Foto: Sparkasse Gladbeck

„Sparen lohnt sich immer noch“

Im Sparkassen-Themenforum drehte sich im Mai 2016 alles um die andauernde Niedrigzinsphase – Volkswirt Dr. Holger Bahr erklärte, warum es trotzdem wichtig ist zu sparen.

Gladbeck - Die globalen Konjunkturentscheidungen der Europäischen Zentral Bank (EZB) sind auch in Gladbeck spürbar. Denn der Niedrigzins lässt das Vermögen der Gladbecker Sparer real schrumpfen. Doch in einer Welt ohne Zinsen müssen die Deutschen lernen anders zu sparen – da ist sich die Sparkasse Gladbeck sicher. Sie möchte die Menschen über die momentane Situation aufklären und alternative Möglichkeiten zum Sparbuch oder Tagesgeldkonto aufzeigen. Denn ein Vermögensaufbau ist auch jetzt möglich. Wie das geht, erklärte Mitte Mai Dr. Holger Bahr, Leiter Volkswirtschaft bei der DekaBank, rund 150 interessierten Gladbecker Bürgern. Für sein Referat verwandelte sich die Hauptstelle der Sparkasse in ein Vortragsraum.

Die Finanzwelt ist für viele Bürger ein undurchsichtiges Mysterium, mit dem sie sich nicht weiter auseinandersetzen. Doch genau da liegt der Fehler, weiß Dr. Holger Bahr. Denn wer im aktuellen Niedrigzinsumfeld nur auf Sparbuch oder Tagesgeldkonto setzt, hat keine Chance den Wert seines Vermögens zu erhalten, geschweige denn zu vermehren. In der nun schon länger währenden Niedrigzins-Ära bekommt man schnell die Quittung für das typisch deutsche Sparverhalten. Vor allem droht einer ganzen Generation der Weg in die Altersarmut. Denn Zinsprodukte sind keine Garantie für auskömmliche Renditen mit Blick auf den Ruhestand. Im Kampf gegen Altersarmut sind Aktien offenbar die einzige Option. Deshalb rät Dr. Holger Bahr in Geldangelegenheiten umzusteuern. „Die Unternehmensgewinne entwickeln sich in Europa erträglich“, erklärt der Deka-Volkswirt. Deshalb gelten seiner Einschätzung nach die hiesigen Aktienmärkte trotz der Kursschwankungen nach wie vor zu den attraktivsten Anlagen für langfristig ausgerichtete Anleger. Dr. Holger Bahr geht mit Blick auf die europäischen Aktienmärkte bis Ende des Jahres von einem positiven Ergebnis aus. Rendite oberhalb der Inflationsrate werde es seiner Einschätzung nach auf absehbarer Zeit nur dort geben, wo eng an der realen Wirtschaft, also in Aktien, Unternehmensanleihen oder Immobilien investiert wird. Die Menschen müssen mehr Risiko in Kauf nehmen, ist er überzeugt. Aber das Risiko bei einem Aktienkauf ist kalkulierbar. „In den vergangen 150 Jahren gab es viele Wirtschaftskrisen, doch Aktien haben immer bestand. Sie sind relativ gesehen eine günstige Anlage. Insbesondere da der Preis von anderen Wertanlagen, wie Immobilien und Diamanten, in die Höhe schnellen“, erklärt Dr. Holger Bahr. „ Was auch immer man als Sparvehikel wählt, muss man am Ende wieder verkaufen. Doch dann bestimmt der Käufer den Preis. Außerdem muss man sich bewusst sein, dass Wertpapiere vom demographischen Wandel relativ unabhängig sind. Das sind Oldtimer beispielsweise nicht.“

Nur langsam findet die Finanzwelt wieder seinen Weg in die Normalität. Das geht nur in kleinen Schritten. „In den nächsten zwei oder drei Jahren sehe ich noch keinen Ausweg aus der Niedrigzinsphase. Es ist eine riesige Herausforderung“, sagt der Volkswirt und erklärt: „Es gab schon Niedrigzinsphasen, doch nicht in dieser Ausprägung.“ Und auch Ludger Kreyerhoff, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Gladbeck, weiß um die großen Herausforderungen, die auch auf alle Geldinstitute zukommen. „Wenn die Situation lange anhält, muss mit Kostenabbau gerechnet werden“, erklärt Ludger Kreyerhoff. Zunächst müssen sich die etablierten Geschäftsmodelle an die derzeitige Phase anpassen.

Ludger Kreyerhoff ist sich sicher, dass die Deutschen und damit auch die Sparer in Gladbeck ihr Anlageverhalten eher früher als später ändern müssen, wenn sie ihr Kapital erhalten wollen. Wie eine Studie der DekaBank zeigt, sind Sparprodukte wie das klassische Sparbuch und das Tagesgeldkonto noch immer das beliebteste Anlageinstrument. Trotz niedrigen Zinsniveaus nutzen bundesweit rund 48 Prozent der Sparer ein solches Instrument. Lediglich 18 Prozent greifen auf Wertpapiere für den Vermögensaufbau zurück. Dr. Holger Bahr hält Wertpapiere und insbesondere (Fonds-)Sparpläne, in bewegten Börsenzeiten für die nervenschonendste Variante der Geldanlage.
Gerne hilft Ihr persönlicher Finanzberater der Sparkasse Gladbeck dabei, die beste Möglichkeit für Ihren Vermögensaufbau zu finden. Machen Sie einen Beratungstermin aus unter der Telefonnummer (02043) 2710. kb

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