Kirchhellen - Wer nicht weiß, wo er suchen muss, würde sicherlich niemals auf diese besonderen Gebäude stoßen, denn sie liegen eher versteckt und etwas abseits der verkehrsreichen Straßen. Doch das macht die historischen Bauten des Haus Brabeck nicht weniger sehenswert. Es ist ein altes Kirchhellener Adelshaus, das erstmals in einer Urkunde aus dem Jahr 890 mit dem Namen „Borathbeki“ erwähnt wird. Die Herren von Brabeck finden in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erstmals als Lehnsmänner der Abtei Werden Erwähnung. Das genaue Alter der Anlage selbst ist aber unbekannt. Mit dem Verein für Orts- und Heimatkunde statten wir diesen denkmalgeschützten Gebäuden einen Besuch ab.
Die Burg Brabeck war als Wasserburg von einem breiten Graben umgeben. Der älteste Teil dieser Burg ist von der Straße Brabecker Feld aus sichtbar – ein zweigeschossiger Turm mit einem fast quadratischen Grundriss an der Südwestecke der Burg. Heute steht er etwas windschief da und muss gestützt werden. Der Backsteinbau mit Walmdach stammt aus der Zeit um 1600.
Das historische Herrenhaus, das in seiner jetzigen Form aus der Zeit um 1700 stammt, ist von der Hofseite aus besonders sehenswert und hinterlässt beim Betrachter auch heute noch einen herrschaftlichen Eindruck. Spuren und Reste im Mauerwerk deuten außerdem darauf hin, dass einzelne Teile dieses Gebäudes noch älter sind. Es blickt auf eine lange Geschichte und zahlreiche adelige Bewohner zurück. Nachdem der letzte alleinige Besitzer von Brabeck, Friedrich von Wolff Metternich im Jahr 1928 starb, ging das Haus 1929 an eine Erbengemeinschaft über. 1963 ging das gesamte Anwesen schließlich an die Stadt Gladbeck. Mittlerweile befindet es sich in Privatbesitz.
In diesem besonderen Adelshaus wohnt Tanja Ernst mit ihrer Familie. Seit etwa 15 Jahren nutzen sie Haus Brabeck gewerblich und privat. „Anfangs war es sehr ungewohnt das Adelshaus zu bewohnen, aber mittlerweile ist Gemütlichkeit eingekehrt, auch wenn manche Dinge wie Heizen, Vorhänge anbringen oder die Böden wischen uns immer wieder vor Herausforderungen stellen“, lacht Tanja Ernst. Kein Wunder, denn das Herrenhaus von Haus Brabeck verfügt über etwa 600 Quadratmeter Wohnfläche und enorm hohe Decken. Da lassen sich Spinnweben nicht so einfach von der Decke entfernen. Aber die Familie hat sich an das alles gewöhnt, nachdem sie viel in Eigenarbeit renoviert hat, immer Hand in Hand mit der Denkmalbehörde der Stadt Bottrop. Teile der zugeschütteten und verschlammten Gräfte wurden so beispielsweise wieder ans Tageslicht geholt und sorgen nun für ein malerisches Bild des Anwesens. Nur der alte Turm, der früher zur Verteidigung des Hauses diente, steht noch etwas windschief da, doch auch er soll erhalten und renoviert werden. go
Weitere Informationen zum Haus und der Familie Brabeck finden sich in Heft 16 der Schriftenreihe des Vereins für Orts- und Heimatkunde Kirchhellen.