Kirchhellen - Aus Anlass des 190ten Geburtstages von Johann Breuker, habender Landwirtschaftliche Ortsverein und der Heimatverein auf Anregung von FranzisJanknecht die Grabstätte des Kirchhellener Sozialreformers auf dem AltenFriedhof (Nähe der Leichenhalle) verschönert. T
atkräftige Helfer dabei warenJan Fasthoff und Ulrich Unterberg, die sich bereit erklärten, auch weiterhinehrenamtlich die Grabpflege zu übernehmen. Die beiden Ortsvereine stifteten diedazu gehörigen Blumen und Pflanzen und übernehmen gleichsam die Patenschaft fürdas Grab.
Doch wer war eigentlich dieser Johann Breuker, nach dembereits der Bankenvorplatz und die angrenzende Straße benannt sind?
Der Kirchhellener Heimatforscher Hans Büning hat einiges über das Leben undWirken herausgefunden:
Geboren wurde Johann Breuker am 14. Mai 1887. Nach derVolksschule besuchte er das Gymnasium zu Dorsten, eine Schule mit jahrhundertelangerTradition. Sein Studium konnte er in Dorsten nicht vollenden, es befiel ihnschon da eine Augenkrankheit, die ihn zwang, vorzeitig die Schule zu verlassen.So übernahm er die Bewirtschaftung des elterlichen Hofes.
Durch die im Jahr 1861 erfasste Neuregelung der Grundsteuernwurde auch im Kreis Recklinghausen ein erster Bauernverein gegründet – am 19.November 1868 durch Johann Breuker auch für die Kirchhellener Bauern. Eine 1869erschienene Schrift Breukers „Buer, et ist Tied – Rechte und Pflichten desBauernstandes oder Bauer muss Bauer bleiben“ zur Aufrüstung und Selbstbesinnungdes westfälischen Bauernstandes nicht unwesentlich beitrug. Damit war einBauernverein im Vest Recklinghausen ins Leben gerufen, der allen Bauern undLandwirten in der Nähe des Industriegebietes bei ihrem Kampf um den Bestand derHöre zur Seite stehen sollte. Die Gründung des Kreisbauernvereins Recklinghausenist untrennbar mit dem Namen Johann Breuker aus Kirchhellen verbunden, derdurch seinen unermüdlichen Einsatz für das Bauerntum im Vest und darüber hinausbis heute ein Vorbild geblieben ist. Johann Breuker starb am 15. Juni 1885.