Kirchhellen - Vom Regen lässt man sich in Kirchhellen nicht abhalten. Das gilt auch für das Hardinghauser Runkelfest. In Bauerntracht und Holzklotschen trafen sich im September alle Brauchtumsfreudigen vor der Taverne „Die Olive“ ehemals Haseke an der Münsterstraße. Hier startete das Runkelfest mit einem Umzug zum Hof Rottmann.
Dort ging es das richtig los und alle, die Lust hatten, durften ihr Glück beim Runkelwerfen versuchen. Dabei sind die neun auch als Futterrüben bezeichneten Runkeln in etwa drei Meter Höhe durch Seile an einer Holzstellage befestigt und müssen durch gezielte Würfe mit Holzknüppeln abgeworfen werden. Alle drei Jahre findet das Fest statt und auch in diesem Jahr gibt es wieder ein neues Königspaar. Der familiäre Rahmen und die Atmosphäre werden beim Runkelfest groß geschrieben.
Zehn Paare traten im Wettwerfen um die Runkelkönigsehre am Ende gegeneinander an. „Da waren schon ein paar gute Würfe dabei“, erklärt Heidi Wenzelmann vom Runkelvorstand. „Ein Wurf von Ricarda Wenker, auch Locke genannt, brachte die letzte Runkel schon so richtig zum Wackeln und alle dachten, wir bekommen wieder eine Runkelkönigin“, erzählt Heidi Wenzelmann. Doch noch hielt die Runkel und erst der nächste Wurf von Lockes Partner Michael Stappert, auch Stappi genannt, brachte die Runkel zum Fallen und die beiden auf den Thron.
Insgesamt ist der Runkelvorstand zufrieden mit dem Fest. „Der Umzug war trotz Regen gut besucht und es sind viele mitgelaufen und waren verkleidet“, erzählt Heidi Wenzelmann. Auch für die Kinder gab es neben einem Kinderrunkelwerfen weiteres Programm. Im Trockenen warteten Kinderschminken und eine Hüpfburg. Die Erwachsenen konnten es sich in der Schulte-Wieschen-Ecke gemütlich machen. Diese Ecke besteht aus den Möbeln der alten Gaststätte Schulte-Wieschen, die Frank Rottmann nach deren Schließung aufkaufte. In einem ehemaligen Stall hatten die Möbel in diesem Jahr nun noch mehr Platz und sorgten gerade bei den etwas älteren Kirchhellenern für eine nostalgische Stimmung. „Die Schulte-Wieschen-Ecke soll an dieser Stelle nun auch fest stehen bleiben und beim nächsten Runkelfest in drei Jahren von den Besuchern genutzt werden“, erklärt Heidi Wenzelmann. go