Schulthemen stehen im Fokus von Politik und Eltern

Das vorgezogene Anmeldeverfahren der Sekundarschule endet – Auflagen aus Münster und parallele Anmeldung für Gesamtschulen haben Eltern verunsichert – Vernunft soll Gefahren des „Hol- und Bringservices“ an der Gregorschule entschärfen

Kirchhellen - Heute fällt die Entscheidung – das vorgezogene Anmeldeverfahren für die geplante Sekundarschule Kirchhellen endet. In der kommenden Woche wird die Stadt Bottrop dann zunächst den Eltern, die ihre Kinder angemeldet haben, und anschließend den Gremien und der Öffentlichkeit mitteilen, ob im nächsten Schuljahr 2015/16 die von der Ratsmehrheit gewünschte Sekundarschule Kirchhellen an den Start gehen wird oder nicht.

75 Schülerinnen und Schüler müssen für diese neue Schulform angemeldet sein, um die Sekundarschule auf den Weg zu bringen. Eine Zahl, die die Verwaltung, ebenso wie eine politische Mehrheit erwartet, die aber – spätestens nach der Sitzung der Bezirksvertretung Kirchhellen am 27. Januar – wieder ins Wanken gekommen war. Grund dafür war das Bekanntwerden der Auflagen durch die Bezirksregierung Münster und den gemeinsamen Anmeldezeitraum für die Sekundarschule und die beiden Bottroper Gesamtschulen.

Mitte Januar hatte die Bezirksregierung Münster die Errichtung einer dreizügigen Sekundarschule in teilintegrierter Organisationsform in Kirchhellen bei gleichzeitiger Auflösung der Hauptschule Kirchhellen genehmigt. Hauptauflage ist das Erreichen der Mindestzahl von 75 Schülerinnen und Schülern. Gelingt das, wird es an der Hauptschule keine neuen Eingangsklassen mehr geben.
Mit Blick auf den Ausweichstandort Gregorstraße, den die Sekundarschule nutzen müsste, bis das notwendige Raumangebot in der Dorfmitte für das Ganztagsangebot der Sekundarschule durch einen Neubau abgesichert ist, formulierte Münster weitere Auflagen. So stellt sie die Errichtungsgenehmigung unter den Vorbehalt, dass der Umzug der Sekundarschule binnen zwei Jahren an den vorgesehenen Standort vollzogen werden kann. Das bedeutet, die Baumaßnahmen zur Umsetzung des Raumprogramms müssen nach 24 Monaten abgeschlossen sein. Gelingt das nicht, wird die Bezirksregierung den Widerruf der Genehmigungsverfügung prüfen.
 

Auflage: 75 Kinder aus dem Stadtgebiet

Auch zu der Mindestzahl ergaben sich für die interessierten Eltern neue Erkenntnisse. Zwar hat sich die Zahl 75 nicht geändert, wohl aber das Wissen, dass die 75 Schülerinnen und Schüler aus dem Stadtgebiet Bottrop kommen müssen. Mancherorts war spekuliert worden, dass zum Gelingen des Sekundarschulstarts auch Kinder aus den Nachbarstädten und -gemeinden herangezogen werden könnten.

Überwiegend kritisch sehen die Mitglieder der Bezirksvertretung Kirchhellen das zeitgleiche Anmeldeverfahren an der Sekundarschule und den Gesamtschulen. An der Willy-Brandt-Gesamtschule endete das Anmeldeverfahren am Donnerstag, zeitgleich mit der Sekundarschule beendet die Janusz-Korczak-Gesamtschule ihre Anmeldungsphase für das Schuljahr 2015/16. Auf die Frage, was Eltern machen, die an der Sekundarschule anmelden und bei zu wenig Schülerinnen und Schülern nach Alternativen suchen müssen, verwies Karl Trimborn, Leiter des Fachbereichs Jugend und Schule, zum einen auf die positiven Umfragewerte und zum anderen auf das geplante Gespräch zwischen dem Schulträger, den Gesamtschulleitern und dem Sekundarschulbeauftragten in der kommenden Woche. Hier soll entschieden werden, wo abzuweisende bzw. nicht untergekommene Kinder im nächsten Schuljahr unterrichtet werden können. Ob das für in Kirchhellen nicht angekommene Kinder an der beliebten Willy-Brandt-Gesamtschule dann noch möglich sei, blieb auf Grund der zu erwartenden hohen Anmeldezahlen im Kalten Eigen offen.
 

