche. „Die Stände sind zwar etwas enger beieinander, aber die Leute wissen jetzt, wo sie parken können, und die Parkplätze sind nicht mehr so knapp, wenn es voll ist“, sagt Marktbesucherin Christine Schmitz.
30 Parkplätze und ein Behindertenparkplatz stehen nun den Gladbeckern kostenpflichtig auf dem östlichen Teil des Marktplatzes zur Verfügung. Parkgebühren von 50 Cent pro 30 Minuten müssen Autofahrer hier bezahlen. Markthändler Hendrick Jeismann hält diese Parkgebühren für teuer. „Die Marktbesucher müssen genau wissen, wo sie einkaufen wollen, damit die Parkgebühren nicht so hoch werden und wenn es voll ist auf dem Markt, muss man auch manchmal anstehen und es kann länger dauern.“
 

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Blumenhändlerin Agnes Schwitte findet, dass genug Platz für die Markthändler bleibt.
Foto: Jana Golus

Die Parkgebühren sollen die Kosten für die notwendigen Umbauarbeiten für den einjährigen Test decken. „Finanziell rechnet sich der Parkplatz auf jeden Fall“, sagt Peter Breßer-Barnebeck von der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Gladbeck. Bereits im Oktober begannen die ersten Vorbereitungen für den Umbau des Marktplatzes zum Parkplatz. Es wurden Trennelemente wie begrünte Pflanzentröge getestet, die die Parkfläche eindeutig von der restlichen Marktfläche abgrenzen. Die Parkbuchten wurden durch Baustellenmarkierungen auf dem Boden gekennzeichnet. „Der Versuch wird so angelegt, dass der Markt keine bleibenden Schäden durch Markierungen oder Bohrlöcher für Verankerungen davonträgt“, erklärt Bürgermeister Ulrich Roland.

Ab dem 31. Oktober 2014 soll der Erfolg des Versuchs ausgewertet werden. Hierfür werden erneut Gespräche mit dem Einzelhandel, den Markthändlern, den Anwohnern und der Bürgerschaft geführt. „Wir wollen das durch alle vier Jahreszeiten ausprobieren und dann merkt man, ob man auf dem richtigen Weg ist oder nicht“, erklärt Peter Breßer-Barnebeck. go

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