Weihnachtszeit in Ruanda

Anne Jansen aus Kirchhellen erlebt die Weihnachtzeit in diesem Jahr in Ruanda – Eis als vorgezogenes Weihnachtsgeschenk

Kirchhellen - Liebe Grüße aus Kigali in Ruanda sendet die Kirchhellenerin Anne Jansen ins winterliche Deutschland. Im Rahmen ihres Freiwilligendienstes arbeitet sie dort mit behinderten Kindern und erlebt in diesem Jahr Weihnachten einmal ganz anders.

„Hier ist die Regenzeit jetzt in den Endspurt gegangen und hat noch mal so richtig zugenommen, was bedeutet, dass es jeden Tag regnet und auch nicht gerade wenig“, schreibt Anne.
 

„Ansonsten geht es mir hier immer noch sehr gut und auch die Arbeit macht viel Spaß. Weihnachten und Silvester werden Teresa und ich mit den anderen Freiwilligen des Bistums Münster auf Sansibar verbringen, was ich mir noch so gar nicht vorstellen kann. Zum einen wird es ein Weihnachten in der Hitze sein und zum anderen ohne meine Familie, also eine ganz neue Erfahrung für mich. Da es für uns noch vor Weihnachten Richtung Uganda geht, musste das Weihnachtsgeschenk für die Kinder natürlich vorgezogen werden. Wir haben für die Kinder Eis aus dem deutschen Supermarkt besorgt, da das alle Kinder gut essen können und es auch noch niemand kannte. Kaum vorstellbar, oder? Beim ersten Blick haben die Kinder meist sehr kritisch geschaut, aber nach dem zweiten Löffel konnten die Kinder, bis auf zwei, gar nicht genug davon bekommen. Um zu verdeutlichen, dass es für Weihnachten war, hat meine Mutter mir aus Deutschland Nikolausmützen geschickt, die wir dann auch brav getragen haben. Im Anschluss wurden die Mützen dann für die Kinder interessant und  ein Fotoshooting war angesagt.

Anfang November haben in Gahanga die Ferien begonnen. Teresa und ich waren also nicht mehr jeden Morgen in der Klasse, sondern haben mit den Kindern gespielt und sie, soweit es trotz Platzmangel möglich war, beschäftigt, da die Schwestern nicht mehr soviel Zeit hatten, weil sie im letzten Monat sehr viel gebetet haben, um sich auf ein Fest am 13. Dezember vorzubereiten.
 

Unsere Arbeit bestand dann darin, mit den Kindern Bilder zu malen, Bücher vorzulesen, ganz viel Memory zu spielen, Spaziergänge zu unternehmen und vieles mehr. Das hat auch sehr viel Spaß gemacht, wobei ich sagen muss, dass mir das Unterrichten in der Klasse besser gefällt.
In Kabuga dagegen ist alles beim Alten geblieben. Die Kinder kommen weiterhin und wir können einige Fortschritte erkennen. Ein Junge, Janvier, hat zum Beispiel den Wunsch geäußert, Lesen und Schreiben zu lernen. Da wir gemerkt haben, dass er noch keine Buchstaben kann, haben wir jetzt angefangen, ihm erst einmal diese beizubringen. Ansonsten haben wir auch eine neue Schülerin, Florenze, sie ist schon 32, möchte aber unbedingt noch etwas lernen. Anfangs war ich sehr unsicher, da ich nicht wusste, was sie schon kann, und ich es sehr komisch fand, einer 32-Jährigen die Rechenaufgabe 3+6 zu stellen oder sie zu fragen, ob sie weiß, was ,How old are you?' bedeutet. Doch nur so kann man herausfinden, wo man ansetzen muss. Mit ihr machen wir jetzt Schriftliches Addieren und trainieren typische englische Floskeln wie ,How are you? – I’m fine', was ihr sehr viel Spaß macht, so dass sie diese Dinge zu Hause sogar weiter trainiert.
Euch wünsche ich jetzt noch eine schöne und besinnliche Adventszeit, ein wunderschönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in das Jahr 2015.“

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