Bürgerentscheid scheitert – Flugplatz bleibt!

Über 1.000 Stimmen fehlten den Anhängern des Bürgerentscheids, um die Zehn-Prozenthürde zu erreichen – Die Flugsportgemeinschaft Schwarze Heide e.V. freut sich

Kirchhellen - Die Bürger haben entschieden: Der Flugplatz bleibt! Denn das Bürgerbegehren, bei dem es um die Finanzierung des Flugplatzes ging, erhielt zu wenig Stimmen. So votierten zwar 8.032 Bottroperinnen und Bottroper im Sinne der Bürgerinitiative (58,6 Prozent) und 5.684 stimmten gegen die Zuschusskürzung (41,4 Prozent), aber damit erreichte die Initiative nicht die benötigte Mehrheit von 10 Prozent. Für das Überspringen der Zehn-Prozent-Hürde wären 9.389 Ja-Stimmen bei 93.881 Abstimmungsberechtigten notwendig gewesen.
 

Ein Jubelschrei ging trotzdem durch das Rathaus, als das Ergebnis des Bürgerentscheids feststand. Denn einige Mitglieder des Vereins Flugsportgemeinschaft Schwarze Heide hatten sich hier versammelt und warteten gespannt auf das Ergebnis der Auszählung. Und dieses ließ schon nach der Hälfte aller ausgezählten Wahlbezirke erkennen, dass es für die Bürgerinitiative knapp werden könnte. Ein Trend, der sich dann auch bestätigte. „Schade, dass wir nicht mehr Bürgerinnen und Bürger mobilisieren konnten“, sagt Martin Kleinschnieder, Sprecher der Bürgerinitaitive, „aber wir haben ein Zeichen gesetzt. Jetzt ist der Rat der Stadt Bottrop gefordert.“

Jubel herrschte dagegen auf der anderen Seite: „Wir sind so erleichtert“, sagt Klaus Berger, Geschäftsführer des Vereins Flugsportgemeinschaft Schwarze Heide e.V. Die Mühen der letzten Wochen hätten sich ausgezahlt. Vor allem die Jugend habe sich stark engagiert, rund 10.000 Flyer verteilt und zahlreiche weitere Aktionen durchgeführt. „Das Verhältnis der Ja- und Nein-Stimmen sorgt doch für eine kleine Träne im lachenden Auge“, sagt Klaus Berger. Dennoch wurde im Vereinsheim an diesem Abend gefeiert.
Das Stimmenverhältnis ist auch für Michael Gerber von der DKP entscheidend. „Dieses zeigt die Stimmung der Gesellschaft und bestätigt unser Anliegen. Somit können die Gegner dieses Bürgerentscheids den Wahlausgang keines Falls als Erfolg werten“, sagt der Politiker.
 

Ludger Schnieder, Bezirksbürgermeister aus Kirchhellen, der ebenfalls gelöst und erfreut wirkt, als das Wahlergebnis feststeht, erkennt dieses Statement: „Das Ergebnis spricht für den Flugplatz, aber mit einer Aufgabe für die Politik, etwas zu ändern. Die über 8.000 Bürger, die mit Ja gestimmt haben, müssen wir ernst nehmen. Wir müssen also was tun!“ Worten, den sich auch Oberbürgermeister Tischler an diesem Wahlabend anschließt. „Ich bin erleichtert. Gleichzeitig werden wir auf politischer Ebene diskutieren müssen, wie wir die Verluste des Flugplatzes senken können.“ Das ginge nicht von heute auf morgen und sei ein Prozess, dennoch sieht Bernd Tischler vor allem die Entwicklung des Gewerbegebiets als großen Vorteil. „Ich freue mich, dass wir die Arbeitsplätze hier nun gesichert haben. Mit Blick auf 2018 und den Ausstieg aus der Kohleförderung werden wir hier in Bottrop jeden Arbeitsplatz brauchen. Daher sind der Flugplatz und das Gewerbegebiet für Bottrop und für die Region von großer Wichtigkeit.“

André Hümpel, Geschäftsführer der Flug­platz­gesellschaft, will nun sofort zur Tat schreiten.  „Wir können den wartenden Investoren nun endlich grünes Licht geben. Die nächsten Gespräche stehen an." Fest steht, dass man der Flugplatzgesellschaft wohl nun besonders „auf die Finger schauen wird". Denn, dass sich am Image des Flugplatzes und an der Kostenstruktur etwas ändern muss, da sind sich Gegner wie Befürworter einig und so hat der Bürgerentscheid doch ein Ziel erreicht. gk

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