Jetzt heißt es: Top, die Wette gilt!

Die GAGU Zwergenhilfe fordert Bürgermeister Mike Rexforth heraus – Auf der Halloween-Familienfeier wird die Wette abgeschlossen

Schermbeck - Kleine Hexen und gruselige Gestalten aus dem Reich der Untoten kamen an Halloween auf dem Rathausplatz in Schermbeck zusammen. Anlass war der schaurig schöne Startschuss für die Bürgermeister-Wette. Die GAGU Zwergenhilfe machte an diesem Tag ihre Ankündigung wahr und forderte den Schermbecker Bürgermeister heraus. 50.000 Euro in einem Jahr soll Mike Rexforth für ein soziales Projekt zusammentragen – das hört sich erst einmal viel an. Doch muss man bedenken, wenn jeder Schermbecker nur 3 Euro spendet, ist die Summe zusammen. Wenn alle Schermbecker mithelfen, kann Mike Rexforth es schaffen. Verschiedene Veranstaltungen über das Jahr verteilt sollen das Geld einbringen. Zusätzlich versteigert Mike Rexforth noch einen persönliches Schätzchen aus seiner privaten Sammlung. Der Erlös wird auch der Zwergenhilfe zu Gute kommen.
 

Der Anlass, um die Wette abzuschließen, war ein Familienfest auf dem Rathausplatz in Schermbeck. Passend zu Halloween wurden Gruselkabinette für Klein und Groß aufgebaut. Eine große Hüpfburg und viele kleine Spielestationen sorgten bei den Kindern für viel Spaß an dem Tag. Um 16.30 Uhr wurde es dann ernst. Der Bürgermeister wurde auf die Bühne gebeten. „Ich bin stolz, dass die GAGU Zwergenhilfe mit der Frage an mich herangetreten ist. Aus einer Idee und einer Wette kann viel entstehen. Im Vordergrund entsteht hier Hilfe. Da wo wirkliche Probleme bestehen, hilft die GAGU Zwergenhilfe. Deshalb habe ich keine Sekunde gezögert“, erklärt Bürgermeister Mike Rexforth seinen Entschluss, die Wette anzunehmen. Für ihn steht das Menschsein im Vordergrund. Ihm ist es wichtig, dass er Schermbeck nicht isoliert von der Außenwelt betrachtet. Mike Rexforth begeistert an GAGU besonders, dass auch sie diese Werte vertreten. „Gerade in heutiger Zeit ist es wichtig, den Menschen in ärmeren Ländern vor Ort zu helfen, damit sie ihre Familien und ihr Zuhause nicht verlassen müssen, um auf eine unbekannte Reise zu gehen“, führt der Schermbecker Bürgermeister fort. Er versucht alles, um das Geld in einem Jahr zusammen zu bekommen. So spendet er auch für den guten Zweck eine Gitarre  aus seiner privaten Sammlung. „Was wenige wissen, ich sammle persönlich signierte Gitarren“, verrät der Schermbecker Bürgermeister. Aus der Sammlung stiftet er seine geliebte Herbert Grönemeyer Gitarre. „Vor zwei­einhalb Jahren war ich auf seinem Konzert und ließ mir persönlich die Gitarre signieren. Da Herbert Grönemeyer selbst sehr sozial eingestellt ist und sich dahingehend engagiert, habe ich gedacht, diese Gitarre ist die beste Wahl für diesen Anlass. Sie soll ein Symbol sein“, verrät Mike Rexforth.
 

