Gladbeck - Beim diesjährigen Sommerfest des Bürgermeisters am Kotten Nie stand wieder einmal das Ehrenamt im Mittelpunkt. Jährlich feiert Bürgemeister Ulrich Roland ein Sommerfest, um sich bei den Gladbeckern für ihr ehrenamtliches Engagement zu bedanken. Die Gäste folgten der Einladung des Bürgermeisters zahlreich und feierten gemeinsam mit der Stadtspitze ein fröhliches Sommerfest mit gemeinsamem Singen, einem leckeren Salatbuffet und Gutem vom Grill. Für musikalische Untermalung sorgte dabei der bekannte Gladbecker Liedermacher Rainer Migenda. Das Team des Kotten Nie verwöhnte die Gäste wie jedes Jahr mit seiner Gastfreundschaft.
In seiner Ansprache betonte Bürgermeister Ulrich Roland die Wichtigkeit des Ehrenamtes: „Gladbeck ohne Sie, ohne Ihren Einsatz, wäre nicht die Stadt, die wir kennen, in der wir gerne leben, die wir lieben. Das ehrenamtliche Engagement in unserer Stadt hat viele Gesichter. Egal, ob es sich um den Einsatz im Sport, im sozialen Bereich, in unserer Freiwilligen Feuerwehr oder in unseren zahllosen Vereinen handelt: Die Gladbecker sind da, wenn Sie gebraucht werden! Dafür gebührt Ihnen allen im Namen unserer Stadtgesellschaft ein herzlicher Dank! Sie übernehmen Verantwortung für Ihre Stadt, gestalten das Leben vor Ort, bringen sich mit Ihren Ideen ein.“
Im Rahmen des Sommerfestes vergaben die Rheinisch Westfälische Wasserwerksgesellschaft und LebensArt außerdem ihre Auszeichnungen an die Gewinner der Aktion „Menschen machen‘s möglich“. Denn auch bei dieser Aktion dreht sich alles um das Ehrenamt. Erstmals wurden in diesem Jahr die einzelnen Projekte ausgezeichnet, für die sich die Ehrenamtler engagieren. Zuvor wurden die Projekte den Gladbeckern in der LebensArt zur Wahl gestellt. Sechs Projekte aus ganz unterschiedlichen Bereichen nahmen bei der Aktion „Menschen machen‘s möglich“ teil: Der Ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst Emscher-Lippe, der ehrenamtlich Familien mit lebensverkürzend erkrankten Kindern begleitet, das Mehrgenerationencafé Café Malte, bei dem sich Menschen jeden Alters treffen und austauschen können, das Projekt „Inklusion – Leben gemeinsam erleben“, bei dem Menschen mit Behinderung ein eigener Kleingarten zum Bewirtschaften zur Verfügung gestellt wird, die Gladbecker Tafel, die bedürftige Menschen in Gladbeck mit Lebensmitteln versorgt, das Projekt „Interkulturelle Mehrgenerationenwoche“, bei dem Alt und Jung gemeinsam sportlich aktiv werden, und das Projekt „Die Vorleser – Kinder lesen für Kinder“, bei dem Kinder zur Leseförderung anderen Kindern vorlesen.
Verdient hat wohl jedes dieser Projekte eine Förderung. Das sah auch RWW-Geschäftsführer Dr. Franz-Josef Schulte so. Jedes der Projekte erhielt als Anerkennung eine Förderung von 400 Euro. Das Gewinnerprojekt „Die Vorleser – Kinder lesen für Kinder“ erhielt von den Gladbeckern die meisten Stimmen und damit den Hauptpreis von 1.000 Euro. „Das ist wirklich toll“, freut sich Elisabeth Boekstegen nach der Preisverleihung. Bereits seit sieben Jahren engagiert sie sich ehrenamtlich im Kinderhort Terebinthe vom Sozialdienst katholischer Frauen für Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahre. Zunächst half sie den Kindern bei den Hausaufgaben und mittlerweile kümmert sie sich ganz gezielt um die Leseförderung. Einmal in der Woche übt sie mit den Kindern einzeln und zu zweit das Lesen und Vorlesen. Damit die Kinder dann auch zeigen können, was sie schon gelernt haben, haben sich Hortleiter Jörg Hain und Elisabeth Boekstegen etwas Neues einfallen lassen. Die Hortkinder besuchen Kindergärten und lesen den Kindergartenkindern dort vor. „Das soll jetzt ein festes Angebot in unserer Jahresplanung werden“, erklärt Jörg Hain. Die nun gewonnene Förderung von 1.000 Euro soll in die Leseförderung fließen und zum Beispiel für Belohnungen für besonders fleißige Leser verwendet werden. Denn die Kinder, die sehr viel gelesen haben, dürfen sich in einer Buchhandlung ein Buch aussuchen. Aber auch in die Fahrtkosten zu den Vorleseterminen oder in Bücher für den Schulbereich soll die Förderung von „Menschen machen‘s möglich“ fließen.
Auch im kommenden Jahr sollen wieder ehrenamtliche Projekte in Gladbeck bei der Aktion „Menschen machen‘s möglich“ ausgezeichnet werden, darüber sind sich die Verantwortlichen der RWW und der LebensArt einig. go