Schermbeck - Freudige Nachrichten ereilten die Gemeinde Schermbeck und den SV Schermbeck Mitte März. Das Ministerium für Bauen, Wohnen und Stadtentwicklung und Verkehr teilt mit, dass auch Schermbeck mit dem Projekt „Abraham-Haus“ eine Förderung erhält. Zuvor hatte das Stadtentwicklungsministerium das zusätzliche Städtebau-Sonderprogramm zur Integration von Flüchtlingen aus Landesmitteln aufgelegt, um die Kommunen bei der Integration zu unterstützen. Etwa jede zweite nordrhein-westfälische Kommune hat sich daraufhin beworben. 147 Projekte aus 100 Städten und Gemeinden durften sich am Ende über die Förderung freuen.
„Mich beeindruckt besonders das große ehrenamtliche Engagement, das aus vielen Anträgen deutlich wird. Ich freue mich daher, dass wir mit unserem Sonderprogramm die vielen engagierten Bürger wirkungsvoll unterstützen und stärken können“, sagte Stadtentwicklungsminister Michael Groschek anlässlich der Programmveröffentlichung. „Ebenso erfreut bin ich darüber, dass viele Städte und Gemeinden die Chancen des Sonderprogramms dazu nutzen, bestehende Begegnungsstätten und Einrichtungen, die bisher schon einen hervorragenden Beitrag zur Integration geleistet haben, zu modernisieren oder zu erweitern. Diese Projekte kommen letztlich allen Bürgern zugute! Und es gibt einige besondere Projekte, bei denen nicht nur Ehrenamtliche und Baufachleute aktiv werden, sondern Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit Flüchtlingen selbst anpacken, um Gebäude für eine öffentliche Nutzung umzubauen: besser kann Integration kaum gelebt werden.“ Und genau das ist auch der Hintergedanke des Schermbecker Projektes „Abraham-Haus“. Denn hier soll ein Gemeinschaftsprojekt entstehen, bei dem schon in der Bauphase die Integration im Mittelpunkt steht
Die Idee
„Bereits seit längerer Zeit wird die marode Infrastruktur des Waldsportplatzes bemängelt und wir wussten, so geht es nicht mehr weiter“, erklärt Johannes Brilo, Vorstandsvorsitzender des SV Schermbeck. „Also haben wir uns Gedanken gemacht.“ Im Mittelpunkt ihrer Diskussionen stand natürlich auch immer das Thema Flüchtlinge. Denn insbesondere Sportvereine leisten einen enormen Beitrag, wenn es um Integration geht. „Schon jetzt kommen viele Flüchtlinge zu uns. Da sind auch viele dabei, die ihre Kinder mitbringen.“ So kam ihnen die Idee von einem Gemeinschaftshaus, das hauptsächlich dem Austausch und der Integration dienen soll – dem Abraham-Haus. Der Namensgeber Abraham steht am Anfang vom Judentum, Christentum und Islam. Alle drei Weltreligionen berufen sich auf ihn. So soll das Abraham-Haus für Toleranz stehen und ein Miteinander der unterschiedlichen Religionen beflügeln. „Wir möchten mit diesem Haus nicht nur den Flüchtlingen einen Treffpunkt geben, sondern allen Bürgern der Gemeinde. Es soll ein gemeinschaftliches Projekt sein und wir wollen alle mitnehmen“, erklärt Johannes Brilo den Grundgedanken. In dem neuen Haus sollen in Zukunft Seminare gehalten werden, es soll Platz für sportliche Aktivitäten geben und ein Treffpunkt entstehen.
So geht es weiter
Nachdem der SV Schermbeck gemeinsam mit der Gemeinde sich im Februar für das Sonderprogramm beworben hat, bekam er bereits im März die Förderzusage. Mit 960.000 Euro unterstützt das Land NRW das außergewöhnliche Projekt. 240.000 Euro müssen dann noch in Eigenleistung aufgebracht werden. Davon wird die Hälfte über Arbeitsstunden geleistet. „Es ist eine riesen Sache. Wir freuen uns, dass diese tolle Idee mit der großen Summe unterstützt wird“, freut sich Johannes Brilo. „In den nächsten Wochen bekommt die Verwaltung die näheren Informationen vom Land und dann können wir richtig loslegen.“ Es werden Arbeitskreise gebildet und das Konzept ausgearbeitet. „Wir möchten andere Vereine ansprechen und auch Flüchtlinge erreichen, um das mulikulturelle Zentrum gemeinsam aufzubauen.“ kb