Kirchhellen - Wie sollte Kirchhellen in Zukunft aussehen? Diese Frage stellten sich rund 50 interessierte Bürger Anfang November bei einem Werkstattgespräch im Brauhaus am Ring. Im Rahmen des „Zukunftsstadt“-Prozesses lud die Stadtverwaltung alle Kirchhellener Bürger ein, um gemeinsam Visionen, Ideen und Verbesserungsvorschläge zu sammeln. Dabei sind viele innovative Ideen entstanden.
„Ich habe ein sehr positives Gefühl. In dem Werkstattgespräch sind produktive und gute Sachen herausgekommen“, freut sich Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder über die Diskussionsrunde Anfang November. Eingeladen zu dem Werkstattgespräch waren insbesondere die Bürgerinnen und Bürger, Vereine und Institutionen sowie Politik und Wirtschaft, die gemeinsam mit der Stadtverwaltung und Wissenschaft Ideen und Lösungsvorschläge für einen klimagerechten Stadtumbau erarbeiten.
Bisher konnten sich Bürgerinnen und Bürger bei unterschiedlichen Aktionen – unter anderem bei Gesprächen auf den Wochenmärkten und dem Feierabendmarkt sowie beim Workshop „Male deine Stadt der Zukunft“ auf dem Mitmachfest im September – ihre Ideen und Anregungen einbringen. Diese Ideen werden nun mit in die Werkstätten getragen und sollen dort diskutiert und weiterentwickelt werden. Im September wurde auch in Kirchhellen bei den Marktgesprächen erste Anregungen für die „Vision 2030+“ gesammelt. Gemeinsam mit Bürgermeister Klaus Strehl und Ludger Schnieder führten Mitarbeiter der Stadtverwaltung zahlreiche Gespräche über die Zukunftsvorstellungen der Bürger. Schwerpunktthema war hierbei die Herausforderung des Klimawandels für Kirchhellen.
Foto: Stadt Bottrop
Bei dem Werkstattgespräch wurde ebenfalls diskutiert, wie sich Kirchhellen auf die Herausforderungen des Klimawandels einstellen und wie der Ausstoß klimaschädlicher CO²-Emissionen weiter reduziert werden kann. Dazu wurden an vier Tischen die Themen „Wohnen“, „Mobilität“, „Energie“ und „Klimaanpassung“ diskutiert. Gemeinsam in den Arbeitsgruppen wurden Visionen für einen klimagerechten Stadtumbau entwickelt. Dabei sind auch Erfahrungen aus der InnovationCity unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten mit eingeflossen.
„Es wurden sehr viele spannende Vorschläge gemacht. Es war toll zu sehen, wie viele Bürger sich für die Zukunft unseres Dorfes interessieren und aktiv mitmachen möchten“, erklärt Ludger Schnieder. Ein Vorschlag, der von einem der anwesenden Bürger kam, beschäftigt sich mit der Energiegewinnung in Kirchhellen. „Es wurde vorgeschlagen, dass bis zum Jahr 2030 der Flugplatz Schwarze Heide geschlossen wird, um dann mehr Windräder in Kirchhellen bauen zu können“, berichtet Ludger Schnieder. Bis jetzt gibt es neun Anlagen in der Kirchhellener Umgebung. „Eine weitere Vision, die mich sehr beeindruckte, war die, die noch leeren Dächer der Häuser in Kirchhellen zu begrünen“, verriet der Bezirksbürgermeister. Durch eine Begrünung der Dächer würde nicht nur im einzelnen das Raumklima im Inneren verbessert werden können, sondern es könnte auch zur Verbesserung des Stadtklimas beitragen. „Die Idee der Zukunftsstadt passt perfekt zu Kirchhellen. Denn wir haben viele Möglichkeiten Energie zu gewinnen“, sagt Ludger Schnieder. Die Ergebnisse des Werkstattgespräches werden im Nachhinein ausgewertet. Dann wird entschieden, welche Vision in dem Wettbewerb weiterkommt. „Auch wenn manche Ideen in dem Zuge nicht ausgewählt werden, die Vorschläge bleiben uns trotzdem erhalten“, erklärt Ludger Schnieder.
Der Wettbewerb „Zukunftsstadt“ zeigt, wie Bürger und Forschung schon heute dazu beitragen können, Städte nachhaltig und lebenswert zu gestalten. Bürger, Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung entwickeln gemeinsam Visionen für die Zukunft ihrer Kommunen und erproben diese vor Ort: Es geht um sichere Energie, um klimaangepasstes Bauen, bezahlbares Wohnen, um Arbeiten, Freizeit, Kultur, Bildung, Mobilität und vieles mehr. Der Wettbewerb „Zukunftsstadt“ startete im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2015. Die Stadt Bottrop ist eine von 52 Städten, Gemeinden und Landkreisen, die vom Bundesministerium für Forschung und Bildung als „Zukunftsstadt“ im Rahmen eines mehrjährigen Wettbewerbs ausgewählt wurde. Das Ziel für die Bottroper Organisatoren ist es, mit der breiten Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger möglichst die nächste Phase des Wettbewerbs zu erreichen. Der Zukunftsstadt-Prozess soll das Projekt InnovationCity sowohl räumlich als auch thematisch ergänzen. Neben dem Klimawandel werden auch der Strukturwandel sowie das Thema des demographischen Wandels hierbei aufgegriffen. kb
Weitere Informationen erhalten Interessierte auf der Webseite www.wettbewerb-zukunftsstadt.de.