Heimatliebe

Das Ehrenmal in Schermbeck in Form des steinernen Löwens erinnert an die Opfer der Weltkriege

Schermbeck - Wer kennt ihn nicht, den Löwen, der auf seinem steinernen Podest thront. Als Ehrenmal für die Opfer des Ersten und Zweiten Weltkriegs ist er Symbol der Mahnung und der Erinnerung zugleich. Und auch, wenn der Zahn der Zeit schon ein wenig an dem Denkmal nagt, so rückt es doch bei einigen Gelegenheiten in den Fokus.

Zum Beispiel am Volkstrauertag, an dem jährlich der Opfer von Gewaltverbrechen und Krieg gedacht wird oder aber beim Kiliansfest, bei dem die Schützen der Verstorbenen gedenken.
„Die Planungen zu dem hiesigen Ehrenmal haben bereits 1927 begonnen“, weiß Hans Zelle vom Heimat- und Geschichtsverein Schermbeck. Damals beschäftigte sich der Denkmalausschuss damit, eine Gedenkstätte für die Opfer des Ersten Weltkriegs zu errichten. „Beauftragt wurde damit der Architekt Baumann, der schon 1926 bis 1928 an der Renovierung der Georgskirche beteiligt war“, fand Hans Zelle bei seinen Recherchen heraus. Damals gab es noch eine Beratungsstelle für Kriegsehrungen. Diese saß in Düsseldorf. Hier holten sich die Schermbecker anscheinend Informationen ein, um das Ehrenmal schließlich im Westerwald fertigen zu lassen. Der Löwe ist nämlich aus speziellem Trachit-Stein gemeißelt, der aus eben jener Region stammt. Neben dem Löwen sind hier die Namen der 36 im Ersten Weltkrieg gefallenen Schermbecker Soldaten in Stein geschlagen worden. 1934 wurde das Ehrenmal eingeweiht. „Damals stand es noch am Ortseingang von Schermbeck.“ Mehrfach wurde das steinerne Mahnmal verrückt und steht heute auf dem Rathausplatz in der Nähe des Mühlenteichs.
„Warum das Mahnmal ausgerechnet einen Löwen zeigt, das ist bis heute nicht geklärt. Fest steht aber, dass der Löwe als Sinnbild für Stärke, Macht und Kraft steht. Allerdings sieht man noch heute, dass eine Lanze durch den Körper der Skulptur führte. Auch der König der Tiere ist eben verwundbar“, sagt Hans Zelle.
Die Gedenkplatte für die Opfer des Zweiten Weltkriegs wurde übrigens erst später an das Ehrenmal angebracht. Die Feierlichkeiten zum Volkstrauertag finden in diesem Jahr am 16. November 2014 statt. gsk

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