Kirchhellen - „Das eindeutige, positive Ergebnis überrascht uns“, sagt Karl Trimborn vom Fachbereich Jugend und Schule der Stadt Bottrop bei der Sitzung der Bezirksvertretung Anfang September. Hier stellte er den Fraktionen das Ergebnis der Elternbefragung vor.
„Wir hatten eine hohe Rücklaufquote. Jedes zweite Elternpaar hat den Fragebogen an uns zurückgeschickt.“ Insgesamt kreuzten dabei 143 Eltern aus dem gesamten Stadtgebiet bei der Frage, ob sie ihr Kind an einer Sekundarschule anmelden würden, ein „Ja“ oder „eher Ja“ an.
Besonders freute es die Verantwortlichen, dass sich eine Elterninitiative aus Gladbeck gemeldet hat, die gerne ihre Kinder an der Sekundarschule anmelden würden, so berichtet Karl Trimborn. Das Errichtungsbedürfnis sei also bei weitem erreicht. Denn letztlich braucht es 75 Anmeldungen, um die Sekundarschule gründen zu können. Jene Gründung soll nun zum 1. August 2015 erfolgen. Dazu wird es ein vorgezogenes Anmeldeverfahren im Februar 2015 geben. Die Sekundarschule wird dabei zunächst drei Klassen des 5. Schuljahres aufnehmen und in teilintegrierter Form starten.
Die SPD sieht in der Sekundarschule eine Bereicherung für Kirchhellen und auch die CDU stellt sich nun hinter die neue Schulform. „Wir müssen die Schule mit dem gesamten Bezirk nach vorne tragen, damit diese Schule ein Erfolg wird“, fordert Bernhard Steinmann seine Kollegen in der Bezirksvertretung auf. Und das, obwohl in Bottrop sogar gegen die von der CDU geforderte pädagogischen Ausrichtung gestimmt wurde (Die CDU sprach sich stets für die kooperative Form der Schule aus). Doch wo nun der Entschluss zur Sekundarschule gefasst ist, möchte auch Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder noch einmal sein Ja zu dieser Schule zum Ausdruck bringen. „Wir hoffen, dass nun schnell ein Schulleiter gefunden wird, der der neuen Schule ein Gesicht gibt.“ Allein die FDP merkte erneut an, dass sie gegen die Sekundarschule ist. Man hätte sich eine Realschule für Kirchhellen gewünscht, sagt FDP-Bezirksvertreterin Ruth Becker. Sie kritisierte außerdem die hohen Ausgaben für dieses Projekt. Die belaufen sich auf rund 8 Millionen Euro. Darin enthalten seien die Kosten für die Errichtung der neuen Schule auf dem Gelände der heutigen Hauptschule, ebenso wie die Kosten für die technische Ausstattung. „Wir befürchten, dass an anderen Schulen dann nichts mehr saniert oder repariert werden kann, weil alles in diese Schule fließt“, sagt Ruth Becker. „Werden denn bereits Ausgaben veranlasst?“ Darauf meint Karl Trimborn: „Bei diesem eindeutigen Votum wäre es fatal, wenn wir die Zeit verstreichen lassen, ohne aktiv zu werden. Daher laufen natürlich die Planungen.“
Bis zum 20. Oktober muss nun der Bezirksregierung Münster der Antrag auf Errichtungsgenehmigung sowie der Antrag auf Durchführung eines vorgezogenen Anmeldeverfahrens vorliegen. Im November wird es weitere Elterninformationsveranstaltungen durch die Vorbereitungsgruppen geben.
Einen Namen hat die neue Schule übrigens noch nicht. Sie startet zunächst mit dem Schulnamen „Sekundarschule Kirchhellen“. Allerdings kann die Schulbezeichnung jederzeit neu gewählt werden. Hierzu ist ein Ratsbeschluss und eine Information an die Bezirksregierung erforderlich. gsk