Schermbeck - 24 Stunden, sieben Tage die Woche ist der Pieper der Feuerwehr Bruno Rademachers ständiger Begleiter. Egal ob im Berufs- oder Privatleben, wenn er es irgendwie einrichten kann, rückt er bei Einsätzen aus. Ein großes Engagement, dass er als Unternehmer für die Gemeinde tagtäglich aufbringt. Und das wurde nun mit der Auszeichnungsurkunde gewertschätzt.
„Anderen Menschen in Notlagen zu helfen ist ein tolles Gefühl. Außerdem ist die Kameradschaft in der Feuerwehr super“, erklärt der 44-jährige Schermbecker seinen Entschluss vor sechs Jahren der Freiwilligen Feuerweh beizutreten. „Damals war mir gar nicht bewusst, dass ich so viel machen darf.“ Doch über die Jahre besuchte er viele Fortbildungen und bekam so ein immer weiteres Aufgabenfeld.
So oft wie möglich versucht Bruno Rademacher, der die Bestattung Rademacher und das Möbelfachgeschäft Rademacher führt, bei Einsätzen dabei zu sein. Und das war in diesem Jahr nicht selten. „Wir hatten im letzten Jahr insgesamt 124 Einsätze; diese Zahl haben wir bereits im September erreicht“, erklärt Wehrführer Gregor Sebastian. Die hohe Einsatzzahl führt der Wehrführer auf die Hochwassersituation zurück.
Und nicht nur bei Einsätzen ist Bruno Rademacher aktiv. „Alle zwei Wochen haben wir Übungsabende von der Freiwilligen Feuerwehr“, erklärt der Schermbecker Unternehmer. Bei so viel Einsatz ist auch seine Familie gefragt. Seine Schwester Roswitta Kölking arbeitet ebenfalls im Familienunternehmen und hält ihm immer den Rücken frei, wenn er wieder ausrücken muss. Deshalb galt auch ihr ein besonderer Dank bei der Übergabe der Auszeichnungsurkunde.
„Seit einigen Jahren nehmen wir die Ehrung an Schermbecker Unternehmen vor“, erklärt Bürgermeister Mike Rexforth, der die Bedeutung des Ehrenamtes hoch ansieht. „Man kann einfach nie genug Danke sagen. So viel Engagement ist nicht selbstverständlich.“ Doch betont Mike Rexfoth auch, wie unabdinglich es gleichzeitig ist. Die Freiwillige Feuerwehr ist ein wichtiger Bestandteil der Gemeinde. Denn eine Berufsfeuerwehr würde viele zusätzliche Kosten verursachen. „Die Personalkosten, die uns als Gemeinde Jahr für Jahr erspart bleiben, liegen bei 2,5 Millionen Euro und darin sind keine Bau-, Fahrzeug- und Materialkosten enthalten“, sagt der Bürgermeister. „Deshalb investieren wir auch viel für die Fortbildung der Freiweilligen Feuerwehr und unterstützen diese.“ Auch bei der Gemeinde wird bei der Neueinstellung von Personal darauf geschaut, ob jemand Mitglied einer Feuerwehr ist, berichtete Mike Rexforth. Derzeit sind neun Feuerwehrleute (zwei Auswärtige) bei der Gemeinde beschäftigt. „Wir vom Förderverein sind immer auf der Suche nach Menschen, die uns unterstützen. Eine Mitgliedschaft kostet nur 12 Euro im Jahr. Damit hilft man unter anderem den dringend benötigten Nachwuchs heranzuziehen“, erklärt Helmut Auf der Springe, Vorsitzender des Fördervereins. kb