Kirchhellen - Leben, Lernen und Wachsen – das sollen die 113 Schüler der neuen Sekundarschule in Kirchhellen in den kommenden sechs Jahren gemeinsam. Im August startete die Sekundarschule in ihr erstes Schuljahr und das mit einer klaren Ansage für den allerersten Tag: „Die Kinder sollen um 11.35 Uhr mit einem Lächeln aus den Klassen kommen und gerne wieder herkommen“, sagt Schulleiter Stefan Völlmert bei der Begrüßung der Schüler und Eltern. In den Pavillons an der Gregorstraße, die zuvor als Ausweichquartier von der Gregorschule genutzt wurden, lernen die Sekundarschüler jetzt. Und für Schulleiter Stefan Völlmert ist beim Start dieser neuen Schulform in Kirchhellen eines klar: „Die Schülerinnen und Schüler sollen bei allen Planungen im Mittelpunkt stehen.“
Drei Schwerpunkte standen bei der Erstellung des pädagogischen Konzeptes im Mittelpunkt: Leben, Lernen und Wachsen. „Leben, denn die Kinder sollen sich hier wohlfühlen und gerne zur Sekundarschule Kirchhellen kommen“, erklärt Schulleiter Stefan Völlmert. Lernen, denn eine Schule ist ein Ort zum Lernen. „Aber wenn schon Schule, dann soll es wenigstens auch ein bisschen Spaß machen“, betont der Schulleiter bei der offiziellen Eröffnungsfeier der Sekundarschule. Und auch wachsen sollen die Schüler in den nächsten Jahren an der Sekundarschule – körperlich und geistig. Symbolisch steht dafür auch der Baum, der das Logo der Schule ziert. Nicht nur als Logo spielt der Baum bei der Sekundarschule eine Rolle. Jede Klasse erhielt zum Start einen eigenen Klassenbaum, der mit bunten Wunschkarten der Schüler geschmückt wurde. Auf die Karten konnten die Schüler schreiben, was sie sich für ihre Schulzeit wünschen. Egal, wie diese Wünsche lauten, Stefan Völlmert und das zehnköpfige Lehrerteam wollen die Schüler auf ihrem Weg begleiten und gemeinsam mit ihnen herausfinden, was ihnen liegt, um sie so nach sechs Jahren in eine Ausbildung oder eine weiterführende Schule zu entlassen.
Dabei ist das Konzept der Sekundarschule für Kirchhellen etwas Neues, denn hier geht es um längeres, gemeinsames Lernen mit neuen Unterrichtsformen wie Projekt- und Profilunterricht. „Wenn etwas Neues ausprobiert wird, gibt es viele Skeptiker und Zweifler“, sagt Stefan Völlmert bei der Eröffnungsfeier. „Die Schüler werden keine Versuchskaninchen sein“, betont der Schulleiter. Denn diese Befürchtung wurde von besorgten Eltern bei einer der Informationsveranstaltungen während der Planungsphase der Sekundarschule geäußert. „Wir sind eine Schule für alle, aber nicht alle sind gleich. Wir sehen an der Sekundarschule die Verschiedenheit als Chance, sie ist erwünscht und ein Teil des Konzeptes“, erklärt Stefan Völlmert.
Auch Oberbürgermeister Bernd Tischler freut sich über die Eröffnung der neuen Schulform. „Mit der Sekundarschule und der Gesamtschule haben wir jetzt zwei Schulformen des längeren Lernens in der Stadt.“ Die hohe Zahl der Anmeldungen spricht laut dem OB für sich. Zunächst sollte die Schule nur dreizügig an den Start gehen, doch da viele Schüler dann hätten abgewiesen werden müssen, kam eine weitere Klasse hinzu. Acht Millionen Euro will die Stadt Bottrop in den kommenden Jahren in die Sekundarschule investieren. Mit dem Auslaufen der Hauptschule Kirchhellen soll sie von den Pavillons an der Gregorschule in dieses Schulgebäude ziehen, denn mit der Einrichtung der Sekundarschule ist das Auslaufen der Hauptschule verbunden. Bei der Eröffnungsfeier der neuen Schule ließ der Pionierjahrgang bunte Luftballons steigen, um über Kirchhellen hinaus ein Zeichen für die neue Schule und die neue Schulform zu setzen. „Wir wollen mit der Aktion zeigen, dass wir es gemeinsam als Schulgemeinschaft der Sekundarschule schaffen können“, sagt der Schulleiter. go