Kirchhellen - Es ging um einen Hinweis seitens der Gemeindeprüfungsanstalt NRW. Diese sagte, es sei weder üblich noch notwendig, dass eine Stadt zwei Zulassungsstellen habe. Die Verwaltung legte daraufhin Schließungspläne für Kirchhellen vor. Diese stießen nicht nur den Bürgern sauer auf, auch die Parteien waren sich einig, dass dieser Service bestehen bleiben solle.
Einige Wochen war vor allem sie voller Angst und Bange: Meike Domian. Denn erst vor einem halben Jahr übernahm sie die Bügelei gegenüber der Bezirksverwaltungsstelle – samt der Prägungsmaschine für Autokennzeichen. „Allein das macht ein Viertel meines Verdienstes aus“, erzählt Domian. „Ich hatte wirklich Angst um meine Existenz.“
Unterschriftenlisten in vielen Kirchhellener Geschäften sorgten für ein Aufmerksam-Machen auf die geplante Schließung und jede Unterschrift spiegelte die große Solidarität mit der jungen Kirchhellenerin wider. Dann kam Anfang Juli der erlösende Besuch von Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder: Die Pläne wurden zurückgezogen, die Kfz-Zulassung bleibt in Kirchhellen.
„Es wäre ein viel zu großer Verzicht der vorherrschenden Bürgernähe, wenn noch mehr Leistungen im Bereich der Bezirksverwaltungsstelle gekürzt werden müssten“, so Ludger Schnieder. Nun muss das Geld (etwa 20.000 Euro) auf anderem Wege eingespart werden. Dazu muss sich die Verwaltung jetzt Gedanken machen und Vorschläge einreichen. Ein Kompromiss zum Verbleib der Zulassungsstelle war jedoch, dass die Öffnungszeiten geändert werden: Von 40 Stunden pro Woche soll sie auf 36 Stunden pro Woche reduziert und damit an die der Stelle im Bottrop angepasst werden. „Aber das ist nur fair“, so Schnieder. Er war es auch, der Meike Domian die gute Nachricht sofort weitergeleitet hatte. Die zeigt sich überglücklich: „Ich bin so froh, dass es so schnell zu der Entscheidung kam. Der Stein, der mir vom Herzen fiel, ist riesig und ich bin immer noch sprachlos, wie toll die Kirchhellener reagiert und mich unterstützt haben.“ ko