Zwei Gemeinden – eine Freundschaft

Seit 25 Jahre besteht eine intensive Partnerschaft zwischen St. Ludgerus und Nuestra Senora de la Paz – Zur Feier besuchen fünf Freunde aus San Cristobal die Gemeinde

Schermbeck - 1989/90 begann alles mit einer Idee. Anlässlich des 75-jährigen Kirchbaujubiläums entschied sich die Schermbecker Pfarrkirche, eine Gemeinde in der dritten Welt beim Bau einer Kirche finanziell zu unterstützen. Doch auch nach dem Kirchenaufbau blieb die Partnerschaft zu der Gemeinde in San Cristobal bestehen und wuchs seitdem immer weiter. Heute können beide Gemeinden auf eine 25-jährige Freundschaft zurückblicken. Ende August besuchte eine kleine Gruppe aus San Cristobal die Kirchengemeinde St. Ludgerus, um gemeinsam das Jubiläum zu feiern.
 

„Über die Jahre hat sich die Partnerschaft zu einer tiefen Freundschaft entwickelt“, freut sich Diakon Ekkehard Liesmann. Er selbst leitet das Projekt seit Beginn und fördert insbesondere den Jugendaustausch zwischen den beiden Gemeinden. „Durch den Jugendaustausch zwischen Schermbeck und San Cristobal pflegen wir die persönlichen Beziehungen“, erklärt Ekkehard Liesmann. Neben dem Austauschprojekt stützt sich die Partnerschaft auch noch auf zwei weitere Teilprojekte. St. Ludgerus unterstützt die Gemeinde in St. Cristobal mit finanziellen Mitteln. Ein fester Spenderstamm spendet im Jahr insgesamt rund 15.000 Euro für das Gesundheits- und Schulprojekt.

Seit 1991 finden gegenseitige Besuche im Zweijahres-Turnus statt. Schon über 60 Jugendliche aus San Cristobal erhielten so die Chance, zwei Wochen das Leben in Deutschland kennenzulernen. Auch in diesem Jahr besuchten vier Mädchen die Schermbecker Kirchengemeinde. Rosa Ysabel Ruiz Alcantara, Andreina Uribe Japa, Anny Aponte Martinez und Dileyni Tiljana Almonte de la Rosa traten die zwölfstündige Reise nach Deutschland an. Zusammen mit Pater Jose Luis Lugo Dipre verbrachten sie zwei Wochen bei drei Gastfamilien in Üfte. „Die Gastfamilien geben ihnen nicht nur ein Bett und Essen, sondern unternehmen auch viel mit ihnen. Der weite Weg muss sich schließlich lohnen“, sagt Ekkehard Liesmann. Das Programm wird meist schon Wochen im Vorraus geplant. Die kleine Besuchergruppe konnte in der kurzen Zeit viele Eindrücke einfangen und Schermbeck und die weitere Umgebung kennenlernen. Von Xanten über Münster bis hin zum Kölner Dom fuhren die engagierten Familien mit ihren Gästen aus der Dominikanischen Republik. „Abends ist es meist ein gemütliches Beisammensein und es wird viel gelacht. Einen Abend haben die Gäste sogar etwas für uns gekocht aus ihrer Region“, berichtet der Schermbecker. Auch wenn die Besucher aus San Cristobal meist nur spanisch sprechen, gibt es immer einen Weg sich zu verständigen. Ekkehard Liesmann hat selbst über die Jahre ein paar Sätze spanisch gelernt: „Wir wussten von Anfang an, dass es schwer wird mit der Verständigung. Aber wir haben die Sprachbarriere nie als Problem angesehen, sondern als Herausforderung.“
 

Er selbst besuchte die Partnergemeinde in der Dominkanischen Republik schon etwa 13 Mal und ist begeistert von den herzlichen Menschen in dem Land. Zum Abschied gab es für die fünf Gäste noch ein persönlich zusammengestelltes Fotoalbum, das sie immer an die Zeit in Deutschland erinnern soll.
Im nächsten Jahr macht sich dann wieder eine kleine Besuchergruppe aus Schermbeck nach San Cristobal auf. Vier Wochen bleiben die jungen Erwachsenen in der Partnergemeinde und helfen vor Ort, unter anderem beim Aufbau kleiner Kappellen. Diese dienen in der Region um San Cristobal nicht nur als Versammlungsraum, sondern auch als Schutzunterkunft in der Hurricane Saison. Der Einsatz finanziert sich zum Größtenteil durch die Förderung des Landes NRW. „Die jungen Erwachsenen aus Schermbeck, die die Reise schon angetreten sind, fühlten sich im Nachhinein bereichert. Sie arbeiten dort nicht nur, sondern lernen auch viel vom Land kennen. Meist fahren sie direkt vor dem Studium oder der Ausbildung dorthin“, erklärt Diakon Ekkehard Liesmann. Die intensive Partnerschaft konnte sich über die Jahre zu einer tiefen Freundschaft entwickeln, da die Gemeinde St. Ludgerus hinter diesem Projekt steht. Ekkehard Liesmann weiß wie viel dauerhafte Arbeit aufgebracht werden muss, um ein solches Projekt am Laufen zu halten. In Zukunft wünscht er sich, dass er die Gesamtleitung mit guten Gewissen übergeben kann. kb

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