Gladbeck - Die Herbstsaison von InterMezzo, der Kleinkunstreihe im Lesecafé der Stadtbücherei, läuft noch auf Hochtouren: volles Haus für Maxi Gstettenbauer, ausverkauft auch für Kai Magnus Sting und Hennes Bender. Restkarten gibt es noch für die Weihnachtsveranstaltung „Oh (je), du Fröhliche!“ mit Lars von der Gönna und Werner Boschmann am 14. Dezember 2017. Nun startet rechtzeitig vor Beginn der neuen Saison der Vorverkauf für vier vielversprechende neue InterMezzo-Veranstaltungen.
Den Auftakt macht auch in der neuen Spielzeit wieder der beliebte DreierPasch. Gastgeber Benjamin Eisenberg begrüßt seine Gäste Matthias Reuter und Gunzi Heil. Eisenberg hat die aktuellen Themen aus Politik und Gesellschaft im Visier und wird auf die Ereignisse des vergangenen Jahres kabarettistisch zurückblicken. Publikumsliebling Matthias Reuter ist diesmal wieder mit von der Partie: In diesem Jahr hat er Premiere mit seinem neuen Soloprogramm und wird viele neue Stücke daraus mit ins Lesecafé bringen, mal Jazziges, mal Country-Songs. Als Geschichtenerzähler überzeugt er genauso und fühlt den Puls der Zeit unter anderem mit dem Text über die Streitigkeiten in Eltern-WhatsApp-Gruppen. Gunzi Heil reist extra aus Baden-Württemberg an. Er ist am Flügel ebenso virtuos wie sein Oberhausener Kollege und wird mit ihm eine Performance am Tasteninstrument zum Besten geben. Der lange Blonde aus Karlsruhe ist eine echte Kleinkunst-Allzweckwaffe: er ist Liedermacher, Kabarettist, Parodist, Puppenspieler und am allerliebsten alles gleichzeitig.
Das Gladbecker Publikum kann sich ebenfalls freuen über ein Wiedersehen mit Kabarettist und Autor Frank Goosen. Am 7. März 2018 ist er mit seinem neuen Programm „Was ist da los? – neue Blogs und Stories“ zu Gast im Lesecafé: Der Mensch kommt auf die Welt und wundert sich. Und das hört nicht auf, bis er diese Welt wieder verlässt. Findet jedenfalls Frank Goosen. Schon als Kind versteht man nicht, wieso alles so groß ist und die anderen alles dürfen, man selber aber gar nichts. Später fragt man sich, wieso nur die anderen die schönen Frauen oder Männer abbekommen. Und dass es andere Fußballvereine gibt, mag ja angehen, aber wieso haben die auch noch Fans? Wieso gibt es „vegane Hotels?“ Fliegt man da aus dem WLAN, wenn man „Schnitzel“ googelt? Frank Goosens neue Leseshow widmet sich den schwer verständlichen Absurditäten des Alltags, vom Wahlplakat über verwirrende Werbung für Fleischereien, fachfremdes Publikum im Fußballstadion und renitente Rentner in der Bäckerei. Wer hat das angeordnet? Wohin soll das alles führen? Was kann man dagegen tun? Vor allem aber: Was ist da eigentlich los?
Mit dabei ist auch Comedian Timo Wopp mit seinem Programm Moral – Eine Laune der Kultur. Für die einen ist seine Show ein Manifest absoluter Gedankenlosigkeit, für die anderen eine Offenlegung unfassbarer geistiger Verwirrung, für die meisten aber gibt Timo Wopp der Orientierungslosigkeit in diesem Land endlich mal ein Gesicht - und zwar seines. Denn schonungslos ungefiltert illustriert er, dass niemand uns mehr belügt als wir uns selbst. Und für diese These könnte es kein besseres Beispiel geben als ihn selbst. In seinen Stand-Ups wird alles Private politisch und damit angreifbar. Moralische Integrität – my ass!!! Jede Pointe ist ein distanzloses Eingeständnis der eigenen Ressentiments und des persönlichen Scheiterns. Dabei ist Timo Wopp in seiner Verlogenheit so bestechend ehrlich, dass einem beim Zuhören schon mal der eigene moralische Kompass durcheinander gerät. Aber zum Glück weiß Google ja eh immer, wo wir sind. Wer braucht da noch einen Kompass?!
Ob Timo Wopp seinem Publikum einen Spiegel vorhält, das dürfen die Zuschauer selbst entscheiden. Wenn er es tut, dann wissen am Ende des Abends alle, wie moralisch schizophren wir sind. Das ist traurig. Aber lustig war es schon. Timo Wopp, der perfideste aller Moralisten. Hochgeschwindigkeitskabarett mit einem intellektuell furiosen Finale. Tiefe Verbeugung. Atemlos.
Im Rahmen der Wochen der Vielfalt ist Simon Pearce, Comedian und Schauspieler mit seinem Programm Allein unter Schwarzen zu Gast in der InterMezzo-Reihe.
Simon Pearce begegnet Rassismus mit Humor und erzählt mit viel Ironie, wie es ist, als Schwarzer mitten im schwarzregierten Bayern aufzuwachsen und zu leben. Immer wieder macht er skurrile Begegnungen, hat es mit offenem oder verstecktem Rassismus zu tun, aber auch mit übertriebener political correctness. In seinen Anekdoten übt er Gesellschaftskritik, jedoch ohne den Zeigefinger zu heben, sondern stets augenzwinkernd und mit einer großen Portion Selbstironie. Land oder Stadt, Osten oder Süden – Engstirnigkeit, Rassismus und überkorrekte Befangenheit finden sich überall.
Der „Eddie Murphy aus Puchheim“ (Freisinger Nachrichten) bietet beste Unterhaltung und eine Spielfreude, die greifbar zu sein scheint. Auch wenn einem oftmals das Lachen im Halse stecken bleiben könnte. Aber manchmal hilft halt nur eine ordentliche Portion Humor. Und diese bringt Simon Pearce definitiv mit.
Termine:
Donnerstag, 18. Januar 2018, 20 Uhr, DreierPasch
Mittwoch, 7. März 2018, 20 Uhr, Frank Goosen
Donnerstag, 7. April 2018, 20 Uhr, Simon Pearce
Donnerstag, 12. April 2018, 20 Uhr, Timo Wopp
Tickets gibt es in der Stadtbücherei und online unter www.stadtbuecherei-gladbeck.de, Infos und Reservierung: (02043) 99 2658.