Weg frei für Grundschulschließung

Eine andere Entscheidung ist aber so gut wie gefallen. Die Bezirksvertretung Kirchhellen machte mit einem einstimmigen Ergebnis den Weg für die Auflösung der Matthias-Claudius-Gemeinschaftsgrundschule frei. Abschließend entscheidet der Rat der Stadt Bottrop am 3. März.

Die Auflösung der Matthias-Claudius-Gemeinschaftsgrundschule ist eine Maßnahme aus dem neuen Schulentwicklungsplan und hatte im Vorfeld sowohl an der Grundschule als auch an der benachbarten Johannes-Grundschule für Diskussionen gesorgt. Nun können aber alle Seiten mit der gefundenen Vorgehensweise leben. Der Hauptstandort der Matthias-Claudius-Grundschule an der Gartenstraße wird ab dem kommenden Schuljahr bekenntnisfreier Teilstandort in einem Grundschulverbund mit der katholischen Johannes-Grundschule. Der Teilstandort in Feldhausen, die frühere Marienschule, wird in einen Grundschulverbund mit der städtischen Gemeinschaftsgrundschule Gregorschule überführt. Hier hofft so mancher Feldhauser, dass die Schule ihren alten Namen zurückerhalten kann.

Auch die Gregorschule war in der Bezirksvertretung einmal mehr in der Diskussion, genauer gesagt, die vor dem Gelände herrschende Verkehrssituation. Im Fokus stand der „Hol- und Bringservice“ der Eltern der Grundschüler. Die noch bis zu den Osterferien in den Ausweichräumen an der Ecke Gregorstraße/Wiedau beheimatete Grundschule wird vor Schulbeginn und nach Schulschluss auf Grund ihrer Lage verstärkt von Eltern angefahren, die ihre Kinder zur Schule bringen oder abholen. Dieses verstärkte Verkehrsaufkommen sorgte für Beschwerden bei der Stadt Bottrop, die – auch mit Blick auf das hohe Verkehrsaufkommen direkt vor dem Schulgebäude – mit Halteverboten reagierte, um das Gefahrenpotenzial für die Kinder zu minimieren.
 

Verkehrssituation Gregorschule – Lösung angekündigt

Die entstandene Halteverbotszone in der Gregor­straße sorgt zum einen bei den Eltern für Ärger, zum anderen sorgen die nun in Fahrtrichtung Bottroper Straße haltenden Fahrzeuge in Kombination mit den Baustellenfahrzeugen an der eigentlichen Gregorschule für Diskussionsstoff. Immerhin wird hier der für die Kinder markierte Schulweg oftmals vollständig zugestellt. Eine Ortsbesichtigung hierzu haben Verwaltung, Polizei und Schule durchgeführt. Ein Handeln wird es nach dem Ergebnis im Anmeldeverfahren der Sekundarschule geben, die „Nachfolgemieter“ am Ausweichstandort werden soll. Das versprach Monika Werwer, Leiterin des Bottroper Straßenverkehrsamtes. Die zu ergreifenden Maßnahmen müssten auf die ab Sommer zu erwartende Situation ausgelegt sein.

Auf die unbefriedigende Verkehrs­situation rund um die Gregorschule ist aktuell ein weiteres Problem hinzugekommen. Seit dem vergangenen Dienstag ist an der Gregorstraße das Teilstück zwischen Hausnummer 10 und 17 für zwei Wochen voll gesperrt. Der Grund dafür aber ist nachvollziehbar und auch notwendig. Das frisch gehobene und sanierte Gebäude der Gregorschule bekommt einen neuen Gasanschluss. om

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