Schermbeck - Freudestrahlend verkündet Bürgermeister Mike Rexforth das erfreuliche Ergebnis: Schermbeck bekommt den langersehnten Glasfaserausbau. Die 40 Prozenthürde konnte in der Verlängerung geknackt werden. Ein historischer Moment für die Gemeinde.
Ein hartes Stück Arbeit liegt hinter allen Beteiligten, die sich für die Zukunftstechnologie eingesetzt haben. Bereits vor zehn Jahren begann Wirtschaftsförderer Friedhelm Koch sich für einen Breitbandausbau stark zu machen. „Es musste erst einmal ein Verständnis dafür geschaffen werden, dass es für die Öffentlichkeit wichtig ist“, erklärt Friedhelm Koch rückblickend. Doch mit der Deutschen Glasfaser konnte ein starker Partner ins Boot geholt werden. Mit deren Hilfe konnte das Projekt erstmals aktiv angegangen werden. „Eine kleine Gemeinde wie Schermbeck könnte sich den Ausbau gar nicht leisten. Da reden wir von siebenstelligen Summen, die geleistet werden müssen“, erklärt Friedhelm Koch. Dank der Deutschen Glasfaser war Schermbeck nicht auf öffentliche Förderungen angewiesen. Doch um den Ausbau in Schermbeck vorzunehmen, musste eine 40 Prozent-Hürde geknackt werden. Und das wurde in der letzten Phase der Nachfragebündlung noch einmal richtig spannend. Allein an den letzten beiden Tagen der Verlängerungsphase entschieden sich noch zwei Prozent der anschließbaren Haushalte für einen eigenen Glasfaseranschluss. Und damit stand das Ergebebnis fest: Schermbeck hat es geschafft und die Hürde genommen.
Und mit der Nachfragebündelung geht auch für Bürgermeister Mike Rexforth eine anstrengende Phase zu Ende, in der er viel Kritik an seinem großen Engagement einstecken musste. „Ich habe in der Zeit viel gelernt. Mir wurde vorgeworfen, ich würde mich zu viel für die Deutsche Glasfaser einsetzen. Doch ich habe mich für eine zukunftsweisende Infrastruktur ausgesprochen. Der Erfolg war davon abhängig, dass sich Menschen dafür einsetzen“, betont Mike Rexforth. „Es war ein politischer Beschluss und ich sehe es als meine Pflicht, alles daran zusetzen, Schermbeck nach vorne zu bringen.“ In Zukunft wünscht sich der Bürgermeister mehr Rückhalt von einigen Ratsmitgliedern, die die Entscheidung gemeinsam mit ihm tragen. Und auch das Thema Breitbandausbau bleibt für Schermbeck noch einige Zeit relevant.
Nach der offiziellen Freigabe der Geschäftsführung beginnen die detaillierten Vorbereitungen für den Ausbau in Schermbeck. In einigen Wochen starten dann die Tiefbauarbeiten, die noch in diesem Jahr abgeschlossen werden sollen. Jeder, der einen Vertrag eingereicht hat, wird über die weiteren Schritte informiert und zur Besprechung des Hausanschlusses kontaktiert. „Wir wollen in einem nächsten Schritt eine Lösung für die Außenbereiche finden. Auch hier sind wir schon mitten in den Planungen“, erklärt Friedhelm Koch. Er führte bereits mit der Bezirksregierung Düsseldorf Gespräche über mögliche Förderungen. Auch in den Außenbereichen von Schermbeck soll es eine nachhaltige Lösung geben. kb