Gourmetfest in Schermebck vor dem Aus

Veranstalter sagt Schermbeck genießen ab – Werbegemeinschaft möchte Sommerstraßenfest jedoch weiterhin aufrecht erhalten

Schermbeck - Das beliebte Gourmetfest „Schermbeck genießen“ geht nicht in die 15. Runde, wie der Veranstalter und Initiator Wirtz Design nun verkündete. Die Werbegemeinschaft steht vor neuen Herausforderungen, um den Verlust des Festes auffangen zu können.
 

„Orte in unserer Größe leben davon, einige gute Veranstaltungen im Jahr zu haben. Denn diese wirken nach. Menschen von außerhalb werden so aufmerksam auf Schermbeck und kommen dann vielleicht auch in Zukunft wieder zum Einkaufen. Darauf sind wir natürlich angewiesen“, erklärt Wolfgang Lensing, Vorsitzender der Werbegemeinschaft. „Schermbeck genießen“ war in der Vergangenheit ein solches Fest. Deshalb ist es auch besonders für die Kaufleute ein Verlust. „Es ist wirklich schade für Schermbeck. Es war ein hochattraktives Fest. Nun liegt es an uns, den Attraktivitätsverlust aufzufangen“, betont Wolfgang Lensing. „Dafür brauchen wir zukunftsfähige Ideen.“ Doch kann der Vorsitzende den Entschluss von Wirtz Design durchaus nachvollziehen. Denn die Bedingungen wurden mit der Zeit immer schwieriger.

Wetterbedingte Umsatz­ausfälle sind ein Grund

Wirtz Design erklärt in seiner Pressemitteilung: „Leider ist es uns trotz intensiver Bemühungen nicht gelungen, die nötige Teilnehmerzahl für die Fortführung des Festes zu gewinnen. Dies führt dazu, dass einerseits die Finanzierung nicht gegeben ist und andererseits keine ausreichende, konzeptbedingte Anzahl an Speisen angeboten werden kann.“ Auch die von Wirtz Design organisierte Vergleichsveranstaltung „Kirchhellener Landpartie“ ist abgesagt.

Nach den wetterbedingten Umsatzausfällen im vergangenen Jahr hat ein Teil der Gastronomen ihre Teilnahme für 2017 abgesagt. Ein weiterer Grund liegt in dem erheblichen Aufwand, der durch Personalkosten und Leihgebühren für das Küchen-Equipment anfällt. Die Finanzierung der Feste wird durch Sponsoren sowie Einnahmen aus Teilnehmergebühren, dem Getränkeumsatz und den Anzei­gen in den Programmheften gesichert. Allein das Anzeigenaufkommen ist nach Angaben von Wirtz Design im Vergleich zu 2016 um 60 Prozent gesunken.

Wirtschaftliches Risiko sei zu hoch

Viele Preissteigerungen hat Wirtz Design in der Vergangenheit aufgefangen und nicht weitergeben können. „Das wirtschaftliche Risiko lag in den vielen Jahren allein auf unseren Schultern. Dies können wir bei allem Engagement nicht mehr tragen, weshalb wir schweren Herzens diese Entscheidung treffen mussten. Wir möchten uns bei unseren Sponsoren, den Teilnehmern, den Freunden und Genießern der Feste, allen Mitarbeitern und Lieferanten für die langjährige Treue bedanken.“

Sommerstraßenfest soll bestehen bleiben


Nach jetzigem Stand soll den Schermbeckern jedoch das Sommerstraßenfest erhalten bleiben, das bis jetzt immer parallel zum Gourmetfest angeboten wurde. Geplant ist das Fest am 24. und 25. Juni 2017. Dann öffnen die Geschäfte am Samstag von 10 bis 18 Uhr und laden auch sonntags von 13 bis 18 Uhr zum entspannten Bummeln ein. kb

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