Weihnachten im Haus St. Johannes

Die Bewohner des St. Johannes Seniorenheims erleben die Advents- und Weihnachtszeit gemeinsam – Bernhard Meyer freut sich schon darauf

Kirchhellen - Weihnachten ist das Fest der Familie. Aber was, wenn man nicht mehr in einer Familie lebt, sondern im Seniorenheim? Das Kirchhellener Haus St. Johannes gestaltet die Advents- und Weihnachtszeit nach den Bedürfnissen der Bewohner. Dabei dürfen das Backen von Plätzchen, gemeinsames Basteln und eine Adventsfeier natürlich nicht fehlen. Somit verbringen die Bewohner auch außerhalb ihrer Familien ein besinnliches und feierliches Fest.
 

Die Adventszeit gestalten die Hausgemeinschaften selbst. Gemeinsam mit den Alltagsbegleiterinnen und den ehrenamtlichen Helfern werden Flure, Küche und Aufenthaltsräume dekoriert und gestaltet. Dirk Kuczera, Leiter des Haus St. Johannes: „Das Konzept unseres Seniorenheims ist es, die Bewohner, soweit es ihrem gesundheitlichen Zustand entspricht, mit in den Alltag einzubeziehen. Sie entscheiden, was gemacht wird – das gilt auch für die Weihnachtsszeit.“
Karin Wlotzka ist Koordinatorin im Haus. Und damit auch für die Veranstaltungen in der Advents- und Weihnachtszeit zuständig. „Vor allem in der Vorweihnachtszeit spielen alte Traditionen eine große Rolle. Ältere Menschen erinnern sich über vertraute Gerüche, Geschmäcker und auch Lieder.“
Am 20. Dezember ist die gemeinsame Adventsfeier in der Cafeteria des Hauses. Hierzu sind alle Bewohnerinnen und Bewohner ab 15.30 Uhr eingeladen: „Diese Feier wird von den Bewohnern gerne angenommen. Es ist eine gute Einstimmung auf das Fest. Bei Kaffee, Plätzchen und Kuchen wird gesungen, Gedichte werden vorgetragen und musikalisch werden wir natürlich auch unterstützt“, sagt Karin Wlotzka. Auch in den Hausgemeinschaften wird Advent gefeiert. „Das ist gleichzeitig eine Wertschätzung und ein Dankeschön an die vielen Helferinnen und Helfer, die uns hier in unseren Aufgaben unterstützen.“ Auch ein Adventskalender darf nicht fehlen – der wird in jeder Etage gefertigt und per Losverfahren werden die Päckchen geöffnet. Natürlich kommt auch der Nikolaus ins Haus St. Johannes. Die Figur des Bischofs mit langem Bart und Mitra ist für alle Menschen ein Begriff. „Egal, wie alt, krank oder dement die Menschen sind. Wenn der Nikolaus vor ihnen steht, leuchten die Augen“, weiß Karin Wlotzka.

Ein Bewohner, der sich besonders auf die Vorweihnachtszeit freut, ist Bernhard Meyer. Der 83-Jährige wohnt seit rund einem Jahr im Haus St. Johannes und fühlt sich dort „pudelwohl und herzlich Willkommen“, wie er sagt. Nach dem Tod seiner Frau konnte er nicht mehr allein in der Wohnung bleiben und zog ins Haus St. Johannes. „Von Beginn an habe ich mich wohl gefühlt. Die Mitbewohner und auch die Mitarbeiter haben mich herzlich aufgenommen. Vor allem die jungen Leute sind so aufgeschlossen und freundlich.“ Damit meint er die Bufdis, FSJ´ler und Praktikanten, die sich um die Belange der Bewohner kümmern. „Das Weihnachtsfest wird bestimmt wieder schön.“

An Heiligabend ist um 15 Uhr das weihnachtliche Kaffeetrinken mit feinem Geschirr, Plätzchen, Glühpunsch oder Tee. Es werden gemeinsam Weihnachtslieder gesungen und Geschichten und Gedichte gelesen. „Um 16.30 Uhr ist dann Bescherung und anschließend wird das Weihnachtsmenü serviert“, sagt Karin Wlotzka. Auch dabei dürfen alle mitentscheiden. „Im Vorfeld wird besprochen, was es zu essen gibt – und jedes Jahr kommt der Wunsch nach dem Klassiker: Kartoffelsalat mit Würstchen!  Aber auch Gans und Fisch sowie Sauerbraten wird gewünscht“.  Am 1. Weihnachtstag ist es still im Haus St. Johannes. Angehörige kommen zu Besuch oder holen die älteren Menschen nach Hause. Für viele ist aber auch Ruhe und Besinnung angesagt – die Adventszeit war anstrengend! gj

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