Außergewöhnliche Sammelleidenschaft

Rechtsanwalt Bernhard Mues sammelt nicht nur Lkw-Modelle, er sorgt auch dafür, dass diese überhaupt detailgetreu produziert werden können

Kirchhellen - Alles begann vor 40 Jahren mit einer Modelleisenbahn. Bernhard Mues legte dabei schon als Kind großen Wert auf Detailtreue. Und so wurde die Landschaft rund um die Gleise mit Häusern und Bäumen, Pkw- und Lkw-Modellen ausgestattet. Damals bekam der Kirchhellener seinen ersten originalgetreuen Modell-Lkw geschenkt. Der Grundstein für ein ganz besonderes Hobby war gelegt.
 

Mittlerweile sind aus dem einen Lkw mehrere tausend Modelle geworden. Einen Teil der Sammlung hat der Rechtsanwalt jüngst in seiner Kanzlei in deckenhohen Glasvitrinen platziert. „Die Sammelleidenschaft hat sich eigentlich mit Anfang 20 richtig entwickelt“, sagt Bernhard Mues rückblickend. Seitdem sucht er gezielt Modelle aus. Damals noch der Marke Wiking. Anfang der 1980er Jahre wanderten vor allem Lkw-Modelle aus dem Hause Herpa in seine Sammlung. Seit Anfang der 1990er Jahre sammelt er AWMModelle. „Diese Modelle haben den Vorteil, dass sie absolut detailgetreu sind“, sagt Bernhard Mues. Und daran ist der Kirchhellener Rechtsanwalt nicht ganz unschuldig. Denn er ist für die Firma im Einsatz, um Fotos von neuen Lkw zu schießen, die Pläne für die Umsetzung der Modelle zu überprüfen und immer wieder Neuheiten aus den Speditionen für die Sammler zu finden. „Angefangen hat alles damit, dass ich mich geärgert habe, dass es Modelle von Lkw aller möglichen Länder gab, aber keine von Firmen, die am Niederrhein oder im Ruhrgebiet sitzen“, sagt Bernhard Mues. So schnappte sich der leidenschaftliche Sammler ganz einfach seine Kamera und zog los. „Ich fuhr zu den Speditionen, machte Fotos von den Lkw und schickte diese zu AWM. Auf Grundlage der Fotos wurden dann die Pläne erstellt und die Modelle entwickelt.“ Bis heute besteht die Kooperation zwischen dem Modellproduzenten AWM und Bernhard Mues.
 

Sobald er Zeit findet, setzt er sich in sein Auto und fährt zu den Speditionen, um hier die neuesten Lkw zu fotografieren. Mittlerweile kennt man den Kirchhellener hier nur zu gut. In letzter Zeit begleitet ihn dabei immer häufiger sein Neffe Sebastian. Der Neunjährige ist ebenso fasziniert von den Lkw-Modellen wie sein Onkel: „Ich kenne nahzu jedes Speditionsunternehmen, weiß welche Waren wie transportiert werden.“ Manches Mal verknüpft der Sammelfan seine Leidenschaft gleich mit einem Urlaub und liefert dann auch die neuesten Modelle aus Italien oder Spanien. „Es ist wirklich so, dass es jedes der Modelle auch im Original gibt.“ Damit dabei auch kein Detail fehlt, prüft Bernhard Mues die Vorlagen bevor die Modelle in die Produktion gehen. Rund 20 neue Lkw-Modelle bringt AWM jeden Monat auf den Markt. „Dabei unterscheidet man zwischen den Serienmodellen und den Industriemodellen. Die Industriemodelle werden in einer hohen Auflage für Unternehmen als Kundenpräsente gefertigt. Bei den Serienmodellen gibt es hingegen nur eine Auflage von etwa 300 Stück“, erklärt der Fachmann. Und obwohl er größten Wert auf die Detailtreue seiner Sammelstücke legt, ist das wertvollste Objekt doch ein Tankcontainer, der eine Fehlproduktion ist. „Davon gibt es nur drei Stück.“

Besonders gefallen dem Sammler die holländischen Lkw. „Diese sind super gestaltet und verfügen noch dazu über eine tolle Ausstattung“, sagt Bernhard Mues. Und so freut sich der Kirchhellener immer wieder, wenn es für ihn und seinen Neffen wieder zu einer der niederländischen Speditionen geht, um neue Lkw zu fotografieren, die er dann bald als Modelle in seine Vitrine stellen kann. „Man holt sich ja damit einfach ein Stück Wirklichkeit nach Hause“, sagt Bernhard Mues. Gk

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