Die GAGU Zwergenhilfe engagiert sich seit Jahren in Sierra Leone, einer Republik in Westafrika. Besonders das Wohl der Kinder und Familien liegt der gemeinnützigen Organisation am Herzen. Im Jahr 2008 gab es bereits eine Wette zwischen der GAGU Zwergenhilfe und dem damaligen Bürgermeister. 36.000 Euro konnten sie damals zusammentragen. Das Geld wurde für ein Projekt in Afrika gesammelt. Die GAGU Zwergenhilfe konnte ein Kinderhaus erbauen, welches im Moment sogar noch erweitert wird. Auch die 50.000 Euro, die Mike Rexforth in einem Jahr sammelt, möchte die Zwergenhilfe für ihre Projekte vor Ort verwenden. Doch auf Grund der aktuellen Flüchtlingskrise wird ein Teil des Geldes auch in Schermbeck bleiben, damit hier die armen Familien bessere Unterstützung bekommen können. „Auch wenn wir natürlich auch hier in Schermbeck helfen, sind wir der Meinung, dass man mit der Hilfe viel früher beginnen muss, nämlich vor Ort in den armen Ländern“, erklärt Gudrun Gerwien von der GAGU Zwergenhilfe.
Im Jahr 2014 ist etwas Unvorhersehbares eingetreten. Ebola ist in Westafrika ausgebrochen. Auch in Sierra Leone gab es tausende Krankheitsfälle. Die Aufbauarbeiten in dem Land stockten. Sierra Leone erlitt einen Rückschlag durch die verheerenden Auswirkungen der Krankheit. „Über 20.000 Kinder sind nach dem Ebola-Ausbruch zu Waisen geworden. Das sind weit mehr als Schermbeck Einwohner hat. Die Kinder haben ohne ihre Eltern keine Zukunft“, sagt Gudrun Gerwien. Die GAGU Zwergenhilfe  überlegte sich, wie sie am besten helfen kann. „Wir haben ein gutes Stück Land erworben in Sierra Leone und wollen dort Häuser bauen für die Menschen“, verrät Gudrun Gerwien. Diese Häuser sollen den Menschen, die zur Zeit unter widrigen Bedingungen in den Slums leben, ein besseres Zuhause sein. Dabei handelt es sich um kleine Häuser mit zwei oder drei Räumen. „Wir möchten die Menschen aus den Slums holen. Doch daran sind natürlich auch Bedingungen geknüpft. Die Menschen, die dort einziehen möchten, sollen bei dem Aufbau helfen. Außerdem kann das Haus nicht weitervererbt werden. Als letztes liegt uns besonders am Herzen, dass die Menschen Pflegekinder aufnehmen. So bekommen die Waisenkinder eine Familie“, erklärt Gudrun Gerwien. Für sieben oder acht Familien sollen neue Wohneinheiten entstehen. Ein Haus kostet in etwa 15.000 Euro. Das ist eine stolze Summe für die engagierte Organisation. Deshalb musste eine neue Wette mit dem Bürgermeister her. Denn die Familien, die in die Häuser einziehen, müssen auch ernährt werden. Außerdem ist die medizinische Grundversorgung der Menschen wichtig.  Neben zahlreichen Schermbecker Gästen, die Zeugen des Wettenabschlusses wurden, gab es auch hohen Besuch aus Berlin. Der stellvertretende Botschafter von Sierra Leona reiste extra nach Schermbeck, um seinen Dank auszusprechen. Er überbrachte der GAGU Zwergenhilfe ein Zertifikat für ihr besonderes Engagement in Sierra Leone. Diese Wertschätzung rührte vor allem Gudrun Gerwien, die die Auszeichnung stellvertretend für die GAGU Zwergenhilfe entgegennahm.
„Wir können bei dieser Wette gar nicht verlieren. Wenn Mike Rexforth die 50.000 Euro zusammenbringt, dann gewinnen wir auch. Trotzdem wollen wir dann unseren Wetteinsatz einlösen. Wenn wir verlieren, richten wir im nächsten Jahr eine große Silvesterfeier aus für alle Schermbecker“, verrät Gudrun Gerwien. Auch Mike Rexforth verkündete seinen Wetteinsatz: „Meine Familie und ich haben viel überlegt, was ich machen könnte, wenn ich verliere. Wenn ich die 50.000 Euro nicht zusammenbekomme bis Halloween nächsten Jahres, werden meine Familie und ich auf dem Schermbecker Weihnachtsmarkt versuchen, den Differenzbetrag zu sammeln. Wir haben schon einige Ideen“, sagt Mike Rexforth. Die Schermbecker können sich auf ein spannendes Jahr mit vielen Veranstaltungen freuen. kb

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