Foto: Gundis Jansen-Garz

Veränderungen für die Zukunft Kilian 2017

Kilian-Schützengilde Schermbeck geht im Jahr 2017 neue Wege – Schützenfest in Altschermbeck hält am traditionellen Schützenfestablauf fest

Schermbeck - Eins steht fest: Der Geist von Kilian soll erhalten bleiben, auch wenn sich am Ablauf des Festes so einiges getan hat. Im Mittelpunkt steht immer noch die Tradition zu wahren und die Gemeinschaft zu leben. Nur die Art, wie dies einmal im Jahr gefeiert wird, verändert sich im Jahr 2017.

Drei Jahre lang hat der Vorstand der Kiliangilde Schermbeck an einem neuen Konzept für das Traditionsfest gefeilt. Hat Meinungen eingeholt, Fragen gestellt, überlegt und diskutiert. Jetzt präsentierte Schützenkönig Rainer Gardemann das Gerüst für das neue Kilian 2017. „Kilian ist nicht mehr DAS und das einzige Fest im Dorf“, erklärt Rainer Gardemann. Die Lebensumstände der Menschen haben sich verändert, viele Schermbecker arbeiten auswärts und haben Probleme für die „Feiertage“ frei zu bekommen. Es ist festzustellen:

„Die Akzeptanz der Schermbecker am Fest lässt nach“. Rainer Gardemann betont: „Wir werden uns anpassen, ohne den Geist von Kilian aufzugeben.“ Äußere Anlässe, die zusätzlich zum Nachdenken anregten, waren Gespräche mit der Polizei, die fordert, dass sich der Umzug verändern müsse. Dazu kommt das Unverständnis der Parkplatzsperrung am Rathaus bei manchen Bürgern. Sowie weniger Zuschauer am Kiliansmontag an den Vogelrute und bei den Umzügen und nicht zuletzt auch ähnliche Erfahrungen anderer Schützenvereine.
 

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In Altschermbeck wird sich auch in Zukunft nichts an dem Festablauf ändern.
Foto: Gaby Eggert

Es gebe sicherlich keinen idealen Zeitpunkt für eine Veränderung, aber jetzt sei die Gilde noch nicht in Zugzwang, habe eine gesunde Schützenstruktur, ein funktionierendes Offizierskorps und einen arbeitsfähigen Vorstand, mit dem das Projekt gestaltet werden kann. Was nicht unwichtig sei, ist die Tatsache, dass der Verein auf gesunden Füßen stehe. Zu den Grundüberlegungen gehört die Frage, in welcher Form Kilian verändert werden könne oder solle. Die Schützen wurden dabei nebenbei in lockeren Gesprächen nach Dingen die sie gut fänden, befragt. „Aber ohne, dass sie den Zweck erkannten“, ergänzt Bernd Holtmann. Das Meinungsbild aller am Fest beteiligten Gruppen wurde in die vorbereitenden Vorstandssitzungen eingebracht. Nicht rütteln wollten die Kilianer am Doppelschützenfest. „Das muss bleiben“, betont der Schützenkönig, genauso wie die Kranzniederlegung, der Zapfenstreich, beide Thronbälle, das Vogelschießen, der Umzug und die Kirmes.

Wie soll das Fest in Zukunft aussehen?


Das Fest beginnt am Kiliansfreitag um 18 Uhr mit der Kranzniederlegung am Ehrenmal. Danach gibts Freibier im Festzelt (120l) und Gelegenheit zur Schützeneintragung. Ab 20 Uhr findet der Thronball des Vorjahresthrones statt. Der Vorteil: „Wir haben gleich zu Beginn ein volles Zelt und Stimmung,“ sagt Gardemann Am Kilianssamstag steht um 12 Uhr das Treffen an der Vogelrute mit dem Vogelschießen und Kinderbelustigung an. Der Vorteil hier ist, dass am Samstagnachmittag viele Schermbecker Zeit haben. In den Vorjahren wurde das Vogelschießen erst am Kilianmontag durchgeführt. Weiter geht es dann am Samstag um 18 Uhr mit dem Kiliantreffen mit Altschermbeck. Im Anschluss um 21 Uhr werden die neuen Majestäten gekrönt und die langjährige Mitglieder geehrt. Geladen werden hierzu die Vereine aus Damm, Bricht und Uefte. Diese sehen die Veränderung für sich positiv. Sie können in Zukunft den Abend entspannter genießen, während die Besuche am Sonntagabend wegen der Arbeit am Montag zeitlich eingeschränkt waren, so das Ergebnis der Gespräche.

Auf die Frage, wie die neuen Throndamen am Samstagnachmittag an Kleider kommen, sagt Ehrenpräsident Reiner Horstkamp ganz pragmatisch: „Die sollen anziehen, was sie im Schrank haben“. Der Kilianssonntag ist, bis auf die Tatsache, dass es ein neues Königspaar gibt, unverändert. Um 11 Uhr beginnt der Tag mit dem traditionellen Frühschoppen. Der Umzug folgt um 15 Uhr und um 20 Uhr lädt die Schützengilde zum Krönungsball. Am Kiliansmontag besucht das Königspaar die Altschermbecker Vogelrute: Schüppenwerfen. Um 17 Uhr findet die Bestrafung statt, danach ist der Kiliansausklang im Festzelt – Ende offen, aber mit Musik aus der „Konserve“. Apropos Musik: Auch die Ahauser Stadtkapelle begrüße die zukünftige Festfolge und ist an allen drei Tagen präsent. Montags Musiker zu bekommen, ist auch für das Blasorchester immer schwieriger, berichtet Rainer Gardemann.

„Es ist gut, wie es ist“


Im Gegensatz zu der Kilian-Schützengilde Schermbeck feiern die Altschermbecker in gewohnter Tradition weiter, wie sie nun auf ihrer Webseite www.altschermbeck.de verkünden. „Geänderte Gewohnheiten führen bei vielen Schützenvereinen dazu, den bisherigen Ablauf der Feste in Frage zu stellen. Auch wir in Altschermbeck beschäftigen uns immer wieder mit der Frage, ob unsere Kilian-Schützenfest in Altschermbeck noch zeitgemäß ist. Wir sind überzeugt: Es ist gut, wie es ist“, geht aus der Stellungnahme hervor. Der Zuspruch von ihren mehr als 1.000 Schützen, Gästen und allen Altschermbecker Kilianern bekräftigen den Vorstand des Schützenvereines, auch weiterhin so zu feiern und den Festablauf nicht zu verändern. „Wie heißt es so schön bei uns in Altschermbeck: Traditionen leben – Seit 1877 ist es unser gemeinsames Ziel, die Traditionen der Kilian Schützengilde Altschermbeck zu wahren und zu pflegen. Kilian in Altschermbeck bleibt so, wie wir es kennen … in 2016, in 2017 und in den nächsten Jahren.“ ge/kb

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