Kinder erziehen, fördern und bilden

Das Familienbüro der Stadt Gladbeck organisiert die Vermittlung von Kindern in Kindertagespflegestellen – Individuelle Beratung soll Eltern helfen, das passende Angebot zu finden

Gladbeck - „Jedes Kind hat ein Recht auf Bildung, Erziehung, Betreuung und frühzeitige soziale Kontakte”, erklärt Ursula Kühnel, Ansprechpartnerin im Bereich Kindertagespflege vom Familienbüro der Stadt Gladbeck. Seit dem 1. August 2014 hat jedes Kind, das das erste Lebensjahr vollendet hat, Anspruch auf einen Betreuungsplatz. Dabei orientiert sich die Betreuungszeit am Bedarf des Kindes und beträgt mindestens 25 Stunden, egal, ob die Eltern berufstätig sind oder nicht. Ursula Kühnel und ihre Kolleginnen von der Vermittlungsstelle für Kindertagespflege geben sich große Mühe dabei, Eltern in Gladbeck über die Möglichkeiten der Kindertagespflege zu informieren und das individuell passende Angebot für jedes Kind zu finden.
 

„Kindertagespflege ist schon lange nicht mehr nur Nachbarschaftshilfe oder ein Freundschaftsdienst, wie sie es früher einmal war”, erklärt Roswitha Bogdan,  Ansprechpartnerin im Bereich Kindertagespflege vom Familienbüro der Stadt Gladbeck. Seit Oktober 2005 gab es umfangreiche gesetzliche Änderungen zur Verbesserung der Qualität dieser Betreuungsform. Der Auftrag der Tagesmütter und Tagesväter – denn auch die gibt es in Gladbeck – ist es, wie bei den Kindertageseinrichtungen auch, die Kinder zu erziehen, zu fördern und zu bilden. Damit die Tageseltern diesen Auftrag erfüllen können, finden seit 2005 Qualifizierungslehrgänge für Tageseltern statt. Zur Tagesmutter oder zum Tagesvater kann man sich in Gladbeck nur ausbilden lassen, wenn man einen mittleren Schulabschluss und eine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen kann. Außerdem müssen die Interessenten ein Führungszeugnis sowie eine Gesundheitsbescheinigung vorlegen und Hausbesuche erlauben, damit sich die Mitarbeiterinnen der Stadt davon überzeugen können, dass die häusliche Umgebung den Anforderungen für eine Betreuung entspricht. Innerhalb von 173 Unterrichtsstunden erlernen die angehenden Tageseltern beispielsweise wie sie Kinder fördern und erziehen, mit Gefahrenquellen umgehen und die Entwicklung der Kinder im Auge behalten. Notwendig, um eine Betreuungserlaubnis zu erhalten, sind auch ein 16-stündiger Kurs zum Thema „Erste Hilfe am Kind“.

In Gladbeck ist die Vermittlung für Kindertagespflege ausschließlich bei der Stadtverwaltung angesiedelt. Ursula Kühnel, Roswitha Bogdan, Mirja Reinken und Özlem Mordeniz überprüfen hier Tagesmütter und -väter auf ihre Eignung, sorgen für die notwendigen Schulungen und vermitteln sie schließlich. Im Jahr 2014 vermittelten sie 135 Kinder unter drei Jahre in die Tagespflege. Über 200 Plätze stehen insgesamt zur Verfügung, auch für ältere Kinder bis zu 13 Jahre. Die individuelle Betreuungsberatung für Eltern, die Ursula Kühnel und ihre Kolleginnen anbieten, wird häufig und gerne in Anspruch genommen. „Bei so einem Beratungstermin lernen wir die Familie kennen und können dann schauen, welche Kindertagespflegestelle für dieses Kind passend sein könnte”, erklärt Ursula Kühnel. „Wir sind natürlich sehr daran interessiert, dass es nicht zu Abbrüchen kommt, deshalb überlegen wir im Vorfeld im Interesse und zum Wohl des Kindes sehr genau”, sagt Ursula Kühnel, „denn ein Kind, das noch nicht sprechen kann, in fremde Hände zu geben, ist schon ein großer Schritt. Das geht nur über Vertrauen.” Bei diesem Modell der familiennahen Kindertagespflege ist es wichtig, dass die Chemie zwischen Eltern, Kind und Tageseltern stimmt. „Es ist eine Kunst für jeden Topf den passenden Deckel zu finden”, weiß Roswitha Bogdan. „Wir müssen den Bedarf erkennen und die richtigen Personen zusammenbringen”, ergänzt Ursula Kühnel. Nach einem ersten Kennenlerngespräch können die Eltern dann entscheiden, ob diese Tagesmutter oder dieser Tagesvater zu ihnen passt. Die Kosten für die Kindertagespflege sind analog zu den Beiträgen für Kindertageseinrichtungen. Der Beitrag errechnet sich aus dem monatlichen Familiengesamteinkommen. So zahlen die Eltern einen einkommensgerechten, monatlichen Elternbeitrag. In Gladbeck profitieren Familien mit mehr als einem Kind außerdem von der Geschwisterregelung. „Das heißt, die Familie muss nur für die Betreuung eines ihrer Kinder aufkommen”, erklärt Ursula Kühnel. Gezahlt wird nur für das Kind, für das der höchste Beitrag fällig wird.

„Die Kinder profitieren häufig von der Kindertagespflege”, weiß Ursula Kühnel. Durch die frühen sozialen Kontakte sind sie oft weiter als Gleichaltrige, die keine solchen Betreuungsangebote nutzen. Für die Eltern hilft die Kindertagespflege bei der Vereinbarung von Familie und Beruf, da sie oft etwas flexibler ist als Kindertageseinrichtungen und so häufig Betreuungslücken schließen kann. go


Weitere Informationen zur Kindertagespflege erhalten Sie im Familienbüro der Stadt Gladbeck bei Ursula Kühnel unter der Telefonnummer (02043) 992620, bei Roswitha Bogdan unter (02043) 992122, bei Mirja Reinken unter (02043) 992089 und bei Özlem Mordeniz unter (02043) 992435.

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