Gladbeck - Was bedeutet „behütet sein“ für mich? – Diese Frage stellten sich die Besucher des Neujahrsempfangs der Seniorenhilfe Mitte Januar im Vinzenzheim. Neben den obligatorischen Grußworten rückte wie in jedem Jahr ein Themenschwerpunkt aus dem Bereich der Pflege in den Mittelpunkt. In diesem Jahr stellte man die Frage nach der Bedeutung des „diakonischen Profils“ in den Pflegeeinrichtungen und Diensten der Seniorenhilfe.
„Jeder Mensch hat Anspruch darauf, gemäß der ihm eigenen Art, seinen Bedürfnissen nach Wertorientierung, Sinnsuche, religiöser Orientierung und Spiritualität nachzugehen“ – so ein Zitat aus dem Qualitätshandbuch der Seniorenhilfe.
Die Betreuung und die pflegerische Qualität in den Einrichtungen seien jedoch nicht allein durch gesetzliche Vorgaben und fachliche Weiterbildung geprägt. Vielmehr seien es Angebote zur religiösen Orientierung, Sinnsuche und Spiritualität, die das diakonische Profil ausmachen und zum Leben in den Einrichtungen der Seniorenhilfe dazugehören. „Natürlich müssen wir von der Diakonie die gesetzlichen Rahmenbedingungen einhalten. Doch das, was uns auszeichnet und wofür wir stehen, geht weit darüber hinaus“, erklärt Michael Horst, der für die Öffentlichkeitsarbeit des Diakonischen Werkes zuständig ist. Das diakonische Profil ist ein Leitbild in der Seniorenhilfe, das in konfessionellen Einrichtungen besonders gelebt wird.
Angebote, wie regelmäßige Gottesdienste, Andachten und seelsorgerische Gespräche, ein Erinnerungsbuch für verstorbene Bewohner in den Eingangsbereichen der Seniorenzentren sowie Abschiedsgottesdienste, machen diesen Qualitätsanspruch lebendig.
Diese Besonderheiten sind für die Bewohner von großer Bedeutung, aber auch Mitarbeiter nehmen so anders Anteil.
Zum Neujahrsempfang Mitte Januar kamen rund 70 Zuhörer in die Kapelle des Vinzenzhauses. Darunter waren unter anderem Bewohner des Hauses, Mitarbeiter und kirchliche Repräsentanten. Kurzreferate aus unterschiedlichen Perspektiven gaben besondere Einblicke in das Leben einer ambulanten oder stationären Senioreneinrichtung und verdeutlichten die Bedeutung des diakonischen Profils in all seinen Ausprägungen für Bewohner, Klienten und Mitarbeitende.
„Eben dieses diakonisches Profil ist Anleitung und Impulsgeber für das alltägliche Leben in unseren Einrichtungen. Viele unserer Bewohner und Klienten haben in ihrem bisherigen Leben Trost und Geborgenheit in ihrem Glauben oder ihrer Spiritualität gesucht und gefunden. Das sollen sie auch in unseren konfessionellen Einrichtungen wiederfinden. Kooperationen mit Kirchengemeinden und den ambulanten Hospizdiensten leisten dabei wertvolle Unterstützung, für die wir sehr dankbar sind“, so Kerstin Schönlau, Prokuristin der Seniorenhilfe.
Die Besucher des Neujahrsempfanges erfuhren, dass fachliche Weiterbildung und gesetzliche Vorgaben zwar elementare Bausteine der modernen Altenpflege sind, doch das Leben und die persönlichen Erwartungen von Bewohner und Klienten über eine fachgerechte und gesetzeskonforme Versorgung hinausgehen. Das diakonische Profil fängt diese Bedürfnisse und Erwartungen auf und verleiht ihnen in den unterschiedlichen Angeboten Gestalt und prägen so das alltägliche Leben in den Einrichtungen. kb