Kirchhellen - Die anhaltende Niedrigzinsphase, der Digitalisierungsprozess sowie die stetig steigenden regulatorischen Anforderungen stellen gerade regional ausgerichtete Kreditinstitute wie die Sparkasse Bottrop vor besondere Herausforderungen. Doch der Geschäftsverlauf des Jahres 2015 wird von der Sparkasse Bottrop vor dem gesamtwirtschaftlichen Hintergrund positiv bewertet. Auf der Jahrespressekonferenz zeigte sich der Vorstand, vertreten durch den Vorsitzenden Thomas Schmidt und Vorstandsmitglied Burkhard Klanten zufrieden.
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Niedrigzinsphase hält an
„2015 war ein Jahr mit großen Herausforderungen. Die Niedrigzinsphase oder eher gesagt die Null-Zinsphase war vor einigen Jahren unvorstellbar. Nun birgt sie eine große Herausforderung für die Sparkasse Bottrop“, erklärt Thomas Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Bottrop. Für die Lösung der Finanzkrise müssen die Zinsen für längere Zeit niedrig bleiben. So denkt auch Thomas Schmidt: „Eine Zinswende wird es vorraussichtlich in diesem Jahrzehnt nicht mehr geben. Wenn der Zins praktisch abgeschafft ist, kann das nicht ohne Auswirkungen auf die Zinsüberschüsse bleiben.“ Doch trotz der schwierigen Marktsituation erzielte die Sparkasse Bottrop im vergangenen Jahr ein zufriedenstellendes Ergebnis. Ebenso wie die Kundeneinlagen, die um 32 Millionen Euro auf nunmehr 832 Millionen Euro gestiegen sind, erhöhte sich auch das Kreditvolumen von 757 auf 771 Millionen Euro. Die Bilanzsumme der Sparkasse Bottrop liegt nun bei 1.219 Millionen Euro.
Verändertes Kundenverhalten
Besonders auffällig war im vergangenen Jahr das veränderte Kundenverhalten. „Unsere Kunden kommen heute durchschnittlich nur noch einmal im Jahr in die Geschäftsstelle. Dafür nutzen sie fast 200 Mal im Jahr die Sparkassen-Apps“, skizziert Thomas Schmidt das veränderte Kundenverhalten. Darauf musste die Sparkasse Bottrop reagieren. Sie ist trotzdem weiterhin an acht Standorten mit umfassendem Beratungs- und Serviceangebot sowie mit zwei Selbstbedienungsgeschäftsstellen für ihre Kunden da. „Seit dem Jahreswechsel haben wir zudem samstags von 9 bis 13 Uhr unseren Servicebereich im KundenCenter der Hauptstelle mit Mitarbeitern besetzt. Wir möchten unseren Kunden die Möglichkeit geben, den Samstagseinkauf für den Besuch in der Sparkasse zu nutzen.“ Um auch die Services für Kunden, die die Sparkasse Bottrop telefonisch oder online erreichen möchten, weiter auszubauen, richtet die Sparkasse ab dem 4. Mai ein KundenServiceCenter ein, in dem Mitarbeiter der Sparkasse Bottrop den Kunden telefonisch mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Immobilien-Interesse steigt weiter
„Es ist momentan eine traumhafte Zinslandschaft für Häuslebauer“, erklärt Thomas Schmidt das vermehrte Kundeninteresse an Immobilien. Deutlich spürbar war diese erhöhte Immobilien-Nachfrage auch bei der Vermittlung der Häuser und Wohnungen im Baugebiet Schultenkamp in Kirchhellen. Das attraktive Wohnumfeld, die moderne Energieversorgung durch Erdwärme und das Zinsniveau sorgten auch 2015 für eine rege Nachfrage. So ist der erste Bauabschnitt komplett ausverkauft.
Digitalisierung bei der Sparkasse
Um den finanziellen Spielraum ihrer Kunden auch bei spontanen Einkäufen und kurzfristigen Anschaffungen zu erweitern, hat die Sparkasse im vergangenen Geschäftsjahr ein neues Produkt eingeführt – die SparkassenCard Plus. Sie ermöglicht dem Inhaber das bargeldlose Bezahlen in einem fest zugesagten Kreditrahmen zwischen 2.500 und 50.000 Euro und die anschließende bequeme Darlehensrückzahlung in Raten. Das bequeme bargeldlose Bezahlen hat die Sparkasse Bottrop 2015 auch mit der Einführung von girogo forciert. Beträge bis 20 Euro können kontaktlos, also durch Vorhalten der SparkassenCard vor das Bezahlterminal des Händlers, bezahlt werden. Mit der Alten Apotheke ist in Bottrop ein erster großer Händler bei der Akzeptanz von girogo an den Start gegangen. Weitere Händler sollen folgen.
Regulierungsflut
Die Herausforderungen der Sparkasse Bottrop bestehen nicht nur in der anhaltenden Niedrigzinsphase und dem veränderten Kundenverhalten, sondern auch in der Umsetzung von Anforderungen, die aus EU-Richtlinien und der nationalen Gesetzgebung resultieren. „Von knapp 300 Mitarbeitern kümmern sich 20 nur um diese Regulatoren“, erklärt Thomas Schmidt die enormen Ausmaße. Trotz der großen Herausforderungen blickt Thomas Schmidt zuversichtlich in die Zukunft: „Wir haben bereits im vergangenen Geschäftsjahr mit zahlreichen Maßnahmen auf die schwierige Marktsituation reagiert, sodass wir aus heutiger Sicht auch zukünftige Herausforderungen aus eigener Kraft bewältigen können.“ kb